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Jung und wuchtig

Die Trierer Pfarrkirche St. Paulus. Foto: Christiane Wolff
Die Trierer Pfarrkirche St. Paulus. Foto: Christiane Wolff
TRIER. (woc) Die Kirche St. Paulus war diesmal das gesuchte Objekt unseres Bilderrätsels. Welche beiden TV-Leser diesmal je 50 Euro gewonnen haben, veröffentlichen wir in unserer Wochenendausgabe.

Die große Basilika mit ihren drei Schiffen und dem Querhaus im Stil der rheinischen Romanik, die am Paulusplatz steht, wirkt älter als sie ist: Die Pfarrkirche St. Paulus wurde erst Anfang des vergangenen Jahrhunderts gebaut. Nach den Entwürfen der Trierer Dombaumeister Wilhelm Schmitz und Julius Wirtz entstand das an Baumaterialien und Formen reiche Gotteshaus in den Jahren 1905 bis 1907 - für die auch damals für einen solchen Bau relativ geringe Bausumme von 250 000 Mark. Weithin sichtbar ist der markante, fünfgeschossige Eckturm, der die benachbarte Straßenkreuzung dominiert und ein schönes Gegengewicht zum gegenüberliegenden, ebenfalls prächtigen Fachhochschulgebäude bildet. Dass die Kirche so wuchtig wirkt, liegt laut Katastereintrag beim städtischen Denkmalpflegeamt an der "kräftigen Formensprache" durch Rundbögen, Blendbögen und die unverputzten Steinquader. Die "malerische Wirkung" resultiere aus der ausgeprägten Materialvielfalt: Kalksteine wechseln ab mit Basalt, Sandstein und Säulen aus poliertem Granit. Im Innenraum wiederholen sich wechselnde Steinschichten, die mächtigen, mit Kapitellen ausgestatteten Rundpfeiler des Mittelschiffs ziert polierter, roter Granit. In den Jahren 1967/68 wurde der Innenraum der Kirche umgestaltet, 1968 zog die dreiteilige, spätgotische Kreuzigungsgruppe aus dem Martinskloster in den Altarraum der Pauluskirche um.