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Bildung
Junge Filmemacher wandeln auf den Wegen von Karl Marx

Das Projektteam des Max-Planck-Gymnasiums Trier posiert vor dem Karl-Marx-Denkmal.
Das Projektteam des Max-Planck-Gymnasiums Trier posiert vor dem Karl-Marx-Denkmal. FOTO: Jens Kornmüller
Trier. Ein Jahr lang haben Schüler des Max-Planck-Gymnasiums an einer Dokumentation über den Philosophen gearbeitet. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

„Wer war Karl Marx? Und was bedeutet er heute für uns?“ Diese Fragen haben sich 15 Schüler des Max-Planck-Gymnasiums Trier gestellt. Sie begaben sich auf Spurensuche nach der Bedeutung des großen Denkers.

Ein Jahr lang haben sie in einem Projekt mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) Material gesammelt. Herausgekommen ist ein Film im Stil einer Dokumentation mit Spielfilmelementen. Und der kann sich sehen lassen: In knapp einer halben Stunde werden wichtige Stationen in Marx’ Leben erzählt: die Jugend in Trier, die Ehe mit Jenny Marx, die Bekanntschaft mit Friedrich Engels.

Dabei setzt sich der Film auch kritisch mit dem Erbe des Philosophen Marx auseinander. Neben Historikern und anderen Marx-Experten kommen Politiker nahezu aller Parteien zu Wort. So konnten die Schüler unter anderem Bundesjustizministerin Katarina Barley und die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (beide SPD), Gregor Gysi (Linke), Maximilian Monzel (CDU) und Michael Frisch (AfD) als Interview-Partner für den Film gewinnen.

Der Film nimmt immer wieder Bezug auf die Aktualität der Thesen und Ideen von Karl Marx im Hinblick auf die heutigen negativen Auswüchse des Kapitalismus wie Finanzkrise, Konsumgesellschaft und Ausbeutung der dritten Welt.

Auch Themen, die ebenso heute wie zu Marx’ Zeiten aktuell sind und waren und die Marx maßgeblich beim Verfassen seiner Werke beeinflusst haben dürften – wie Armut und Kinderarmut –, werden aufgegriffen.

Natürlich wird auch das Karl-Marx-Jahr 2018, in dessen Rahmen der Film entstanden ist, thematisiert. Dazu befragten die Schüler Passanten in der Trierer Fußgängerzone. Der allgemeine Tenor: Marx ist immer noch aktuell, die extreme Kommerzialisierung mit allen möglichen Marx-Souvenirs wird aber kritisch gesehen.

Auch optisch ist der Film gelungen und kaum von einer Dokumentation professioneller Filmemacher zu unterscheiden. Neben Ausschnitten aus den Interviews und einigen Spielszenen ist der Film mit Szenen aus dem Karl-Marx-Haus unterlegt, so dass immer wieder Schlagworte aus Marx’ Schriften auftauchen.

Max Kraaz und Moritz Jäger, zwei der 15 Schüler, die an der Entstehung des Films mitgewirkt haben, sehen die Differenzierung des Themas Karl Marx als die größte Schwierigkeit, die es zu bewältigen gab: „Wir hatten am Ende insgesamt sechs Stunden Filmmaterial, da war es schon sehr schwierig, im Film alles Wichtige unterzubringen.“

Die Schüler drehten den Film hauptsächlich in ihrer Freizeit und organisierten die Treffen mit den Politikern eigenständig. Dominik Henter, einer der Lehrer, die das Projekt begleitet haben, sagt: „Uns war es sehr wichtig, dass die Schüler bei der Gestaltung des Films viel Freiheit hatten.“ Wer sich das Ergebnis anschaut, stellt fest: Das hat sich gelohnt.

Der Film der MPG-Schüler ist auf Youtube (Schlagwörter „Karl Marx MPG Trier“) und unter www.mpg-trier.de zu sehen.