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Kampagne für gleiche Bezahlung von Frauen und Männern

Trier. Der bundesweite Equal Pay Day, mit dem Entgeldgleichheit für Frauen und Männer gefordert wird, findet am Donnerstag, 21. März, statt. In Trier gibt es eine Aktion in der Neustraße.

Trier. Angelika Winter, Frauenbeauftragte der Stadt Trier, lädt am Equal Pay Day, 21. März, von 12 bis 14 Uhr zu einem Aktionsprogramm für gleiche Bezahlung von Frauen und Männern in die Neustraße (vor dem Angela-Merici-Gymnasium) ein.
Das Datum kennzeichnet symbolisch den Zeitraum, den Frauen in Deutschand durchschnittlich länger arbeiten müssen, um das Vorjahresgehalt von Männern zu erreichen. Die durchschnittliche EU-Bürgerin muss bis 28. Februar arbeiten, um dasselbe Gehalt zu haben wie ihr männlicher Kollege am 31. Dezember des Vorjahres. In Deutschland müssen Frauen noch einmal 21 Tage länger arbeiten.
Infostand und Käufer-Rabatt


Es gibt am Donnerstag in der Trierer Neustraße einen Informations-Stand und eine 22-prozentige Rabattaktion für Frauen von dort ansässigen Läden. Deren Höhe leitet sich aus der durchschnittlichen prozentualen Entgeltdifferenz zwischen den Geschlechtern ab.
Den Informationsstand und eine Diskussionsrunde bereitet die Frauenbeauftragte mit folgenden Partnern vor: ver.di Bezirksfrauenrat, Jusos, Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen, DGB, Forum Gleichstellung, Verband medizinischer Fachberufe und Katholischer Deutscher Frauenbund.
Im Fokus des Equal Pay Day 2013 stehen exemplarisch Gesundheitsberufe.
Wesentliche Ursache der Lohnlücke ist die schlechtere Bezahlung von Berufen, in denen überwiegend Frauen tätig sind. Rund 80 Prozent der Beschäftigten im Gesundheitssektor sind weiblich. Die Einkommen dieser Branche, die in der alternden Gesellschaft zunehmend an Bedeutung gewinnt, stehen aber im Vergleich mit gleichwertigen Berufen am unteren Ende der Lohnskala.
Ziel der Kampagne 2013 ist die finanzielle und gesellschaftliche Aufwertung von Gesundheitsberufen. "Dies wäre nicht nur ein wichtiger Beitrag zum Schließen der Lohnschere, sondern auch zur Sicherung des Fachkräfte-Nachwuchses", so Winter. Der Obertitel der Kampagne lautet: "Lohnfindung in den Gesundheitsberufen - viel Dienst, wenig Verdienst".
Frauen haben geringere Renten


Die schlechtere Bezahlung von Dienstleistungsberufen macht ein Fünftel der Lohnlücke aus. Der geschlechtsspezifische Unterschied hat gravierende Folgen: Frauen können wegen der niedrigeren Gehälter weniger Vermögen erwirtschaften und beziehen geringere Renten. Die Lücke liegt derzeit bei rund 60 Prozent.
"Altersarmut ist weiblich, belastet die Sozialkassen und schwächt die Inlandsnachfrage durch die eingeschränkte Kaufkraft", erläutert Winter.

Symbol der roten Tasche


Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) ruft alle Mitglieder am 21. März zum Tragen von roten Taschen auf. Die rote Tasche hat sich zum Symbol des Protestes gegen Entgeltunterschiede entwickelt. Sie steht für rote Zahlen und dafür, dass Frauen weniger in der Tasche haben als Männer. red