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Einzelhandel
Kein Platz auf dem Hauptmarkt: Der ständige Markt muss weichen

Mit dem neuen Standort in der Brotstraße sind die Marktleute nicht zufrieden - zu wenig Laufkundschaft.
Mit dem neuen Standort in der Brotstraße sind die Marktleute nicht zufrieden - zu wenig Laufkundschaft. FOTO: Lisa Bergmann / Trierischer Volksfreund
Trier. Die Betreiber von drei Ständen ärgern sich über die Stadt. Die hatte verfügt, dass sie vor Weihnachten nicht mehr am Hauptmarkt verkaufen dürfen. Die Händler fühlen sich benachteiligt. Von Lisa Bergmann
Lisa Bergmann

Eisiger Regen fällt auf das Pflaster. Die wenigen Menschen, die an diesem Vormittag überhaupt in der Innenstadt unterwegs sind, verbergen ihre Gesichter unter Schirmen und eilen vorbei. An Katharina Frankreiters Verkaufssstand bleibt kaum mal einer stehen. Adventsgestecke und andere Blumengebinde bleiben unbeachtet.

Normalerweise steht Frankreiter mit ihrem Stand am Hauptmarkt. Ganzjährig verkauft sie hier ihre Waren, seit 20 Jahren macht sie das. Im Gegensatz zum Beispiel zum Wochenmarkt am Viehmarkt sind die Händler vom Hauptmarkt jeden Tag da. Eigentlich auch in der Weihnachtszeit. Doch Ende September kam ein Bescheid der Stadt: Zum ersten Mal müssen die Händler dem Weihnachtsmarkt weichen.

Die neuen Standorte: Kornmarkt und Brotstraße. „Das ist kein Vergleich zum Hauptmarkt“, sagt Frankreiter. Etwa zweidrittel weniger, schätzt sie, wird sie im Dezember einnehmen. „Das ist sonst die Zeit, in der wir Reserven für die generell umsatzarme Zeit im Januar und im Februar erwirtschaften“, sagt Frankreiter.

Von der Verlegung betroffen sind nach Angaben der Stadtverwaltung drei Marktstände. „Es geht dabei um zwei größere und einen kleinen Stand, die im Winter in der Regel ihr Sortiment weihnachtlich anpassen“, sagt Stadtsprecher Michael Schmitz. Sie hätten der neuen Beleuchtung am Hauptmarkt weichen müssen. Seit dem Sommer stehen 13 LED-Stelen auf dem Platz (der TV berichtete). Dadurch hätten sich die Durchfahrten für Feuerwehr und Rettungswagen verschmälert, deshalb mussten die Weihnachtsmarktstände zusammenrücken. „Die einzige Möglichkeit, die Situation etwas zu entzerren, war, Platz zu schaffen“, sagt Schmitz.

Frankreiter kann diese Argumentation nicht nachvollziehen. Sie vermutet eher, dass die Betreiber des Weihnachtsmarktes, die Firma Bruch, die Verlegung forciert haben. „Die werden doch immer bevorzugt“, sagt sie. Ein Vorwurf, den die Stadtverwaltung bestreitet: „Die Bruchs legen Wert auf ein gutes Verhältnis zu den Marktleuten, und sie wollen diese auf keinen Fall vertreiben“, sagt Schmitz. Entgegengekommen sei man den Händlern zudem mit einer Reduzierung der Standgebühren.

Für Frankreiter ist auch unverständlich, warum sie die Holzhütten- vor einigen Jahren offenbar  auf Geheiß der Stadt errichtet, im neuen Domizil nicht aufstellen können. Auch hier habe die Stadt wieder mit Sicherheitsbedenken und Platznöten argumentiert. Strom, Wasser und Zugang zu Toiletten gebe es in der Brotstraße ebenfalls nicht.

Aus Sicht der Stadt hat sich der neue Standort dagegen bewährt, vor allem aus sicherheitstechnischer Perspektive. Für die Marktleute bleibt der Hauptmarkt damit wohl auch im nächsten Advent unerreichbar.