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Kein Schulausflug nach Köln

Nicht die Büchse der Pandora, sondern Ankes "Survival-Kiste": Glücksbringer - und was man sonst noch als potenzieller Superstar brauchen könnte.Foto: Melanie Wollscheid
Nicht die Büchse der Pandora, sondern Ankes "Survival-Kiste": Glücksbringer - und was man sonst noch als potenzieller Superstar brauchen könnte.Foto: Melanie Wollscheid
KÖLN. Seit Donnerstag ist Superstar-Kandidatin Anke Wagner aus Trierweiler in Köln. Unter den Fittichen von RTL wird sie für die Deutschland-sucht-den-Superstar-Sendung am heutigen Mittwochabend fit gemacht. Von unserer Mitarbeiterin <br>MELANIE WOLLSCHEID

Heute um 20.15 Uhr gehen die Scheinwerfer an. Knapp zwei Stunden später ist die Zitterpartie vorbei. Ist der Telefon-Ted ausgewertet, stehen die beiden letzten Top-Ten-Kandidaten für die dann beginnenden Supershows fest. Alles ist anders für Anke: Hotel statt Zweier-WG, Wecker um sieben statt neun, Frühstück zu zehnt statt nur mit ihrer Mitbewohnerin. Der Tagesplan ist eher ungewöhnlich. Foto-Shooting, Kamera-Gewöhnung, Vocal-Coaching, Styling-Beratung, Maske, Interview-Training - alles breitet die Kandidaten auf ihr Leben im Medienzirkus vor. Wie fühlt sich das an? Straffer Terminplan

"Es ist alles so aufregend, ständig hab ich was zu tun. Mittlerweile wache ich sogar auf, bevor der Wecker klingelt, weil ich mich so auf den Tag freue", sprudelt es aus Anke heraus. Ihre anfängliche Skepsis bezüglich der Gruppendynamik ist wie weggeblasen. "Die Stimmung untereinander ist super." Keine Casting-Show ohne diese Floskel. Doch der Unterton stützt die Aussage. Ein weiteres Indiz, dass sich die Kandidaten tatsächlich gut verstehen: "Ich habe kaum Kontakt zu meiner Familie." Für Anke ungewöhnlich, doch: "In dieser Situation finde ich es interessanter, mich mit Gleichgesinnten zu unterhalten." Jede freie Minute wird zu einem Plausch genutzt. Der Terminplan ist zwar straff, aber nicht so krass wie erwartet. "Es ist nicht so stressig, wie ich es mir vorgestellt habe, aber du darfst das Ganze auch nicht mit einem Schulausflug verwechseln." Diese Aussage lässt den Interview-Coach im Hintergrund strahlen. Auf die Frage nach ihrem persönlichen Highlight wird die 25-Jährige zum Kind. Beigeistert erzählt sie vom Außendreh im Phantasialand, in welchem sie die Welt in Westernkostümen erobern durften. In der Maske sitzt ein Ex-Trierer

Ihr Bühnenoutfit hat Anke am Mantelsonntag in Trier erstanden. Jetzt müssen die Klamotten nur noch auf ihre Kameratauglichkeit getestet werden. Vor der Kamera gut "rüber zu kommen" - dieses Gütesiegel erarbeiten sich die Kandidaten gerade. "Ich muss noch lernen, mehr aus mir heraus zu gehen und mich nicht nur auf den Song zu konzentrieren", sagt Anke selbstkritisch. Was sie singen wird, darf sie nicht verraten, aber: "Es ist auf jeden Fall was fürs Herz!" Dabei schwingt Vorfreude mit. Und eine Spur von Nervosität. Kein Wunder, wenn man so knapp vor dem Karrieresprungbrett steht. Ob sie es tatsächlich betreten darf, entscheiden die Zuschauer per Telefon-Abstimmung. Anke hofft, dass ganz Trier einschaltet und ebenso flammenden Lokalpatriotismus zeigt wie sie selbst. Dass sie "ihre Stadt über alles liebt" steht für sie außer Frage. Auf Gegenliebe (rein platonisch natürlich) ist sie bereits in der Maske gestoßen. Dort hat sie nämlich ein "Ex-Trierer" sofort erkannt. Schade, dass er als Mitarbeiter der Produktion nicht anrufen darf.