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Kenner der Trierer Geschichte: Guido Groß ist tot

Guido Groß. TV-Foto: Archiv /Ludwig Hoff
Guido Groß. TV-Foto: Archiv /Ludwig Hoff
Trier. (red) Der Lehrer und Heimatforscher Guido Groß ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Bekannt ist er vielen Schülern als Lehrer am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium, wo er bis 1980 unterrichtete. Den Freunden der Trierer Museen, insbesondere des Rheinischen Landesmuseums und des Städtischen Museums, hat er sich eingeprägt als Fachmann für das 18. und 19. Jahrhundert.

An zahlreichen Ausstellungen hat er mitgewirkt, so in den vergangenen Jahrzehnten an der Goethe-Ausstellung, an der Napoleon-Ausstellung und zur 1848er Revolution. Mehr als zwei Jahrzehnte lang von 1971 bis 1992 hat er als Vorsitzender die Geschicke der Gesellschaft für nützliche Forschungen geleitet. In Würdigung seiner Verdienste wurde er 1993 zum Ehrenvorsitzenden dieser Gesellschaft ernannt. Seine wissenschaftlichen Studien hatte er zeitlebens genau jener Epoche gewidmet, in der vor 200 Jahren die Gesellschaft für nützliche Forschungen gegründet wurde, dem "Trierer Geistesleben unter dem Einfluss von Aufklärung und Romantik (1750-1850)". Auch darüber hinaus fand sein kulturelles und wissenschaftliches Engagement hohe Beachtung, so 1985 durch das Bundesverdienstkreuz am Bande und 2001 durch den Dr.-Erich-Pies-Preis. Zum Ehrenmitglied haben ihn der Verein Trierisch und die Geographische Gesellschaft Trier ernannt.

Für viele Schriften zeichnete er als Autor und Herausgeber verantwortlich. Groß prägte Jahrgänge historischer Zeitschriften, etwa das Kurtrierische Jahrbuch und das Neue Trierische Jahrbuch. Er ist außerdem Co-Autor von zwölf Bänden des Seydlitz-Geografiewerkes.