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Kirche
Kitas geben der Kirche ein Gesicht

Der neue Aufsichtsrat: (von links nach rechts) Mechthild Schabo (Vorsitzende), Ralf Olk (stellvertretender Vorsitzender), Hermann Sonnen, Ursula Steuer (Vertreter der Mitgesellschafter), Georg Binninger und Angela Thelen (Steuerungsbüro Bistum Trier, Vertreter des Mehrheitsgesellschafters).
Der neue Aufsichtsrat: (von links nach rechts) Mechthild Schabo (Vorsitzende), Ralf Olk (stellvertretender Vorsitzender), Hermann Sonnen, Ursula Steuer (Vertreter der Mitgesellschafter), Georg Binninger und Angela Thelen (Steuerungsbüro Bistum Trier, Vertreter des Mehrheitsgesellschafters). FOTO: Bistum Trier
Trier. „Auch in den neuen Pfarreien der Zukunft werden unsere Kitas der katholischen Kirche ein Gesicht vor Ort geben“: Das betonte Generalvikar Ulrich Graf von Plettenberg bei der Gesellschafterversammlung der katholischen Kita gGmbH Trier. red

Bei der Versammlung im Robert-Schuman-Haus wurden die aktuellen Zahlen vorgestellt: In 151 Einrichtungen mit 13 008 Betreuungsplätzen beschäftigt der Träger 3322 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Die Zahl der Betreuungsplätze stieg im Vergleich zu 2017 um 139, insgesamt entfielen 24,6 Prozent auf Kinder unter drei Jahren, berichtet Geschäftsführer Konrad Berg. Der Trend der letzten Jahre zu einem stärkeren Bedarf an Ganztagsplätzen war auch weiterhin zu beobachten: Die Zahl stieg noch einmal leicht von 63,9 auf 65,1 Prozent. Von den 3322 Mitarbeitern, die zum Stand September 2018 in den Einrichtungen beschäftigt sind, seien 95 Prozent Frauen und nur 5 Prozent Männer; über die Hälfte arbeite in Teilzeit (65 Prozent).

Eine entscheidende und dringliche Herausforderung sei nach wie vor der Fachkräftemangel, betont Berg: „Wir haben derzeit 134 Unterstützungskräfte, die wir aber wegen den Vorgaben des Gesetzgebers an die Qualifizierung der pädagogischen Fachkräfte nur maximal ein halbes Jahr beschäftigen können.“

Die Teilzeitkräfte seien schon jetzt sehr hilfsbereit und flexibel, wenn es um zusätzliche Stunden gehe, aber dies sei keine dauerhafte Lösung. „Was auf dem Markt ist reicht nicht, und gleichzeitig wird immer mehr qualifiziertes Personal gebraucht“, pflichtet Geschäftsführerin Cordula Scheich ihrem Kollegen bei. Es brauche somit nicht nur einen höheren Betreuungsschlüssel für die Einrichtungen, sondern auch eine Steigerung der Attraktivität des Berufsfeldes.

Die Themen Kinderschutz und Kinderrechte stünden ganz oben auf der Agenda, betont Mechthild Schabo als Aufsichtsratsvorsitzende. „Derzeit wird ein Bistumsrahmenschutzgesetz erarbeitet, das das Bundeskinderschutzgesetz und Kinderrechte vereint.“

Generalvikar von Plettenberg spricht im Rahmen der Versammlung über die Rolle der Kindertageseinrichtungen für die Umsetzung der Synode. „Unsere Kindertageseinrichtungen sind für das Bistum sehr wichtig, denn hier können wir unserer Sendung und unserem Auftrag, direkt bei den Menschen zu sein, gerecht werden. Unser Personal nimmt dabei nicht nur einen pädagogischen, sondern auch einen pastoralen Auftrag wahr. Entgegen der häufig geäußerten Kritik, wollen wir als Träger nicht Familien für uns rekrutieren. Aber unsere Mitarbeiterinnen sind da, wenn Eltern und Verwandte ihre Kinder holen und bringen, sie sind oft die erste Anlaufstelle bei Problemen. Und das ist gelebte Seelsorge, das ist der diakonische Auftrag von Kirche!“, unterstreicht der Generalvikar.

Dabei gelte ihre Fürsorge allen Kindern und Eltern, egal ob sie katholisch seien, einer anderen Religion angehörten oder überhaupt nicht gläubig seien. Auch in der Pfarrei der Zukunft bleibe die Kita ein Ort der Vernetzung.

Den Abschluss der Versammlung bildete die Neuwahl eines Aufsichtsratsmitglieds aus den Reihen der Gesellschafter: Hermann Sonnen gehört nun neben Ralf Olk, Angela Thelen, Georg Binninger, Mechthild Schabo und Ursula Steuer dem Gremium an.

Weitere Informationen zur katholischen Kita gGmbH gibt es online unter
www.kita-ggmbh-trier.de