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Klangwelten im Kopf und viel Rhythmus im Blut

Meike Garden mit ihren musikalischen Freunden, einem Percussionensemble und dem Jazz- und Pop-Chor Trier.
Meike Garden mit ihren musikalischen Freunden, einem Percussionensemble und dem Jazz- und Pop-Chor Trier. FOTO: Veranstalter/Lars Eggers
Trier. Ein Fest der Klänge versprachen die Sängerin Meike Garden und zahlreiche Musiker, die sie für ein Benefizkonzert zugunsten eines afrikanischen Schulprojekts in der Reichsabtei St. Maximin um sich geschart hatte, dem Publikum. Die mehr als 250 Zuhörer wurden am Samstagabend nicht enttäuscht.

Eine ehemalige Grand Prix Eurovision-Teilnehmerin in Trier (der TV berichtete) - das macht Musikfreunde natürlich neugierig. Und so lauschen mehr als 250 Zuhörer am Samstagabend in der ehemaligen Abteikirche ihrem Konzert und dem ihrer zahlreichen musikalischen Freunde. Mit drei Songs gibt Meike Garden eine Vorschau auf ihr erstes Album, das im Herbst erscheint. Ob inspiriert von irischem Folk, im Gospel-Groove oder - mit Fred Noll an der Trompete - einfühlsam und mit verträumtem Blick in die Sterne - die 37-Jährige empfiehlt sich am Flügel dem Publikum als experimentierfreudige Musikerin, die sich zwar nicht in eine Stilschublade einordnen lassen will - die aber doch ihren eigenen Mix gefunden hat. Stimmliche und stimmige Unterstützung findet die gebürtige Hessin und seit Januar Neu-Triererin in einem kleinen, aber feinen Chor aus der Region Trier, dessen bisher noch eher unbekannte Gesangstalente mit Michael Jacksons "Man in the Mirror" oder einem Solo zu John Lennons "Imagine" (Solist Tobias Wagner) einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Aber Meike Garden hat bereits einige musikalische Freunde in der Region gefunden, und so entführt die sechsköpfige Trierer Akustikband Siánye das Publikum mit mehreren Songs in weltmusikalische Sphären. Die mal verträumte, mal düstere, mal wilde Mischung kommt bei den Zuhörern sehr gut an. Seine Fortsetzung findet der Streifzug durch die Welt mit einem semi-klassischen indischen Tanz, gekonnt präsentiert von Kuvenee Sriskandarajah.

Mit "Scarborough Fair" und "Sealed with a kiss" steuert der noch recht junge Jazz- und Pop-Chor Trier zwei wohlbekannte Stücke bei und unterstützt Meike Garden mit Background-Vocals bei einem ihrer neuen Stück. Mit "African Call" unterstreicht der Chor unter der Leitung von Thomas Rieff nicht nur das Benefizthema des Abends, sondern erntet für die fetzige Aufführung auch viel Applaus. Für die passende Begleitung sorgt das Percussion-Trio Fred Noll, Thiago Oliviera & Stefan Schoch. Und die Trommler Behnam Hassani, Thiago Oliveira & Ayoube Alouane bringen dann noch mehrmals richtig Rhythmus in den Abend. Den nimmt das Publikum dankbar auf und lässt sich auch gerne stimmlich mit ins Geschehen einbinden.

Zwischendurch immer wieder mit einer positiven Ausstrahlung und einer enormen Präsenz Meike Garden am Flügel, im New-Soul-Duett mit Christina Haferkamp und beim einfühlsamen Duett zu "Can you feel the love tonight" mit Mara Fermer. Man sieht es der Hauptakteurin an, dass sie sich pudelwohl und relaxt fühlt, so mittendrin, umgeben von Freunden.

Spätestens bei "Swing low, sweet Chariot", dem großen, stimmkräftig vom Jazz- und Popchor untermalten Finale, hält es im Publikum nur noch wenige auf den Stühlen. Und so ist der Abend eine stimmige musikalische Weltenreise mit einem Stilmix aus Soul, Pop, Gospel und Weltmusik. Das Publikum dankt es den Mitwirkenden mit stehendem Applaus.

Der Reinerlös des Abends kommt einem Schulprojekt in Burundi zu Gute. Fans von Meike Garden dürfen gespannt sein. Am 12. Oktober gibt die Sängerin in der Trierer Tuchfabrik ein Konzert. (j.e.)