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Kleine Humbolde und die Schwerkraft

Die Jungforscher experimentieren mit einer Murmelbahn. So lernen sie Naturgesetze kennen. TV-Foto: Christine
Die Jungforscher experimentieren mit einer Murmelbahn. So lernen sie Naturgesetze kennen. TV-Foto: Christine
Trier. In fünf Lernwerkstätten in der Region forschen derzeit die "Kleinen Humbolde": Kindergarten- und Grundschulkinder lernen bei diesem Projekt Naturgesetze kennen. Aus Trier sind die Kita Haus Tobias und die Grundschule St. Peter in Ehrang mit dabei. Christine Cüppers

Trier. Wie stellt man verschiedene Klötze einer Murmelbahn so zusammen, so dass die Murmeln ihren Weg durch die Gänge finden und am Ende der Bahn rauskommen? Diese Frage beschäftigt 17 Kinder aus der integrativen Kindertagesstätte Haus Tobias in Quint und aus der Klasse 1a der Grundschule St. Peter Ehrang. Es ist Forschertag in der Grundschule.
Die kleinen Gäste aus Quint reisen mit ihren Erzieherinnen an, tollen mit den Großen in der Pause über den Schulhof und werden dann mit ihren Partnern aus der ersten Klasse zu "kleinen Humbolden". So der Titel des Projekts zwischen Kindergarten und Grundschule mit fachlicher Betreuung durch die Universität. Eingerichtet wurde es von der Nikolaus-Koch-Stiftung und der Deutschen Kinder- und Jugend-Stiftung. Projektstandorte sind neben Trier Bitburg, Kenn, Kleinich und Kyllburg.
"Das ist eine wunderbare Sache, die unser ganzheitliches Konzept ergänzt", lobt Haus-Tobias-Leiterin Susanne Fuchs. Betreuerinnen und Kinder beider Einrichtungen wollen die Werkstatt fortsetzen, wenn die Förderung im Sommer endet.
Das Besondere beschreibt die sechsjährige Caroline so: "Wir erforschen Sachen." Dabei wird von den "Großen" nur der Rahmen vorgegeben. Bei ihren Treffen, die alle mit einer Sing- und Erzählrunde anfangen und enden, nähern sich die Kinder ganz ohne den "pädagogischen Zeigefinger" dem Forschungsobjekt.

Spielerisch Schule kennenlernen


Verschiedene Lernziele sind dennoch in dem Konzept "versteckt". Gemeinschaft soll erlebt, Selbstbewusstsein in der Gruppe gestärkt und Interesse an unterschiedlichen Materialien geweckt werden. Die Kinder lernen, Handlungspläne zu entwickeln, umzusetzen und zu kommunizieren. Denn zunächst müssen sie sich in jeder Gruppe einigen, wie sie ihre Kugelbahn bauen wollen. Für die Vorschulkinder aus der Kita gibt es zudem noch den Effekt, dass sie auf spielerische Weise in das System Schule hineinschnuppern können.
Die Mädchen und Jungen finden es "superspannend", sich auf den Spuren des großen Forschers Alexander von Humboldt zu bewegen. Lukas hat das Thema Wasser am besten gefallen. "Da haben wir rausgefunden, welche Materialien schwimmen können." Auch Chantal ist begeistert: "Unsere Murmelbahn war sooo schnell!", berichtet die Fünfjährige fasziniert.
Zum Ende der Forscherstunde dürfen alle ihre Kugelbahn-Bauwerke vorführen und bewundern lassen. Und das Ergebnis fürs Forscher-Tagebuch? Keines, entscheiden die "Humbolde". Und auch das passt genau ins Konzept der freien Forschung.