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Kürenz sagt Ja zu Plänen der SWT

FOTO: Ludwig Hoff (LH) ("TV-Upload Hoff"
Trier-Kürenz. Das geplante Projekt "Energie- und Technikpark Trier" inklusive Nutzung des ehemaligen Geländes der Papierfabrik Ehm durch die Trierer Stadtwerke wurde bei der Ortsbeiratssitzung in Trier-Kürenz vorgestellt - und fast einstimmig vom Ortsbeirat abgesegnet. Ludwig Hoff

Trier-Kürenz. Kritischen Fragen musste sich Stefan Leist vom städtischen Planungsamt bei der Ortsbeiratssitzung in Trier-Kürenz nicht stellen. Denn die Zustimmung des Rats zum Bebauungsplan BK 28N-1 "Energie- und Technikpark Trier" ist groß.
Zentrales Vorhaben des Bauprojekts: Die Stadtwerke Trier (SWT) verlassen ihren Stammsitz in der innerstädtischen Ostallee und ziehen mit ihren technischen Abteilungen auf das Gelände der ehemaligen Papierfabrik Ehm in Trier-Kürenz um (der TV berichtete). Was noch fehlt, ist der Bebauungsplan, der zurzeit aufgestellt wird.
Eine erste Hürde nahm der Planentwurf mit der Zustimmung des Ortsbeirats Trier-Kürenz (acht Ja-Stimmen, eine Nein-Stimme, drei Enthaltungen).
Von großem Interesse bei den Ratsmitgliedern war die geplante Verkehrserschließung des Geländes. Diese soll über zwei Zufahrten erfolgen: zum Einen von der Kürenzer Tabaksmühle kommend und zum Anderen von der Ruwerer Straße/Loebstraße in Trier-Nord aus.
Nur für Radfahrer



Dabei ganz wichtig: Beide Zufahrten enden auf dem privaten SWT-Gelände. Will heißen, Durchgangsverkehr - etwa als störungsfreie Abkürzung ohne viel Gegenverkehr - sei damit ausgeschlossen. Zumindest für den motorisierten Verkehr, erklärte Stefan Leist auf Nachfrage von Ortsvorsteher Bernd Michels (CDU). Fahrradfahrer können die neue Trasse, die zum Teil über den bereits bestehenden Radweg führt, weiterhin nutzen. Der Weg führt vorbei am künftigen SWT-Standort, erhalten bleibt die parallel zu den Gleisen vorhandene Verbindung zwischen Trier-Kürenz und Trier-Ruwer, erläuterte Leist.
Für Adele Lösel ist diese Lösung "eigentlich Blödsinn". Der Grund: Die CDU-Frau hatte sich für den Autoverkehr eine Verkehrsentlastung für Alt-Kürenz erhofft. Die Erschließung für die SWT-Belange erfolge für die wenigen hier lebenden Bewohner selbstverständlich kostenneutral, erläuterte Stefan Leist das "zukunftsfähige Projekt". Anders sehe die Sache aus, wenn in einem zweiten Abschnitt die Erschließung weitergeführt werde in Richtung Ruwer entlang der dort vorhandenen Bebauung. Dies werde eine "erstmalige Herstellung" sein, an der die dortigen Anwohner finanziell beteiligt werden müssten.
Einen weiteren Schwerpunkt in der Ortsbeiratssitzung war die "Wohnraumsituation asylbegehrender Menschen in Trier". Die "immense Herausforderung für Trier" geht laut Stadtteilchef Bernd Michels nicht an Kürenz vorbei. Man sei aber gut aufgestellt: Zwar würden die vorgesehenen 24 Wohnungen in der Burgunderstraße wegen zu großer Baumängel verschiedener Gebäude nicht mehr hergerichtet, dafür würden in der Louis-Pasteur-Straße 20 Wohnungen schon in Kürze zu beziehen sein.
Drei Gruppen mit je 12 minderjährige Flüchtlingen, die ohne ihre Eltern nach Trier gekommen sind, werden laut Michels im Verwaltungsgebäude des leer stehenden Walzwerkes in Alt-Kürenz untergebracht.
Wo die Stadt weitere dringend benötigte Wohnungen hernehmen will, werde in den nächsten Wochen und Monaten eine spannende Frage sein, wenn von bis zu 1000 benötigten Wohnungen für Trier auszugehen sei.
Michels: "Ohne sozialen Wohnungsbau geht das überhaupt nicht!" Da sei es sinnvoll, sich nach städtischem Grund und Boden umzuschauen. Womit Michels auch die stillgelegte Turnhalle am Grüneberg im Blick hat - ohne explizit die große Freifläche vor der Halle anzusprechen. In Kenntnis der Bauschäden der Turnhalle (der TV berichtete) erhob der Rat die Forderung in Richtung Rathaus, alle Schritte in die Wege zu leiten, um die für Kürenz stadtteilprägende Halle zu erhalten. 300 000 Euro Sanierungskosten sind dafür bislang kalkuliert.
Keine Lösung für die Orangerie


Wie es finanziell mit der Sanierung der Orangerie im Schlosspark weiter gehen soll, konnte nicht endgültig geklärt werden, trotz Mittel von um die 70 000 Euro für die Jahre 2014 bis 2016. Gut sei, dass die Trier-Gesellschaft das Projekt als förderwürdig anerkannt habe. Beim benachbarten Teehäuschen war sich der Rat einig, eine Innensanierung - zumindest momentan - nicht anzugehen.

Die Werkshallen der ehemaligen Papierfabrik Ehm sollen beim Umzug der Stadtwerke auf das Gelände am Grüneberg teilweise erhalten bleiben.
Die Werkshallen der ehemaligen Papierfabrik Ehm sollen beim Umzug der Stadtwerke auf das Gelände am Grüneberg teilweise erhalten bleiben. FOTO: Ludwig Hoff (LH) ("TV-Upload Hoff"