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Labor statt Bolzplatz

Gruppenbild der Sieger: 79 Teilnehmer aus der Region Trier präsentierten gestern in der Aula der Trierer Fachhochschule ihre Arbeiten. TV-Foto: Friedemann Vetter
Gruppenbild der Sieger: 79 Teilnehmer aus der Region Trier präsentierten gestern in der Aula der Trierer Fachhochschule ihre Arbeiten. TV-Foto: Friedemann Vetter
"Du willst es wissen" - unter diesem Motto beteiligten sich in diesem Jahr wieder Tausende Jugendliche an den bundesweiten "Jugend forscht"-Wettbewerben. 79 Teilnehmer aus der Region Trier präsentierten gestern in der Aula der Trierer Fachhochschule ihre Arbeiten - und hofften nach einer kritischen Begutachtung durch die Jury auf eines der begehrten Tickets für den Landesentscheid. Von unserem Mitarbeiter Kim-Björn Becker

Trier. Die Idee kam bei einem Besuch im 3D-Kino, sagt Fabian Leinen. Der 13-Jährige vom Peter-Wust-Gymnasium in Wittlich ist einer derjenigen, die es geschafft haben: Im Wettbewerb "Schüler experimentieren" - das Pendant von "Jugend forscht" für die unter 15-Jährigen - hat er mit seiner Arbeit im Fachgebiet Physik den ersten Preis geholt und darf sein Projekt Ende April in Ingelheim beim Landeswettbewerb präsentieren. "Bionische Entfernungsmessung mit Hilfe einer Digitalkamera" lautet der Titel der Arbeit.

Für Wettbewerbsleiter Helmut Reis sind die gezeigten Arbeiten in diesem Jahr auf einem "hohen Niveau". Besonders erfreulich sei die ungefähr gleiche Anzahl von Jungen und Mädchen im Teilnehmerfeld - das war in den vergangenen Jahren nicht immer so. "Die Schüler entwickeln bei der Planung und Präsentation ihrer Projekte ein Interesse, das beim regulären Schulunterricht häufig nicht geweckt wird", bilanziert Reis. Und auch Manfred Schmidt von der Patenfirma des Regionalwettbewerbs, dem Unternehmen "Kirsch" aus Trier, zeigt sich positiv überrascht vom Erfindungsreichtum der Nachwuchswissenschaftler und Tüftler.

Zwei gute Arbeiten - zwei Erstplatzierte



In insgesamt sieben Kategorien - Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik und Technik - setzten die Schüler ihre Ideen in die Praxis um. So gab es bei den älteren "Jugend forscht"-Teilnehmern gleich zwei Sieger im Bereich Technik: Martin Ries, Abiturient am Trierer Friedrich-Wilhelm-Gymnasium, entwickelte aus dem Roboterbausatz "Asuro" mit einer eigens programmierten Platine eine sensorgesteuerte Maschine, und Daniel Hassel vom Gymnasium Altenkirchen siegte mit einer selbst entworfenen Apparatur zur digitalen Darstellung akustischer Signale in Form von Wellen.

Die prämierten Arbeiten im Überblick:



Schüler experimentieren:

Arbeitswelt: 1. Christoph Mayer/Luca Maring (Stefan-Andres-Realschule Schweich): "Baumaterial im Feuerhärtetest"; 2. Anna Neyses (Stefan-Andres-Realschule Schweich): "Auf dem Weg zum Passivhaus - Dämmmaterialien im Test" sowie Max Jochem/Yannic Heider (HGT Trier): "Die starke Krankenschwester". Biologie: 1. Julia Monz/Helena Geißler (HGT Trier): "Keltern von Äpfeln als Einblick in das Ökosystem Apfelbaum"; 2. Vanessa Martin/Katharina Kröger (FWG Trier): "Bärchen im Moos" sowie Anna-Josefine und Franziska-Stella Bertram (Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium Schweich): "Die Metamorphose des Distelfalters (Vanessa cardui) in Abhängigkeit von Temperatur- und Lichtverhältnissen". Chemie: Maria Hademer/Marek Götten (Peter-Wust-Gymnasium Wittlich): "Qualität im Unterricht auch aus finanzieller Sicht - Calcium-Nachweise in der Schule"; 2. Martin Kemmer/Lisa Bebelaar (HGT Trier): "Geht's auch günstiger? Indikatorpapier aus haushaltsüblichen Mitteln"; 3. Nikolas Schleeh (Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium Schweich): "ENTVOHEF - Experimente zum entstehenden Volumen bei Hefeteig". Mathematik/Informatik: 1. Max Graf/Leonard Preisler (Peter-Wust-Gymnasium Wittlich): "Hellsehen mit Zahlen"; 2. Pascal Schmitz (MPG): "Das Flussüberquerungsproblem"; 3. Florian Störtz (Peter-Wust-Gymnasium Wittlich): "Travianermöbel - ein serverbasiertes Katalogsystem mit PHP". Physik: 1. Fabian Leinen (Peter-Wust-Gymnasium Wittlich): "Bionische Entfernungsmessung mit Hilfe einer Digitalkamera"; 2. Lars Schmitt/Christoph Mathony/Matthias Scherf (FWG Trier): "Blubb Blubb - Wie Blasen steigen"; 3. Hannah Busert/Melina Boden/Katharina Thiel (Gymnasium Konz): "Flaschen der Lüfte - Steighöhe von Luftdruckraketen".

Jugend forscht:

Biologie: 1. Nele Klein (HGT Trier): "Die Ausbildung eines jungen Pferdes"; 2. Sarah Dietzen (Nikolaus-von-Kues-Gymnasium Bernkastel-Kues): "Kupfer im Boden und die Auswirkungen auf das Pflanzenwachstum"; 3. Dennis Prösch/Anna Monz (AVG Trier): "Schlafapfel". Chemie: 1. Peter Pinski (Lebenshilfe-Werkstatt Trier): "Polarisation, Charge-Transfer und semiempirische molekularische Simulationen"; 2. Michael Stoffel (Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium Schweich): "Vom Most zum Wein; wie beeinflusst der Hefestamm den Sulfitgehalt des Weines?"; 3. Kathleen Engelmann (Nikolaus-von-Kues-Gymnasium Bernkastel-Kues): "Gravimetrische Milchzuckerbestimmung" sowie Alexandra Kirsch (Nikolaus-von-Kues-Gymnasium Bernkastel-Kues): "Sulfit im Wein! Untersuchungen zu Einsatz und zum Gehalt von Sulfit in Weinen". Geo- und Raumwissenschaften: 1. Jonathan Rommelfangen (Gymnasium Konz): "Beobachtungen der Sonne im Weißlicht, im Kalziumlicht und im H-Alpha-Licht während des Aktivitätsminimums"; 2. Carmen Widera (Maria-Ward-Schule Mainz): "CO{-2}-Ausstoß - Maria Ward-Schule, Deutschland und die Welt"; 3. Thomas Beucher/Philipp Fritzen/Aaron Römer (Hauptschule Bernkastel-Kues): "Damit der Bach wieder die Kurve kriegt!". Mathematik/Informatik: 1. Lisa Maria Kreußer (Gymnasium Nieder-Olm): "Fehler korrigierende Codes"; 2. Eva Gerstenberger (Maria-Ward-Schule Mainz): "Kneipenmathematik"; 3. Matthias Leinen (MPG Trier): "Zerteilung der Ebene". Technik: 1. Daniel Hassel (Gymnasium Altenkirchen): "Digitalisierung und Fourieranalyse eines analogen Signals mittels selbst entwickelter Hard- und Software" sowie Martin Ries (FWG Trier): "ASURO - ein Roboter"; 2. Lukas Palm (Bischöfliches Willigis-Gymnasium Mainz): "Bau einer Wetterstation" sowie Matthias Maas (Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium Schweich): "Digiback.M(acro) - Ein selbstentwickeltes digitales Aufnahmegerät für analoge Spiegelreflexkameras"; 3. Tobias Menden (Gymnasium Nonnenwerth, Remagen): "Bau und Auslegung einer Funkfernsteuerung für ein Modellboot". Hintergrund: Die Wettbewerbe Ihren Ursprung finden die Wettbewerbe in einem Aufruf des "Stern"-Chefredakteurs Henri Nannen im Jahr 1965. 244 Jungen und Mädchen nehmen im ersten Durchgang teil. 1969 wird der "Schüler experimentieren"-Wettbewerb für die unter 15-Jährigen eingeführt. Seit 1975 wird "Jugend forscht" von einer Stiftung getragen, welche von der Bundesregierung unterstützt wird, seit 1977 ist der Bundespräsident Schirmherr der Wettbewerbe. Die Wettbewerbsrunde 2008 brachte einen Rekord: Über 10 000 Jungforscher meldeten sich an.(kbb)