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Neubau in Trier-Ruwer bis 2021 schwer vorstellbar

Infrastruktur

Zur Berichterstattung über die derzeitige Standortverlagerung der Kindertagesstätte Trier-Ruwer nach Waldrach:

Als Mutter von zwei Kindern (5 und 8 Jahre) erinnere mich an die Schließung der Kita in Ruwer, als ob es gestern war. Als die Kinder noch fröhlich Karneval feierten, holten wir Eltern sie mit betroffenen Gesichtern ab. Die Schließung war ein Schock. Dies war aber nicht vor einigen Tagen, sondern vor vier Jahren! Der Bericht suggeriert, dass die Auslagerung nach Waldrach eine gute Lösung sei. Natürlich, es hätte viel schlimmer kommen können, doch das als „göttliche Fügung“ bezeichnete Ausweichquartier „beinahe in Sichtweite“ birgt viele Belastungen.

Die „Sichtweite“ beträgt 6 Kilometer – pro einfache Strecke! In den letzten vier Jahren fuhr eine Familie hochgerechnet 12 000 Kilometer. Auf 76 Familien hochgerechnet sind das etwa 900 000 Kilometer. Die wirtschaftliche und zeitliche Zusatzbelastung ist kaum tragbar! Der für die Kinder kostenlose Bustransfer ist für die meisten Berufstätigen aufgrund der Abfahrtszeit keine echte Alternative.

Auch für viele (kleine) Kinder ist dieser nicht unproblematisch, so dass er nur von wenigen Familien genutzt werden kann. Es gibt gut funktionierende Fahrgemeinschaften, doch auch diese sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Zum Ausweichquartier: Die viel zu kleinen Gruppenräume und die Turnhalle sind nicht mit ausreichender Schalldämmung ausgestattet, was eine enorme Gesundheitsbelastung darstellt. Die Toiletten sind sanierungsbedürftig und die Fußböden besonders im Winter kalt. Diesen widrigen Bedingungen wird von den Erzieherinnen mit größtem Bemühen entgegengewirkt, doch es scheint wie ein Kampf gegen Windmühlen.

Es gibt eine Rutsche, die vom Förderverein in Ruwer abmontiert und in Waldrach aufgebaut wurde. Auch der Sandkasten wurde eigenhändig  gefüllt. Das Außenmobliar für die Kinder finanzierte ebenso der Förderverein. Die Schaukel stellte sich irgendwann als marode heraus. Es dauerte nun knapp zwei Jahre (!), bis eine neue aufgestellt werden konnte. Schwer vorstellbar, dass bis Anfang 2021 ein ganzer Neubau aus dem Boden gestampft werden soll.

Wo früher bei Personalausfall einfach Kolleginnen von einer Gruppe in die andere wechseln konnten, müssen auch diese nun zwischen den beiden Standorten hin- und herfahren.

Die räumliche Trennung ist sicherlich auch eine Herausforderung für Absprachen und das generelle Teamgefüge.

Verena Bergsdorf, Trier-Ruwer