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So macht man den Beruf des Winzers kaputt

Wein

Zur Weinkolumne „Auslese – Ein Auf und Ab der Preise“ (TV vom 23./24. Februar):

Mit großem Erstaunen habe ich gelesen, dass die Großkellereien dem Winzer einen Euro für Riesling-Qualitätsweine und 75 bis 80 Cent für andere Weine zahlen. Das ist der Preis von einem Liter Milch im Supermarkt.

Es ist doch erschreckend, wenn man sich anschaut, welchen Preis man dann im Supermarkt für diese Weine bezahlen muss. Der Winzer ist also der, der am wenigsten an dem Produkt verdient! Und dann wundert man sich, dass immer weniger Kinder den Weinbaubetrieb von ihren Eltern übernehmen wollen.

Ich bin in einem Winzerdorf aufgewachsen und weiß, wieviel Mühe und Arbeit eingesetzt werden müssen, um einen guten Wein zu produzieren. Der Preis von einem Euro für einen Liter Riesling-Qualitätswein ist ein Skandal! So wird man auf längere Sicht den Winzerberuf kaputt machen.

Hans-Werner Thesen, Kenn