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Luxemburg bestätigt: Trierer Oberbürgermeister wird neuer Honorarkonsul

Trier/Luxemburg. Bisher hat man sich im Außenministerium in Schweigen gehüllt. Nun bestätigt Luxemburgs Chefdiplomat Jean Asselborn: Klaus Jensen wird neuer Honorarkonsul in Trier. Der Sozialdemokrat folgt 2015 auf den Unionsmann Franz Peter Basten. Marcus Stölb

Noch muss der Großherzog mit der Personalie befasst werden, und auch das Auswärtige Amt in Berlin wird involviert sein: Bevor Klaus Jensen offiziell zum neuen Honorarkonsul Luxemburgs in Trier ernannt werden kann, sind gewisse Regularien einzuhalten. Man müsse bestimmte protokollarische Formen wahren, formuliert es Jean Asselborn, um sogleich zu ergänzen: "Aber ich kann schon jetzt sagen: Herr Jensen soll es werden."

Der Außenminister ist froh, mit dem noch amtierenden Trierer Oberbürgermeister jemanden gefunden zu haben, "der sich in Luxemburg und in der Region hervorragend auskennt" - und der einen Namen hat. Offenbar gestaltete sich die Suche nach einer geeigneten und überzeugenden Persönlichkeit in den vergangenen Jahren nicht ganz einfach, denn eigentlich endete die Amtsperiode des derzeitigen Honorarkonsuls bereits vor zwei Jahren.
"Ich bin schon deutlich über der Zeit", erklärte Franz Peter Basten am Dienstag dem Trierischen Volksfreund. Fünf Jahre hätte der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete das Amt bekleiden sollen, schon 2007 hatte Basten die Aufgabe übernommen. Doch 2012 baten die Luxemburger Basten dann, erst einmal weiterzumachen, bis man einen Nachfolger gefunden habe. "Das habe ich gerne getan", berichtet der Mehringer.

Zwei Jahre sollte Basten in die Verlängerung gehen. Im kommenden Jahr sei aber nach dann acht Jahren endgültig Schluss, kündigt der 70-Jährige an. Basten rechnet damit, dass Jensen ihm im Juni 2015 nachfolgen wird. Dessen Amtszeit als OB endet Ende März.

Als Honorarkonsul wird der Sozialdemokrat auch die wirtschaftlichen und finanziellen Interessen des Großherzogtums vertreten. In Zeiten immer neuer Enthüllungen über Steuersparmodelle für ausländische Konzerne im Nachbarland eine durchaus pikante Aufgabe für den SPD-Mann. Doch weiß Jensen auch, wie sehr Stadt und Region von ihrer Nähe zu Luxemburg profitieren. Eigene finanzielle Interessen spielen bei der Berufung übrigens keine Rolle: Für seine Tätigkeit erhält ein Honorarkonsul keinerlei Salär, vielmehr handele es sich um ein reines Ehrenamt, betont man im Außenministerium. Extra


Das Amt des Honorarkonsuls: Außer mit seiner Botschaft in Berlin ist das Großherzogtum derzeit mit neun Honorarkonsulaten in Deutschland vertreten. Die Hauptaufgaben des Honorarkonsuls bestehen in der Assistenz luxemburgischer Staatsbürger, der Vertretung Luxemburger Interessen in kommerziellen und finanziellen Fragen sowie der Förderung der kulturellen Zusammenarbeit zwischen Luxemburg und der Region Trier. Das Honorarkonsulat hat seinen Sitz in der Industrie- und Handelskammer im Norden Triers.