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Luxusgetränk für asiatischen Markt

Gerüttelt, nicht gerührt: Kellermeister Peter Jostock verpackt den in der in der Gilbertstraße hergestellten Sekt, der vor allem in den Export geht.Foto: Jutta Edinger
Gerüttelt, nicht gerührt: Kellermeister Peter Jostock verpackt den in der in der Gilbertstraße hergestellten Sekt, der vor allem in den Export geht.Foto: Jutta Edinger
TRIER-SÜD. Imposant, aber ein wenig verlassen wirkt das Gebäude der ehemaligen Kellerei Förster in der Gilbertstraße. Doch darin ist immer noch Leben: Hier reift Wein von der Mosel bei der Saar-Mosel-Winzersekt GmbH (SMW) ganz wie in der Champagne zu feinem Sekt. ARRAY(0x73ca5400)

In einem kleinen Kreis von Winzern an Saar und Mosel entstand 1983 die Idee, in eigener Regie aus ihren Weinen von Riesling und Elbling Sekt herzustellen. 32 Weingüter schlossen sich zusammen und gründeten die Erzeugergemeinschaft Saar-Mosel-Winzersekt. Aus ausgewählten Grundweinen wollten sie Sekt ausschließlich nach der klassischen Flaschengärung - der Méthode champenoise - herstellen. Damit entschieden sich die Weinerzeuger gegen die modernen Methoden der Sektherstellung in großen Tanks. Der Erfolg der ersten Produktion bestärkte die Winzer und bewog sie, in größeren Dimensionen zu denken. Als das Gebäude der Kellerei Förster in der Gilbertstraße 1984 zum Verkauf stand, kaufte die Erzeugergemeinschaft die große, 1904 im Jugendstil erbaute, Anlage. "Wenn wir dieses denkmalgeschützte Gebäude damals nicht gekauft hätten, wäre es vermutlich abgerissen worden, um Platz für neue Wohnhäuser zu schaffen", spekuliert Adolf Schmitt, Geschäftsführer der Saar-Mosel-Winzersekt. Das Gebäude mit seiner zweigeschossigen Unterkellerung war ideal für die lange Lagerzeit des Sekts. Jedoch musste die SMW 1,2 Millionen Euro in die Sanierung des Gebäudes stecken. Der Sekt wird während des gesamten Herstellungsprozesses in der Flasche belassen. Durch Rütteln in Handarbeit wird die Hefe auf natürliche Weise abgesetzt, und auch das Enthefen geschieht in Handarbeit. Neun Mitarbeiter beschäftigt die SMW. 1983 war die eigene Sektherstellung für die Winzer im Anbaugebiet Saar-Mosel-Ruwer noch eine ganz neue Vorstellung. Erst danach gingen viele Mosel-Winzer dazu über, selbst Sekt herzustellen. Heute sind 120 Weingüter aus dem Saarland, von der Ober- und Untermosel Miteigentümer der Saar-Mosel-Winzersekt GmbH.Hohe Auszeichnungen für den SMW-Sekt

Das Hauptabsatzgebiet des regelmäßig mit hohen Auszeichnungen geehrten Sektes ist das Ausland. Dort werden 60 Prozent des Umsatzes erzielt. In Asien, vor allem in Japan und Singapur, und in Skandinavien finden sich Käufer für den Sekt aus Trier-Süd. In Deutschland beliefert die SMW den Fachhandel und die gehobene Gastronomie. 1,5 bis 2 Millionen Euro Umsatz macht die Kellerei. Doch: "Die Verkaufszahlen gehen zurück", sagt Geschäftsführer Schmitt. Er setzt in der Rezession immer mehr auf den Export und das Erschließen neuer Märkte. Als einziger Gewerbebetrieb im Wohngebiet hat es das Unternehmen nicht leicht. "Die Anbindung ist schlecht", klagt der Geschäftsführer. Jeden Tag kommt drei bis vier Mal ein Lastwagen in die Kellerei, alle drei bis vier Wochen ein See-Container. Doch Parken ist in der Gilbertstraße - einer Anwohnerstraße - ein Problem. Um einen Anwohnerparkschein bemüht sich der Unternehmer vergeblich. "Unser Betrieb macht keinen Lärm, es gibt keine Emissionen. Wir wünschen uns bessere Parkmöglichkeiten und einen neuen Straßenbelag", erklärt Schmitt.