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Weihnachtsmarkt
Märchenhafte Stimmung im Trierer Brunnenhof (Fotos)

Ob das wohl der richtige Nikolaus ist, der sich im Brunnenhof unter die Besucher gemischt hat?
Ob das wohl der richtige Nikolaus ist, der sich im Brunnenhof unter die Besucher gemischt hat? FOTO: Karin Pütz
Trier. Der Sterntaler-Weihnachtsmarkt im Trierer Brunnenhof ist in der Adventszeit immer noch ein Geheimtipp für Einheimische und Gäste. Von Karin Pütz

Der Trierer Weihnachtsmarkt zählt zu einem der schönsten in ganz Deutschland, das ist unumstritten. Umso besser, dass quasi nur ein Steinwurf davon entfernt für drei Tage ein weiterer Weihnachtsmarkt einlädt, dessen Besuch sich lohnt. Denn während sich auf dem Hauptmarkt und dem Domfreihof massenweise Menschen um die Verkaufshäuschen und die Glühweinstände drängeln, ist die Stimmung beim Sterntaler-Weihnachtsmarkt im Brunnenhof wesentlich beschaulicher.

Statt in hübsch geschmückten Holzhäuschen werden hier unter weißen Zeltpavillons die Waren angeboten, die von den Besuchern in Ruhe bestaunt, angefasst, verkostet und gekauft werden können. Es herrscht Betrieb, aber kein Gedränge. Glücklicherweise ist die Veranstaltung der Kulturkarawane noch immer ein Geheimtipp.

Neben dem entspannten Konsum von Glühviez, Glühwein und Kulinarischem geht es hier vor allem um die Stimmung: Die alten Mauern rund um den Brunnenhof sind in Lichter getaucht, immer wieder schauen die Menschen bewundernd nach oben, wo die Steine der Gemäuer in verschiedenen Farben angestrahlt werden. Je nach Standort wird die Sicht auf eine kleine Ecke der dezent beleuchteten Porta Nigra freigegeben, die in den Nachthimmel ragt. Hier ist alles etwas leiser, gemütlicher und besinnlicher als auf dem großen Weihnachtsmarkt.

Auch der Nikolaus zieht hier unspektakulär seine Runden und fast scheint es, dass es der „echte“ sei. Noch märchenhafter wird es, als die Titelmelodie des TV-Klassikers „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ erklingt. Die Besucher halten inne und sehen der Lasershow zu, die auf die Gemäuer projiziert wird: Große Schneeflocken aus Licht rieseln über die Mauern, Kinder staunen mit offenem Mündern und bewundern den riesigen Mond am Gemäuer des Simeonstifts, der für einige Minuten zu sehen ist, bevor andere Lichteffekte erscheinen. Ein magischer Moment, der die Vorfreude auf Weihnachten bringt.

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Sterntaler-Weihnachtsmarkt FOTO:

  Auch Sören Landmann aus Trier ist begeistert, regt aber an: „Im Rahmen der Nachhaltigkeit wäre es  schön, wenn es weniger Einweggeschirr gäbe.“ Müllvermeidung ist auch das Stichwort beim Mutter-Tochter-Gespann Ulla und Celina Henning. Die gebürtigen Triererinnen leben seit einigen Jahren in Erlangen und bieten an ihrem Stand „Gestricktes und Genähtes“ an. „Eine alte Jeans wird bei uns nicht weggeworfen, sondern zum Beispiel zu einem Rock umgearbeitet“, erzählt Ulla Henning. Früher nannte man das „Aus Alt mach Neu“, heute lautet das Zauberwort „Upcycling“.

Auch alte Enid-Blyton-Jugendbücher haben die beiden umgestaltet zu Kalendarien für 2019. Zwischen all den professionellen Anbietern von Likören, Lampen, Traubenkernkissen und Gewürzpasten übersieht man fast den winzigen Verkaufstisch von Jezebel Arnoldi. Die 20-Jährige bietet selbst gebackene vegane Süßigkeiten an. Sie ist zum ersten Mal auf dem Sterntaler-Weihnachtsmarkt und ist guter Dinge: „Die Leute sind sehr interessiert“, erzählt sie und erklärt ihre Motivation, hier ohne Überdachung und Heizpilz auszuharren: „Ich freue mich, wenn ich den Leuten gesunde Süßigkeiten verkaufen kann.“

Wer jetzt Lust auf einen Besuch des Sterntaler-Weihnachtsmarkts bekommen hat, muss Geduld haben.  Erst im kommenden Jahr verzaubert er wieder für drei Tage den Brunnenhof.