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Stadtentwicklung
Elf Millionen Euro: Es tut sich was in Trier, nicht nur im Westen

Elf Millionen Euro sind gut für die Laune (von rechts): Baudezernent Andreas Ludwig, Sozialdezernentin Elvira Garbes, Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Oberbürgermeister Wolfram Leibe, ADD-Präsident Thomas Linnerz und Rainer Lehnart (Ortsvorsteher Feyen/Weismark).
Elf Millionen Euro sind gut für die Laune (von rechts): Baudezernent Andreas Ludwig, Sozialdezernentin Elvira Garbes, Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Oberbürgermeister Wolfram Leibe, ADD-Präsident Thomas Linnerz und Rainer Lehnart (Ortsvorsteher Feyen/Weismark). FOTO: Rainer Neubert
Trier. Ministerpräsidentin Malu Dreyer überreicht Förderbescheide für wichtige Bauprojekte. Von Rainer Neubert
Rainer Neubert

Viel besser kann der Tag für einen Oberbürgermeister nicht beginnen: „Aufstehen, frühstücken und dann elf Millionen Euro, daran könnte ich mich gewöhnen“, frohlockte Wolfram Leibe gut gelaunt beim ungewöhnlich frühen Termin mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer am Donnerstag in der Sporthalle der Bezirkssportanlage Feyen. Der Ort war bewusst gewählt, denn so konnten alle Beteiligten und Gäste sehen und spüren, warum ein Ersatzneubau für die marode und schlecht isolierte Halle notwendig ist.

Einer der fünf Förderbescheide (siehe Info) im Gepäck der Ministerpräsidentin ist genau dafür gedacht. Möglichst rasch soll nun neben der Halle Spatenstich für die neue Zweifeld-Turnhalle sein. Wenn die steht, wird die alte Halle abgerissen. So soll es auch auf der Bezirkssportanlage Trier-West sein. Denn während der Bauzeit kann nicht auf die für Schul- und Freizeitsport wichtigen Hallenkapazitäten verzichtet werden.

Die Landesregierung wolle gleichwertige Lebensverhältnisse in den Städten und auf dem Land sichern und so den demografischen Wandel aktiv gestalten, machte Dreyer klar. „Wenn eine Stadt wächst, dann wachsen auch die Bedürfnisse. Sport- und Freizeitangebote in den Stadtteilen sind dabei wichtig.“ Dank Städtebau- und Sportstädtenförderung könne Trier trotz der schwierigen Haushaltslage Akzente setzen. Die Stadt habe von Land und Bund seit 1991 insgesamt 68,3 Millionen Euro aus der Städtebauförderung erhalten, nutzte die Ministerpräsidentin den Pressetermin auch für Werbung in eigener Sache.

Nun also elf Millionen: 4,5 Millionen Euro für zwei Sporthallen, 6,5 Millionen für Baumaßnahmen in den Quartieren. „Es geht voran in Trier“, unterstrich auch Oberbürgermeister Wolfram Leibe. Im Mittelpunkt steht dabei derzeit der Stadtteil Trier-West mit zwei wesentlichen Projekten. Die umfassende Sanierung der unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Gneisenaukaserne sei nur dank des Förderprogramms Soziale Stadt möglich, verdeutlichte die zuständige Dezernentin Elvira Garbes. „Wer in einem attraktiven Umfeld lebt, der ist stolz darauf.“ Genau das werde im Gneisenaubering passieren.

Noch deutlich größere Dimensionen hat das Projekt Stadtumbau Trier-West, das unter anderem die Umnutzung der Jägerkaserne, ein neues Ortszentrum und die Neuordnung des Verkehrs in dem Stadtteil beinhaltet. Mehr als 25 Millionen Euro hatte Ministerpräsidentin Malu Dreyer im Sommer 2014 dafür zugesagt. Den Bescheid für eine Tranche von 3,25 Millionen Euro überreichte sie am Donnerstag an die Mitglieder des Stadtvorstands. „Der Stadtumbau läuft gut und wertet den Stadtteil erneut auf.“

Besonders die neue Entlastungsstraße ist ein aufwendiges Großprojekt. Sie soll zwischen Römerbrücke und Konrad-Adenauer-Brücke gebaut werden, parallel zu den derzeitigen Hauptstrecken Luxemburger Straße und Eurener Straße. Nach Aussage von Baudezernent Andreas Ludwig hat die Bahn bereits Strommasten über nicht mehr genutzten Gleisen im Bereich des ehemaligen Hauptbahnhofs versetzt. Nun sollen die notwendigen Grundstücke auf der geplanten Trasse gekauft werden. Zudem werde das derzeit als Stadtumbaubüro nur spärlich genutzte ehemalige Matratzengeschäft am Römerbrückenkopf abgerissen. Dort soll der Zugang für den neuen Haltepunkt der Weststrecke und für die geplante neue Stadtteilmitte gestaltet werden.

Den Förderbescheid für die Sanierung der für ihr Kopfsteinpflaster berüchtigten Luxemburger Straße musste Ministerpräsidentin Dreyer nicht überreichen. Er traf bereits vor einigen Wochen im Trierer Rathaus ein. „Wir starten damit“, versprach Baudezernent Andreas Ludwig. Danach stehe der geplante Kreisverkehr auf dem Programm. „Trier-West wird ein moderner und angesagter Stadtteil.“ Dem wollte niemand widersprechen. Vorbild sei die positive Entwicklung in Trier-Nord. Ministerpräsidentin Malu Dreyer: „Beide Stadtteile sind Beispiele dafür, wie soziale Projekte und Städtebauförderung gemeinsam nachhaltig wirken.“