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Mehr als nur eine Summe

Haben künstlerische Bande zwischen Pfalz und Mosel geknüpft: Irmgard Weber (rechts) und Monika Bozem. TV-Foto: Anke Emmerling
Haben künstlerische Bande zwischen Pfalz und Mosel geknüpft: Irmgard Weber (rechts) und Monika Bozem. TV-Foto: Anke Emmerling
Unter dem Titel "Interferenzen" sind in der Trierer Tufa Malerei, Grafik und Skulpturen von Pfälzer Künstlern zu sehen. Die Ausstellung fasziniert durch ihr schlüssiges Konzept, das individuelle Handschriften zu einer Gesamtheit zusammenführt.

Trier. (ae) "Legt man eine Orange neben eine Zitrone, so hören sie auf Orange und Zitrone zu sein. Sie werden Früchte". Dieses Zitat von Georges Braque liefert ein schönes Bild für das, was "Interferenz", ein aus der Physik entlehnter Begriff, eher abstrakt beschreibt: Synchrone Wellen gleicher Frequenz überlagern und ergänzen sich bei Ausbreitung so, dass sie besonders ausgeprägt werden.Beides trifft den Grundgedanken der aktuellen Schau Pfälzer Künstler in der Tufa. Sie bietet ein breites Spektrum an Malerei, Grafik, Skulptur und Fotografie, zusammengestellt unter dem Blickwinkel eines hohen Qualitätsanspruchs und mit dem Ziel, mehr als nur die Summe von Einzelbeiträgen zu sein. Ziel ist es, zeitgenössische Kunst aus der Pfalz auch über regionale Grenzen hinaus bekanntzumachen. Um das zu untermauern, hat sie der Gruppe den klassisch klingenden Namen "Ars Palatina" gegeben. Die Namensgebung steht am Ende einer langen Entwicklung, die mit Monika Bozems Orientierung über das Kunstschaffen in der Saarpfalz, gezielte Ansprache von Künstlern bis hin zu Freundschaften und gemeinsamer Planung des jetzigen Projekts unter der Schirmherrschaft von Lydia Westrich (Mitglied der Enquete-Kommission) ging.Die Kunst-Ausstellung macht Beziehungen, gegenseitigen Respekt und Freiräume sichtbar. Ausgewogen in Qualität und Verhältnis von Spannung und Ruhe bezieht sie ganz speziellen Reiz daraus, dass keine Form, keine Farbe, keine Struktur ohne Antwort oder Echo bleibt. Auf diese Weise wird das Einzelne zu einem großen Ganzen mit nachhaltiger Wirkung.Die Ausstellung in der Trierer Tuchfabrik läuft noch bis Sonntag, 20. April.