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Spenden
Meine Hilfe zählt: Wenn das Geld für Tierfutter  fehlt

Katzenbesitzer, die nicht genug Geld haben, um  für ihren Schützling das nötige Futter zu kaufen, sind bei der Trierer Tiertafel willkommen.
Katzenbesitzer, die nicht genug Geld haben, um  für ihren Schützling das nötige Futter zu kaufen, sind bei der Trierer Tiertafel willkommen. FOTO: dpa-tmn / Bundesverband für Tiergesundheit
Trier. „Meine Hilfe zählt“: Trierer Tiertafel bittet um Spenden, damit Bello, Mieze und Hansi satt werden und nicht ins Tierheim müssen. Von Katja Bernardy

Kein Tier soll im Tierheim landen oder gar ausgesetzt werden, weil sein Mensch es nicht mehr versorgen kann. Das ist das Ziel der Trierer Tiertafel. Margret Schmitz sagt: „Meine beiden Katzen sind mein Ein und Alles.“ Die Mittsechzigerin hat keine Kinder, keinen Mann, keinen Job, ist krank. Ihr Leben war mal voller Fülle, doch jetzt mangelt es an vielem. Auch an Geld, um regelmäßig Tierfutter kaufen zu können.  So wie in diesem fiktiven Fall geht es einigen  Menschen in Trier.

Deshalb haben engagierte Ehrenamtliche den Verein Trierer Tiertafel gegründet. Seit Dezember vergangenen Jahres können Spender mittwochs zwischen 16 und 18 Uhr Futter in der Aachenerstraße 11 abgeben, oder Bedürftige Futter für Katzen, Hunde, Vögel und Nager abholen.

Die Trierer Tiertafel befindet sich in der Aachenerstraße 11 und ist mittwochs von 16 bis 18 Uhr geöffnet.
Die Trierer Tiertafel befindet sich in der Aachenerstraße 11 und ist mittwochs von 16 bis 18 Uhr geöffnet. FOTO: Katja Bernardy

„Zurzeit kommen durchschnittlich  fünf bis acht Bedürftige jeweils mittwochs zur Ausgabe“, sagt Kathi Krebs. Sie ist erste Vorsitzende des Vereins und stemmt das Projekt gemeinsam mit der zweiten Vorsitzenden und der Kassiererin. Es läuft langsam an, sagt sie. Krebs hofft, dass sich künftig noch mehr Menschen trauen, die Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Die Idee, eine Tiertafel auch in Trier einzurichten, sei dem Beispiel anderer Städte gefolgt. „Jede größere Stadt hat eine Tiertafel, in Trier hat diese noch gefehlt“, sagt Krebs. Armut  nimmt ihrer Meinung nach in Deutschland immer weiter zu und sie findet, dass man helfen muss, um diese etwas zu lindern. „Durch die Weitergabe von Lebensmitteln, wie bei der Tafel für Menschen, oder wie wir es tun, durch die Ausgabe von Futter- und Sachspenden für Tiere bei der Tafel für Tiere.“

Wer kann zur Trierer Tafel gehen? Menschen mit kleiner Rente, Geringverdiener,    Sozialhilfeempfänger,  Hartz-IV-Empfänger und  Obdachlose.

Wer Futter für Bello, Mieze oder Hansi haben möchte, muss sich anmelden. Das heißt, den Personalausweis vorlegen und die Bedürftigkeit nachweisen, indem  Bescheide über Arbeitslosengeld, Grundsicherung, die Rente oder ein Sozialpass vorgezeigt werden. Auch müssen Menschen, die zur Trierer Tiertafel gehen, erst einmal nachweisen, dass sie überhaupt ein Tier besitzen. „Etwa mithilfe von Tierarztrechnungen oder dem Impfpass“, sagt Krebs. Hunde möchte das Trierer Tiertafel-Team bei der Neuanmeldung und dann wieder in regelmäßigen Abständen sehen. Bei Katzen, Vögeln und Nagern reichen Fotos plus Nachweise etwa auch durch Tierarztrechnungen aus.

Auf der Internetseite der Trierer Tiertafel (www. tiertafel-trier.de) steht, dass die Zucht von Haustieren sowie das Sammeln von Tieren, das sogenannte Animal Hording, ausdrücklich nicht unterstützt werden. Auch wem ein Tier zuläuft, wer eins findet oder rettet, wird von der Tiertafel zurückgewiesen. „Ein Tier bei sich aufzunehmen, bedeutet, die Verantwortung für das Leben des Tieres und seine artgerechte Haltung zu übernehmen“, betont Krebs. Dies beinhalte nicht nur Aufmerksamkeit und Zuwendung, sondern eben auch füttern können und dass eine tierärztliche Versorgung gewährleistet wird.

Im Rahmen dieser klaren Regeln, unterstützen die engagierten Ehrenamtlichen diejenigen Tierbesitzer, die schon Verantwortung für Hund oder Katze übernommen hatten, bevor sie in Not geraten waren. „Es ist uns ein Anliegen, dass Menschen sich nicht von ihren geliebten Tieren trennen müssen, weil eine wirtschaftliche Notlage eingetreten ist“, sagt Krebs. Aus diesem Grund opfern die Vereinsmitglieder  einen großen Teil ihrer Freizeit, um bedürftigen Tierbesitzern mit Futterspenden unter die Arme zu greifen.

TV-Leserinnen und -Leser können die Trierer Tiertafel über die TV-Spendenplattform „Meine Hilfe zählt“ unterstützen. Das Projekt  „Spenden für die Tiertafel Trier“ läuft unter der Nummer 62492.

Es werden 500 Euro für Futter benötigt, rund die Hälfte der Summe ist bereits zusammengekommen. Jeder Euro hilft, damit kein Tier  im Tierheim landet oder gar ausgesetzt wird, weil sein Herrchen oder Frauchen es nicht mehr versorgen kann.