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Miet-Erlass für das Bürgerhaus Ehrang

Ratsmitglied Christel Neu und Ortsvorsteher Günther Merzkirch wollen das Haus Niederstraße 142 gerne als Ergänzung zum Bürgerhaus nutzen und deshalb ausbauen. TV-Foto: Friedhelm Knopp
Ratsmitglied Christel Neu und Ortsvorsteher Günther Merzkirch wollen das Haus Niederstraße 142 gerne als Ergänzung zum Bürgerhaus nutzen und deshalb ausbauen. TV-Foto: Friedhelm Knopp
Trier-Ehrang. Der Stadtteil Ehrang soll beim Betrieb seines Bürgerhauses deutlich entlastet werden. Gerne stimmte der Ortsbeirat in seiner jüngsten Sitzung einer Stadtratsvorlage zu, die für Ehrang von einer erheblichen Mietzahlung befreien wird. 30 000 Euro im Jahr können demnach jetzt eingespart werden. Friedhelm Knopp

Trier-Ehrang. Es war eine "historische" Ortsbeiratssitzung, aber ohne jeden Pathos: 15 Jahre hatte Ortsvorsteher Günther Merzkirch die Sitzungen des Ortsbeirats geleitet. Diesmal griff er zum letzten Mal zum Tischglöckchen, um die Debatte zu eröffnen. Merzkirch kandidiert nicht mehr für das Amt - nach den Kommunalwahlen im Mai wird jemand anderes an seiner Stelle sitzen und auch ansonsten die Geschicke Ehrangs lenken.
Dank für den scheidenden Ortsvorsteher gab es nicht nur aus den eigenen Reihen, sondern auch aus den anderen Fraktionen. Tenor: "Der Günther hat in 15 Jahren viel erreicht für Ehrang." Sicher war das nur ein Vorgriff auf noch kommende, offizielle Abschiedsbekundungen, und der Geehrte nahm es freundlich wie gelassen entgegen mit dem Hinweis: "Da gehe ich jetzt in Rente."
Positives für Ehrang war zuvor auch der Tagesordnung zu entnehmen: Etwa beim Punkt "Zuschuss der Stadt Trier an den Träger- und Förderverein Bürgerhaus Ehrang zu den Mietkosten". Der Beschlussvorlage stimmte der Rat gerne zu. Unter der trockenen Ankündigung einer Stadtratsvorlage verbirgt sich ein Betrag von 30 000 Euro, den Ehrang künftig einsparen kann. Hintergrund: Das 2006 eingeweihte und vielfältig genutzte Bürgerhaus ist städtisches Eigentum und aus dem Ortsleben nicht mehr wegzudenken.
Bei seiner Einrichtung sollte das Haus durch den eigens dafür gegründeten Trägerverein unterhalten werden. Zu seiner Finanzierung gründete die Gemeinschaft der Ehranger Vereine seinerzeit eigens eine Stiftung. Ein weiterer Teil der Unterhaltung sollte durch Einnahmen aus Veranstaltungen und Vermietung der Räumlichkeiten bestritten werden. Das Finanzierungsmodell kam aber nie so recht zum Greifen. Teils zahlte die Stadt dazu oder erließ fällige Zahlungen, und der Ortsbeirat sprang mit seinem knappen Ortsteilbudget bei.
Schließlich musste der Förderverein die Notbremse ziehen und kündigte Anfang 2014 eine 25-prozentige Erhöhung der Raummieten an. Mit Benefizveranstaltungen wird versucht, zusätzliche Einnahmen für das Haus hereinzubekommen.
Da bei der Stadt Trier die Bedeutung der multifunktionalen Einrichtung für den Stadtteil bekannt ist, schlägt die Verwaltung vor, den Förderverein Bürgerhaus Ehrang ab 2014 mit einem städtischen Zuschuss von 30 000 Euro zu unterstützen. Der Vertrag zwischen der Stadt und dem Förderverein soll wegen des künftig geänderten Mietverhältnisses neu geregelt werden.
Dem Prinzip Hoffnung folgt ein weiterer Beschluss in Sachen Bürgerhaus: Der Ortsbeirat möchte das ebenfalls der Stadt gehörende Nachbarhaus, Niederstraße 142, innen ausbauen und als Ergänzung für das Bürgerhaus nutzen. Derzeit ist dort in Parterre das Büro der Quartiermanagerin untergebracht. Der Antrag zielt darauf ab, Mittel aus der an sich ausgelaufenen, aber nun verlängerten Aktion "Soziale Stadt" zu erhalten. Wie hoch die Kosten wären, steht derzeit noch nicht fest.
Extra

Weitere Beschlüsse: Pfarrer Sigi Pawlicki und Bernhard Schmidt vom Verwaltungsrat der Pfarrei St. Peter Ehrang informierten den Rat über den beabsichtigten Um- und Ausbau seines Pfarrheims. Außerdem präsentiert wurden Pläne, die von der Schließung bedrohte Kirche Christi Himmelfahrt in ein Kolumbarium (Gebäude zur Urnenbestattung mit Andachtsstätte) umzubauen. Auf Antrag der Grünen soll die Stadtverwaltung beauftragt werden, den mittelalterlich geprägten Sanierungsbereich nördlich der Niederstraße "behutsam" zu überplanen. Ziel seien Lösungsansätze für eine zukunftsfähige Wohn- und Umfeldgestaltung. Die Planung soll der Fachbereich Gestaltung der Fachhochschule Trier verwirklichen. Die vor einigen Jahren durch Feuer zerstörte Fahrradhalle des Schulzentrums Mäusheckerweg soll wieder aufgebaut werden. Kostenvolumen: rund 315 000 Euro. Einstimmig hat der Rat einer entsprechenden Stadtratsvorlage zugestimmt. f.k.