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Mit Konsequenz und Liebe

So sieht sich Marika Wahlen am liebsten: Umgeben von Kindern, für deren Anliegen sie immer ein offenes Ohr hatte. Die Leiterin der Kindertagesstätte Liebfrauen ist nun nach 42 Jahren in den Ruhestand verabschiedet worden. TV-Foto: Dorothee Quaré
So sieht sich Marika Wahlen am liebsten: Umgeben von Kindern, für deren Anliegen sie immer ein offenes Ohr hatte. Die Leiterin der Kindertagesstätte Liebfrauen ist nun nach 42 Jahren in den Ruhestand verabschiedet worden. TV-Foto: Dorothee Quaré
Trier. 42 Jahre hat Marika Wahlen in der Kindertagesstätte Liebfrauen gearbeitet, davon 36 Jahre als Leitung. "Die Arbeit hat mir immer viel Spaß gemacht", sagt sie. Kein Wunder, dass man sie dort nicht gerne ziehen lässt. Dorothee Quaré

Trier. Mindestens zwei Generationen Kinder hat Marika Wahlen liebevoll betreut und auf den "Ernst des Lebens" vorbereitet. Nach 42 Jahren in der Kindertagesstätte (Kita) Liebfrauen, davon 36 Jahre als Leitung, ist sie nun in den Ruhestand verabschiedet worden.
"Mein Vater war schon hier", sagt Marie Haubrich. Ihre eigene Kindergartenzeit liegt noch nicht lange zurück; die Grundschülerin erinnert sich gern an ihre Zeit mit Marika Wahlen. "Sie hat viel mit uns gewebt und eine Weihnachtskrippe gebaut", weiß sie noch. "In unsere selbst gebastelten Schultüten hat sie uns Fotos und Süßigkeiten reingetan."
Auch ihre ältere Freundin Leia Hermesdorf (10) weiß noch vieles aus ihrer Kita-Zeit. "Manchmal war Frau Wahlen streng", sagt sie. "Aber wenn wir uns wehgetan hatten, gab sie uns Gummibärchen und malte uns etwas auf die Hand." Sie habe mit den Kindern Theaterstücke einstudiert, zu jedem Anlass mit ihnen gebastelt, Kürbisse gezüchtet und selbst Marmelade gekocht. "Die kaufen wir immer noch, mein Favorit ist Himbeer." Ihr Vater sei übrigens auch schon hier gewesen.
"Marika Wahlen war Kindergartenleiterin mit Hingabe und Leidenschaft", sagt Pastor Hans Wilhelm Ehlen in seiner Laudatio. "Auch außerhalb ihrer Dienstzeiten war sie immer für Kinder und Eltern da - sie hat ein weites, großes Herz." Zudem habe die Hobbyschreinerin einen Großteil des Kita-Mobiliars geschaffen. Er dankte ihr auch im Namen des Verwaltungs- und des Pfarrgemeinderates.
"Im Laufe der Jahre hat sie verschiedene Erziehungsstile erlebt - autoritär, antiautoritär und demokratisch -, ist sich selbst aber immer treu geblieben", sagte Kathrin Prinz-Heinz, die für den Elternbeirat sprach. "Sie war ein Vorbild für Kinder und Eltern und hat traditionelle Tugenden wie Fleiß, Bescheidenheit und Selbstständigkeit vermittelt." Sie habe die religiös-musische Erziehung der Kinder und das soziale Miteinander gefördert. "Die Integration ausländischer Kinder hat ihr sehr am Herzen gelegen."
Unter den Abschiedsgeschenken für Marika Wahlen ist auch ein Video, das der Elternbeirat gemeinsam mit Kindern - darunter auch Leia - gedreht hat und in dem viele "Ehemalige" zu Wort kommen.
Und was sagt die scheidende Leiterin selber? "Ich hatte meinen Stil gefunden - Konsequenz und Liebe. Mit einer klaren Linie habe ich die besten Erfahrungen gemacht: Die Kinder durften vieles, mussten sich aber entsprechend verhalten."
Die Arbeit habe ihr immer viel Spaß gemacht - obwohl sie regelmäßig Büroarbeit mit nach Hause genommen habe. Was sie nun mit all ihrer Freizeit anfangen möchte? Marika Wahlen winkt lachend ab: "Darüber hab ich mir noch gar keine Gedanken machen können!"