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Mit Musik gegen den Missbrauch

Er will denen helfen, die Hilfe benötigen: Norman Schneider organisiert in Trier ein Benefizkonzert zugunsten des Kinderschutzbundes. Foto: Miguel Castro
Er will denen helfen, die Hilfe benötigen: Norman Schneider organisiert in Trier ein Benefizkonzert zugunsten des Kinderschutzbundes. Foto: Miguel Castro
TRIER. Mit einem Benefizkonzert auf dem Augustinerhof soll die Arbeit des Kinderschutzbundes zugunsten sexuell missbrauchter Kinder unterstützt werden. Die zweitägige Veranstaltung an diesem Wochenende steht unter dem Titel "Seelenräuber". ARRAY(0x17060710)

"Fatstock" haben fest zugesagt, ebenso "Jump For Joy", Saxophonistin Iris Oettinger mit Künstler und Musiker Peter Rübsam sowie die "32/20 Bluesband". Eine neue Formation namens "Klangnetz" mit bekannten Musikern aus der Region gibt ihr Debüt. Hinzu kommen Zauberer und Clowns. Die Miezen geben ebenso Autogrammstunden wie die Spieler von Eintracht Trier.Künstler verzichten auf die Gage

Für Stimmung dürfte also am Wochenende auf dem Augustinerhof in der Innenstadt gesorgt sein - und das für einen guten Zweck: Die Künstler treten zugunsten des Trierer Kinderschutzbundes auf. Das heißt: Sie verzichten auf ihre Gage. Mit den Einnahmen der Benefizveranstaltung soll missbrauchten Kindern geholfen werden. "Eine sehr tolle Idee", findet Elke Boné-Leis, Zweite Vorsitzende des Kinderschutzbundes. Der Verein wird selbst mit einem Infostand vertreten sein, die Aktion steht unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Georg Bernarding. Mehrere Sponsoren unterstützen die Aktion. Sämtliche Erlöse kommen nach Abzug der Kosten dem "Kinderschutzdienst" zugute - dort können Kinder und Jugendliche, denen in irgendeiner Form Gewalt widerfahren ist, um Hilfe nachsuchen. Vier Psychologen stehen hierfür rund um die Uhr bereit, 180 Meldungen nahm der Dienst im vergangenen Jahr entgegen, erläutert Boné-Leis. Schneider: Für die Opfer gibt es zu wenig Hilfe

Organisiert hat das alles kein Verein, sondern eine Privatperson: "Ich kenne viele aus meinem persönlichen Umfeld, die betroffen sind. Und für diese Leute wird kaum etwas gemacht. Wer hilft?", begründet Initiator Norman Schneider, Inhaber eines Trierer Friseurladens, sein Engagement. Seit April werkeln er und seine Mitarbeiter an der Veranstaltung. Der 34-jährige ist ein ruhiger und bescheiden wirkender Mensch. Aber wenn die Frage auf die minderjährigen Opfer sexuellen Missbrauchs kommt, kocht er innerlich ganz gewaltig: "Für mich ist das, was die Täter den Betroffenen antun, das schlimmste Verbrechen. Und in irgendeiner Weise muss man doch den Betroffenen helfen", fordert Schneider. Er selbst könne es nicht, dafür seien Psychologen oder anderweitig geschulte Kräfte notwendig. "Aber ich kann dazu beitragen, dass ihnen geholfen wird." Schneider hofft auf zahlreiche Besucher an den beiden Tagen der Veranstaltung. Und er ruft die Teilnehmer zu Spenden auf. Der Friseurmeister selbst wird umsonst Haare schneiden - das Geld hierfür wandert in den Spendentopf. Kostenlose Haarschnitte

Ursprünglich hatte er eine Art 24-Stunden-Nonstopp-Haareschneiden geplant, "aber ich bezweifle, ob das geklappt hätte". Zudem hätten Freunde und Bekannte zu einem Rahmenprogramm geraten. Die Kooperation mit dem Kinderschutzbund schließlich hat die Aufstellung des Festivals auf einer größeren Basis ermöglicht. "Der Titel 'Seelenräuber' ist als Anklage gegen die Täter gedacht", betont Schneider - für das Unvorstellbare, was sie den Betroffenen antun. Sein Wunsch: Ein Nothilfehaus für Kinder und Jugendliche müsste eingerichtet werden, wo diese kurzfristig unterkommen können, wenn ihnen Gewalt angetan worden ist. Die Veranstaltung "Seelenräuber" findet am 16. und 17. Juli, jeweils ab 12 Uhr im Augustinerhof zwischen Rathaus, Hochbunker und Sozialamt, statt. Der Eintritt ist frei, die Veranstalter bitten aber um Spenden. Das vollständige Programm für das Wochenende ist im Internet abrufbar unter: www.seelenraeuber.com