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Mit Pauken und Trompeten: Trierer Orchestermusiker protestieren für sichere Löhne

FOTO: Christian Moeris
Trier. Mit Blechblasinstrumenten, einer Klarinette und Trommel sorgen Triers Orchestermusiker am Montag vor dem Theater lautstark für Aufmerksamkeit. „Wir fordern eine tarifliche Lohnerhöhung von 8,8 Prozent für die 100 deutschen Orchester in Deutschland“, erklärt der Posaunist Hartmut Karmeier. Christian Moeris

Zwar zahle die Stadt Trier neben zwölf weiteren Kommunen in Deutschland bereits die geforderte Lohnerhöhung. Den Musikern fehle allerdings die tarifliche Absicherung. "Wenn die Zahlungen morgen eingestellt werden, dann können wir nichts dagegen unternehmen. Deshalb brauchen wir das schwarz auf weiß."

Seit 2010 streitet die Deutsche Orchestervereinigung als Arbeitnehmervertretung mit dem deutschen Bühnenverein als Arbeitgeberverbandüber eine Lohnerhöhung. "Seitdem sind die Orchester vielerorts von den Lohnerhöhungen, die der gesamte öffentliche Dienst bekommt, ausgeschlossen", sagt Michaela Herr, Mitglied im Orchestervorstand. "Die Ausrede, die öffentliche Hand habe dafür kein Geld, kann man nicht gelten lassen."

Orchestermusiker seien keine Arbeitnehmer zweiter Klasse, sondern hätten ebenso ein Recht auf Inflationsausgleich durch Lohnerhöhungen wie im übrigen öffentlichen Dienst.

"Wir sind aber sehr froh, dass die Stadt Trier ihren Musikern die tariflich geforderte Lohnerhöhung bereits zahlt", sagt Karmeier. Heute sitzt er in Berlin als Vorsitzender der Deutschen Orchestervereinigung mit am Verhandlungstisch. Karmeier: "Ich denke, dass wir uns einig werden." Zur Sicherheit habe er jedoch schon mal drei Tage für die Verhandlungen eingeplant.