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Mit Strom vom Dach durch Trier fahren

Mit dem E-Bike und Strom aus dem City Parkhaus kann man in Zukunft durch Trier radeln. Oberbürgermeister Klaus Jensen und Stadtwerke-Vorstand Olaf Hornfeck testen das neue Angebot. TV-Foto: Cordula Fischer
Mit dem E-Bike und Strom aus dem City Parkhaus kann man in Zukunft durch Trier radeln. Oberbürgermeister Klaus Jensen und Stadtwerke-Vorstand Olaf Hornfeck testen das neue Angebot. TV-Foto: Cordula Fischer
Trier. Alles öko in der Zuckerbergstraße: Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des City-Parkhauses produziert Strom für den Betrieb, für die Ladestationen von Elektroautos und E-Bikes, der Überschuss wird in einer Riesen-Batterie gespeichert. Die Stadtwerke Trier sind damit Teil eines bundesweiten Forschungsprojektes. Cordula Fischer

Trier. In ein paar Jahren ist die Zukunftsmusik von heute schon veraltet. Dann wird es keine Ökostrom-Ladestationen für Elektroautos als Attraktion für die etwa 20 Fahrzeuge, die in Trier unterwegs sind, im City-Parkhaus geben, sondern eine Benzin-Zapfsäule, an der einige wenige Oldtimer tanken. Noch nennen die Stadtwerke Trier (SWT) das mehrstöckige Gebäude in der Zuckerbergstraße aber "Parkhaus der Zukunft". Und so sieht es aus: Auf dem Dach wird auf 1500 Quadratmetern Strom erzeugt. Die neue Photovoltaikanlage produziert etwa 170 000 Kilowattstunden pro Jahr. Der fließt direkt in den Betrieb des Parkhauses, in die Ladestationen für Elektroautos und ganz neu Ladestationen für E-Bikes. Vier Radboxen sind damit ausgestattet. "Das ist der letzte von mehreren Bausteinen vom Parkhaus der Zukunft", erklärt SWT-Vorstand Olaf Horn- feck. Alles greift bis ins Detail ineinander. Strom, der nicht direkt verbraucht wird, fließt in den Riesenspeicher: Die containergroße Batterie wiegt 11,5 Tonnen. Was nicht gespeichert werden kann, geht ins normale Stromnetz. Der Grundbedarf des Parkhauses wird fast gedeckt. "Bald haben wir das geschafft", freut sich Albrecht Classen, Prokurist der SWT Parken GmbH. "Das Parkhaus statten wir noch mit LEDs aus, damit es zu 100 Prozent autark und aus Ökostrom betrieben wird." Wenn die Zufuhr aus der Photovoltaikanlage nicht reicht, wird Strom aus weiteren erneuerbaren Energiequellen gezogen. Gesteuert wird die aus dem Leitcenter in der Kohlenstraße, die SWT haben ein intelligentes Energiemanagement zur Steuerung entwickelt.
Seit 2012 werden die Bemühungen der Stadtwerke in einem bundesweiten Forschungsprojekt (Econnect Germany) wissenschaftlich begleitet (der TV berichtete). Zusammen mit sechs weiteren Stadtwerken und regionalen Energieversorgern werden unterschiedliche Aspekte untersucht. In Trier geht es eben um den Einsatz von Elektromobilität. Ein Bündnis mit Leuchtturmcharakter, wie Diplom-Ingenieur Falco Willems, Econnect-Projektleiter, erklärt. Der Vorteil für City-Parkhaus Kunden: Der frische Saft fürs Elektromobil ist in der Parkgebühr inbegriffen. "Die Stadtwerke Trier sind zu Vorzeigestadtwerken geworden, was die erneuerbaren Energien betrifft", sagt Oberbürgermeister Klaus Jensen. Das soll nicht nur für die Trierer nutz- und erlebbar sein. "Wir hoffen, dass wir damit auch einen Anreiz für Touristen bieten können", sagt Classen. Denn die können während des Stadtbummels in der City ihre E-Bikes im City Parkhaus der Zukunft aufladen.

Ein Monitor zeigt an, wie viel Strom die Photovoltaikanlage gerade produziert. TV-Foto: Cordula Fischer
Ein Monitor zeigt an, wie viel Strom die Photovoltaikanlage gerade produziert. TV-Foto: Cordula Fischer