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Religion
Wird in Trier eine Moschee gebaut?

 Beim Freitagsgebet im Islamischen Kulturzentrum in Trier kann der Platz für die Gläubigen im Gebetsraum, der auch Moschee genannt wird, schon eng werden (Bild links). Die Gemeinde sucht nach einer größeren Unterkunft oder einem Bauplatz für eine neue Moschee. Denn manchmal müssen die Gläubigen im Freien beten (Bild rechts).
Beim Freitagsgebet im Islamischen Kulturzentrum in Trier kann der Platz für die Gläubigen im Gebetsraum, der auch Moschee genannt wird, schon eng werden (Bild links). Die Gemeinde sucht nach einer größeren Unterkunft oder einem Bauplatz für eine neue Moschee. Denn manchmal müssen die Gläubigen im Freien beten (Bild rechts). FOTO: Friedemann Vetter
Trier/Konz. Muslime in Stadt und Umland sind in mehreren Vereinen organisiert. Sie alle suchen eine Gebetsstätte – so auch eine Gemeinde in Konz. Von Harald Jansen
Harald Jansen

Wohl niemand weiß genau, wie viele Muslime in Trier leben. Schätzungen gehen davon aus, dass es rund 2000 sind. Das entspricht rund zwei Prozent der Einwohner der Stadt. Und so wie es im Christentum verschiedene Ausprägungen gibt, so gilt das auch für die Gläubigen der nach dem Christentum zahlenmäßig zweitgrößten Weltreligion. Es gibt gleich mehrere Gruppen, die sich zum gemeinsamen Gebet treffen. Trotz unterschiedlicher Auslegungen des Korans eint die einzelnen Gruppen etwas: Sie alle suchen eine größere Bleibe.

Die zahlenmäßig größte Gruppe trifft sich in den Räumen des Islamischen Kulturzentrums Trier in der Luxemburger Straße. Doch es herrscht Platznot. Dazu sagt Ayyub Mathieu vom Vorstand des Trägervereins: „Besonders freitags und an hohen Festtagen wird es eng.“ Dieser Zustand ist keine Neuigkeit. Seit vielen Jahren ist der Verein auf der Suche nach einer neuen Bleibe. Im Juni 2015 schien der Verein am Ziel. Im Gewerbegebiet Eurener Flur war man fündig geworden. Dort sollte ein zweigeschossiges Gebäude mit Gebets- und Waschräumen, Büro- und Seminarraum sowie einer Wohnung gebaut werden (der TV berichtete). Auch die Stadtverwaltung Trier hatte Zustimmung signalisiert. Doch am Ende zerschlug sich die Sache, sagt Ayyub Mathieu. Er vermutet, dass es Vorbehalte dagegen gegeben habe, dass ein größeres Zentrum entsteht, in dem sich Muslime treffen. „Dabei haben wir noch nicht einmal geplant, ein Minarett zu bauen“, sagt er.

Ayyub Matthieus Bruder Enrico ist im Trägerverein der Konzer Albukhary Moschee aktiv. Diese befindet sich derzeit noch in einem Gebäude in der Brunostraße in Konz-Karthaus. Denn auch die Konzer sind derzeit auf der Suche nach einer neuen Bleibe. „Es müsste etwas größer sein als unser jetziger Standort“, sagt Enrico Matthieu. Eine entsprechend große Lagerhalle wäre ideal. Diese könnte man sich entsprechend herrichten. Doch auch in Konz gestaltet sich die Suche schwierig. Denn anders als bei den Ditib-Moscheen in Konz und Wittlich finanzieren sich die anderen muslimischen Gruppen rein aus Eigenmitteln.

Auch die Mitglieder der Trierer Gemeinde der Ahmadiyya Muslim Jamaat sind seit Jahren auf der Suche nach einem eigenen Zentrum. Die Gläubigen verstehen sich als Anhänger einer Reformbewegung des Islams. Bereits Mitte der 1980er Jahre bildete sich die Trierer Gruppe, die sich im Bürgerhaus in Trier-Nord trifft und die als eingetragener Verein firmiert.

Anders als der jüngeren Gemeinde in Wittlich ist es der Trierer bisher nicht gelungen, eine eigene Bleibe zu finden. „Wir hätten gerne einen eigenen Gebetsraum sowie Platz für Begegnungen und Veranstaltungen“, sagt Iftikhar Ahmad. Im ersten Schritt wären sie mit einem Treffpunkt zufrieden, im zweiten käme dann eine eigene Moschee. Und das soll dann ein Gebäude werden, das als Gotteshaus zu erkennen ist „und das jedermann ständig offen steht“, wie Ahmad sagt: „Eine Hinterhof-Moschee wollen wir nicht.“

Doch auch diese Gläubigen haben es schwer, einen eigenen Standort zu finden. Das hat einerseits finanzielle Gründe. Andererseits gebe es offensichtlich Vorbehalte gegen eine Moschee bei Grundstücks- oder Hausbesitzern, sagt Ahmad.

Ebenfalls im Trier-Norder Bürgerhaus treffen sich seit 1999 die schiitischen Gläubigen, die im Al-Hussein-Verein organisiert sind. Auch diese Gruppe ist nach Auskunft von Vorstandsmitglied Hussein Hamze auf der Suche nach einer festen Gebetsstätte. Bisher werde jeweils ein Raum im Bürgerhaus gemietet. Das sei auf Dauer kein zufriedenstellender Zustand. Doch der dauert an, weil auch dieser Verein das Schicksal der anderen islamischen Gruppen teilt: Es scheint bisher nicht zu gelingen, in Trier einen Platz zu finden, wo die Gläubigen auf Dauer und ohne Platznot gemeinsam beten können.

 Zum Ende des Fastenmonats Ramadan kommen mehr als 1000 Gläubige in die Trierer Moschee im Westen der Stadt. Dann wird es eng.
Zum Ende des Fastenmonats Ramadan kommen mehr als 1000 Gläubige in die Trierer Moschee im Westen der Stadt. Dann wird es eng. FOTO: Medienhaus Trierischer Volksfreund / Marcus Stölb