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Nach Brand im Jugendamt: Angeblich kein Zusammenhang mit Arbeit der Behörde

Weil die Sauerstoffzufuhr begrenzt war, verwandelte sich das Feuer im Obergeschoss wohl nicht in einen Großbrand. TV-Fotos (2): Friedemann Vetter, Agentur Siko
Weil die Sauerstoffzufuhr begrenzt war, verwandelte sich das Feuer im Obergeschoss wohl nicht in einen Großbrand. TV-Fotos (2): Friedemann Vetter, Agentur Siko FOTO: (h_st )
Trier. Das Feuer im Trierer Jugendamt, bei dem in der Nacht zum 21. Oktober Hunderte Akten verbrannten, stehe nicht im Zusammenhang mit der Arbeit der Behörde. Das behaupten zumindest die beiden mutmaßlichen Täter, die die Brandstiftung gegenüber der Polizei gestanden haben. red/woc

Aufgrund der guten Spurenlage (der TV berichtete am Freitag, 28. Oktober) seien die beiden mutmaßlichen Täter laut Polizei so stark unter Druck geraten, dass der 25-jährige Tatverdächtige sich noch am vergangenen Freitagnachmittag bei der Polizei meldete. Seinen 16-jährigen Komplizen nahm die Polizei noch am gleichen Abend in der elterlichen Wohnung in Trier fest.

Die beiden aus Trier stammenden mutmaßlichen Brandstifter gaben an, sich zu dem Einbruch in das Jugendamt spontan und ohne Planung entschieden zu haben. Die beiden gaben an, in das dritte Obergeschoss des Verwaltungsgebäudes am Augustinerhof eingestiegen zu sein, um Wertgegenstände zu stehlen. Den Brand in mehreren Büros des dritten Obergeschosses habe man anschließend gelegt, um die Einbruchsspuren zu verdecken.
Einen Zusammenhang zu der Arbeit des Jugendamtes, einem dortigen Mitarbeiter oder gar einem bestimmten Fall habe es nicht gegeben, erklärten die Tatverdächtigen gegenüber der Polizei.

In welchem Zusammenhang die Farbschmierereien an den Wänden der Abteilung allgemeiner sozialer Dienst des Jugendamtes mit diesem Einbruch gestanden haben, geht aus der Pressemitteilung nicht hervor. Auch welche Wertgegenstände gestohlen wurden, teilt die Polizei nicht mit. Lediglich, dass die Täter Computerzubehör mitgehen ließen, ist bislang bekannt. Dabei handelte es sich um so genannte Clients, Zwischenschaltgeräte, mit denen die Mitarbeiter sich in den Zentralrechner des Rathauses einwählen können. Die Clients sind für andere Nutzer nahezu wertlos.

Eingedrungen waren die Täter über ein Baugerüst an der Rückwand des Gebäudes. Das Feuer hätten sie kurz vor ihrer Flucht gelegt. Über die genauere Uhrzeit macht die Polizei leine Angaben, bekannt ist weiterhin lediglich, dass eine Mitarbeiterin des Jugendamtes den Brand gegen 7.15 Uhr entdeckte.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Trier hat die Haftrichterin des Amtsgerichts Trier am Samstagvormittag Haftbefehl gegen beide geständigen Tatverdächtigen erlassen. Der 25-Jährige wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert, der Haftbefehl gegen den Minderjährige wurde gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt.

Ob einer oder beide Tatverdächtige in der Vergangenheit einen Bezug zum Jugendamt hatten oder aktuell mit diesem in Verbindung stehen, werde zurzeit noch ermittelt, erklärte der Leitende Oberstaatsanwalt Peter Fritzen auf TV-Nachfrage. An der Plausibilität der Aussagen der beiden Tatverdächtigen bestehe bislang allerdings kein Zweifel. Die weiterhin intensiven Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern allerdings weiterhin an.
Polizei und Staatsanwaltschaft bedanken sich ausdrücklich bei der Bevölkerung für die Unterstützung ihrer Arbeit.