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Nacht der Heiligen kommt gut an

Trier. Zum ersten Mal fand sie statt, die Trierer Nacht der Heiligen. Zahlreiche Menschen aller Altersklassen strömten ins Stadtmuseum Simeonstift, das Museum am Dom und das Rheinische Landesmuseum. Ihnen wurde ein vielfältiges Programm für Groß und Klein geboten. Darinka Murmann

Trier. Vorträge für die Erwachsenen, Spiele für die Kinder. Für jeden war etwas dabei, und der Andrang war groß. "Hast du den Mut, dich auf die Jagd zu begeben?", hieß es in der "Geheimakte Heilig", die den kleinen Geisterjägern im Stadtmuseum Simeonstift mit auf den Weg gegeben wurde. Begeistert begaben sich die kleinen Besucher auf die Suche nach Hinweisen, um den mysteriösen Heiligen zu finden, der nachts durch das Museum geistert und die Aufseher in Atem hält.
Unter dem Titel "Prost und hoch die Schädel!", klärte Dr. Wolf-Rüdiger Teegen von der Ludwig-Maximilians-Universität München währenddessen die Erwachsenen über den mittelalterlichen Brauch auf, aus den Hirnschalen toter Heiliger zu trinken. "Ein gruseliges Thema, das neugierig macht", meint Jörg von Ehr, der mit seinem elfjährigen Sohn Patrick gekommen ist. Den Brauch, aus Schädeln zu trinken kannten sie vorher nur aus den Asterix-Geschichten.
Experiment geglückt


Auch das Museum am Dom lud zur Nacht der Heiligen - als einziges Museum mit musikalischer Untermalung. Die Borromäerinnen Schwester Henriette und Schwester Daniela waren begeistert vom Trierer Kammerchor "portavoci", dessen Aufführung sie sehr bewegt hat. Sie singen selbst in einem Chor, und auch den Vortrag über die Gebräuche von Allerheiligen haben sie sich nicht entgehen lassen. "Der war sehr geschichtlich, aber auch sehr kompetent", erzählt Schwester Daniela.
Ein weiterer Höhepunkt des Dommuseums war die Fotoaktion für Groß und Klein. Mit Heiligenschein und anderen Lichtwundern geschmückte Bilder zum Mitnehmen sorgten für einen unvergesslichen Abend.
Im Rheinischen Landesmuseum klärten Sonderführungen über die Geschichte der Heiligen von der Antike bis zur Neuzeit auf. Judith Nägeli kam mit ihrem Sohn Samuel (10) und Tochter Mathea (7). Die Kinder haben farbenfrohe Kerzen mit ihren Namensheiligen gestaltet. "Das ist eine schöne Alternativaktion zu Halloween", findet sie. Das Konzept kommt an. Mechthild Neyses-Eiden, stellvertretende Direktorin des Rheinischen Landesmuseums, ist sehr zufrieden mit dem Abend. Der Zustrom war überraschend groß, und das Experiment nach Mainzer Beispiel ist geglückt. Somit spricht wohl nichts gegen eine Wiederholung im nächsten Jahr.