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Neu: Tanken per Stecker im Parkhaus

„Einmal volltanken?“: OB Klaus Jensen (Foto) weiht mit städtischem Auto die neue Ladestation im City-Parkhaus ein. TV-Foto: Friedemann Vetter
„Einmal volltanken?“: OB Klaus Jensen (Foto) weiht mit städtischem Auto die neue Ladestation im City-Parkhaus ein. TV-Foto: Friedemann Vetter
Trier. Die erste öffentliche Tankstelle für Elektroautos haben die Stadtwerke gestern im City-Parkhaus vorgestellt. Zu den regelmäßigen Nutzern der Ladesäule gehört der Luxemburger Guy Kirschten, der seinen Wagen für die Heimfahrt auflädt, während er in Trier auf Shopping-Tour geht. Roland Morgen

Trier. Für Guy Kirschten kommt das Angebot der Stadtwerke (SWT) wie gerufen. Der 63-jährige Luxemburger ist seit Mai stolzer Besitzer eines Citroën C-Zero - und kauft mit Vorliebe in Trier ein. Nun kann er beides bequem miteinander verbinden, "und das mit ruhigem Gewissen, denn ich verschmutze nicht die Umwelt."
36 000 Euro kostete ihn das Elektroauto, abzüglich einer staatlichen Anschaffungsprämie von 3000 Euro (die es in Deutschland nicht gibt). Fünf Jahre fährt er steuerfrei.
Große Sprünge lassen sich mit dem Kleinwagen nicht machen. Die Reichweite mit komplett beladener Batterie beträgt zwischen 100 und 150 Kilometer - der Betrieb von Klimaanlage, Scheibenwischer oder Licht aber schränkt den Aktionsradius ein. Deshalb steuert Kirschten nach der Fahrt von Niederanven ins 40 Kilometer entfernte Trier das City-Parkhaus an, um dort seinem Auto via Ladesäule frischen "Saft" aus der Steckdose zuzuführen: "Eine bequeme Sache: Die Batterie lädt, während ich einkaufen gehe", sagt Kirschten.
Bezahlen muss der E-Automobilist lediglich die Parkgebühr. Den Strom (bis zu 3 Euro für einmal vollladen) erhält er umsonst.
Überhaupt legen sich die Stadtwerke mächtig ins Zeug. 10 000 Euro kostete die Installation der Elektro-Ladesäule, an der zwei Autos Platz finden. Damit fallen zwei Stellplätze und potenzielle Einnahmen weg. Alles in allem "eine zukunftsweisende Investition in den Ausbau der E-Mobilität in Trier und gleichzeitig praktizierter Klimaschutz", betonten Stadtwerke-Vorstand Olaf Hornfeck und OB Klaus Jensen gestern bei der Präsentation der Tankstelle im City-Parkhaus. Dort erhalten die Kunden Ökostrom aus Wasserkraft.
Im Gegensatz zu anderen Betreibern von E-Tankstellen verzichten die Stadtwerke zumindest vorläufig auf den Abschluss eines Nutzungsvertrages. Einzige Voraussetzung: Vor dem ersten Tankvorgang muss sich jeder Neukunde im Kundenzentrum der SWT Parken GmbH (neben der Einfahrt Zuckerbergstraße) einmalig anmelden. Dann erhält er eine Einweisung und eine Tankkarte, mit der er die Ladesäule entriegeln kann.
Schätzungsweise knapp 3000 Elektroautos sind in Deutschland zugelassen, rund 30 davon in Trier und der näheren Umgebung. Stadt und Stadtwerke haben jeweils einen Peugeot Ion in ihren Fuhrpark aufgenommen. Das Rathaus-Auto ist für das Baudezernat im Einsatz, das der Stadtwerke für die täglichen Fahrten zur Betreuung und Instandhaltung ihrer Parkhäuser.
Nächste Woche kommt der SWT-Ion auch bei der ADAC-Rallye zum Einsatz: Er wird für die Streckenerkundung vor der Wertungsprüfung zur Verfügung gestellt. Wie die Stadtwerke, die einen Transporter Alke XT bestellt haben, plant das Rathaus bereits weitere Anschaffungen von Elektroautos. Demnächst seien die Verwaltungschefs im Städtenetz Konz-Trier-Schweich auf kürzen Dienstfahrten emissionsfrei unterwegs, kündigte OB Klaus Jensen an. In Trier sollen schon bald weitere Ladesäulen dazukommen. "Wir prüfen derzeit mögliche Standorte im Stadtgebiet", bestätigt Albrecht Classen, Prokurist der SWT Parken GmbH. Darüber hinaus beteilige sich das Unternehmen mit einem Verbund von Stadtwerke-Partnern an einem Forschungsprojekt zum Thema E-Mobilität. Ein Schwerpunktthema sei die Nutzung des eigenen, regional erzeugten Stroms zum Laden der E-Fahrzeuge.