| 21:51 Uhr

Neuer Anlauf zur Umgehung Kürenz

Vom Durchgangsverkehr arg gebeutelt: der Stadtteil Kürenz. Hier die Avelsbacher Straße. TV-Foto: Friedemann Vetter
Vom Durchgangsverkehr arg gebeutelt: der Stadtteil Kürenz. Hier die Avelsbacher Straße. TV-Foto: Friedemann Vetter
Trier-Kürenz. Die Planungen zur Umgehung Kürenz liegen seit Jahren auf Eis. Die Linke hat nun einen neuen Versuch gestartet, den Bau der Entlastungsstraße voranzubringen. Von unserer Redakteurin Christiane Wolff

Stadtrat Johannes Verbeek - der selbst an der stark befahrenen Ortsdurchfahrt Kürenz (Avelsbacher Straße) wohnt, die durch die Umgehung entlastet werden soll - will bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier (ADD) anfragen, inwieweit die Stadt zum Bau der 2007 vom Stadtrat beschlossenen Umgehung Kürenz verpflichtet ist. Zum anderen will der Linke die Ratsfraktionen dafür gewinnen, für die Planung der Strecke 100 000 Euro in den Haushalt 2011 einzustellen. Bislang ist dieser Posten nicht im Etat vorgesehen. "Aber ich rechne mir gute Chancen aus, dass die anderen Fraktionen diesem Haushaltsposten zustimmen werden", erklärt Verbeek.

Der jüngsten Einladung des Arbeitskreises Die Linke Stadtpolitik waren die Fraktionen allerdings größtenteils nicht gefolgt: Bei einem "Sondierungsgespräch" sollten eine Sachstandsanalyse gemacht und eine Strategie zum weiteren Vorgehen in Sachen Umgehung Kürenz entwickelt werden.. SPD, FWG und FDP folgten der Einladung der Linken allerdings nicht. Für die CDU nahm der Stadtrat und Kürenzer Ortsvorsteher Bernd Michels, für die Grünen Stadträtin Gudrun Backes an dem Gespräch teil.

Kritik an geplantem Neubau der Aulstraßen-Brücke



Wirtschaftsdezernent Thomas Egger und Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani hatten ihre Teilnahme aus Termingründen abgesagt. Kaes-Torchiani habe laut Verbeek allerdings versprochen, Anfang kommenden Jahres die Fraktionen zu einem Gespräch über den Sachstand zur Umgehung Kürenz zu informieren.

Die Umgehung Kürenz soll nicht nur den Stadtteil entlasten, sondern auch den Grüneberg über eine Bahnbrücke, die Metternichstraße und eine neue Anschlussstelle mit der A 602 verbinden. Der Stadtrat hatte im März 2007 die Verwaltung beauftragt, mit den Planungen für die damals auf rund 9,5 Millionen Euro taxierte Trasse zu beginnen. Hätte die Planungsphase tatsächlich 2007 begonnen, hätte die Umgehung nach Berechnungen des städtischen Bauamts Ende 2011 fertig sein können. Bislang sind allerdings noch nicht einmal die Detailplanungen abgeschlossen. Als Begründung führt die Stadtverwaltung personelle und finanzielle Engpässe an.

"Stattdessen plant die Stadt den Neubau der Aulstraßen-Brücke, obwohl es dort ein funktionierendes Provisorium gibt", schimpft Verbeek. Die alte Brücke zwischen Aulstraße (Trier-Süd) und Weismark war im Frühjahr 2008 wegen Baufälligkeit gesperrt worden. Mit einem Provisorium wurde die Verbindung Ende 2008 wiederhergestellt.

Die neue Brücke soll inklusive neuer Trassenführung der oberen Aulstraße bis 2014 für rund vier Millionen Euro errichtet werden, rund zwei Millionen Euro davon soll das Land zuschießen.