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Neuer Deich und neuer Parkplatz am Trierer Moselufer zwischen Kaiser-Wilhelm-Brücke und Jugendherberge

Trier. Große Veränderungen am Fluss: Noch in diesem Jahr wird der Hochwasserdeich zwischen Kaiser-Wilhelm-Brücke und Jugendherberge komplett erneuert – inklusive neuer Rad- und Fußwege. Eine zweite große Veränderung, die der Promenade ebenfalls zugutekommen wird, steht schon in den nächsten Wochen an. Christiane Wolff

20 Grad und Sonnenschein sind fürs Wochenende vorhergesagt. Zeit für einen ersten Frühlingsspaziergang am Moselufer. Doch das Bild, das sich Einheimischen und Touristen dort derzeit bietet, ist eher trist. Schuld daran ist nicht nur der vom vielen Regen der vergangenen Wochen angereicherte hohe Wasserstand, dessen braune Fluten Büsche und Bäume umspülen. Am Zurlaubener Ufer stehen Bauzäune, der Fuß- und Radweg auf der Dammkrone ist größtenteils gesperrt, Holzstege führen über aufgerissene Kanalschächte, Bagger rollen über den Spazierweg.

Die Erneuerung der Wasser- und Versorgungsleitungen, die von der Stadt zum Moselufer führen, sind allerdings nur die Vorarbeiten für das eigentliche Bauprojekt: Im Spätherbst soll der Damm, der bei Hochwasser die Mosel zurückhält, komplett neu aufgebaut werden (siehe Extra). Fünf Millionen Euro kosten die Arbeiten, 4,5 Millionen davon übernimmt das Land, 500?000 Euro muss die Stadt selbst tragen.

Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe freut sich auf Synergieeffekte: "Wir haben darauf eingewirkt, dass die Dammsanierung auch direkte Vorteile für die Trierer bringt", sagt er. So soll der Fuß- und Radweg auf der Deichkrone, dessen Asphalt von starken Setzungsrissen durchzogen ist, neu angelegt werden. Außerdem sind im Zuge der Bauarbeiten neue Treppen und Wege vom Damm zum Flussufer geplant. "Es sind nur kleine Schritte auf dem Weg zur Stadt am Fluss - aber immerhin", sagt Leibe.

Die umfangreichen Arbeiten am Damm sollen im Spätherbst beginnen, wenn die Hauptsaison für die acht Gastrobetriebe am Zurlaubener Ufer und die Personenschifffahrt vorbei ist. "Die Kommunikation und die Zusammenarbeit mit der Stadt klappt da sehr gut", lobt Karl Schmelzer, Inhaber des Restaurants Bagatelle und des Paulaner Wirtshauses sowie Sprecher der ansässigen Gastronomengemeinschaft. "Die derzeit laufenden Kanalarbeiten sollen bis zum Zurlaubener Weinfrühlingsfest (Samstag/Sonntag, 16. und 17. April) abgeschlossen sein. "Bis dahin müssen unsere Gäste den derzeitigen Irrgarten aus Treppen, Absperrungen und Behelfsstegen wohl hinnehmen", bedauert Schmelzer. "Aber es ist ja gut, dass diese dringenden Arbeiten endlich gemacht werden."

Kanalarbeiten und Frühlingsfest sowie Dammsanierung und Saisonende sind allerdings nicht die einzigen Baustellen und Termine, die koordiniert werden müssen.

Denn in den kommenden Wochen startet noch eine andere Großbaustelle am Moselufer: Das letzte übrig gebliebene Gebäude der ehemaligen Kabinenseilbahn wird abgerissen. Seit Jahren ist die Immobilie dem Verfall preisgegeben. Die Stadt, der Gebäude und Gelände gehören, hatten bislang darauf gesetzt, dass derjenige, der das Areal kaufen und bebauen will, auch dem Abriss des alten Gastrogebäudes annehmen werde. Nun übernimmt die Stadt das selbst. Das Gelände wird damit für potenzielle Investoren attraktiver und das Moselufer hübscher. Als Zwischenlösung soll ein Schotterparkplatz auf dem Gelände hergerichtet werden. "Der pünktlich zum Zurlaubener Heimatfest fertig sein wird", verspricht Leibe. Um die Kosten für Abriss und Stellplatzbau gegenzufinanzieren, soll für das Parken eine Gebühr erhoben werden.

"Wird der Parkplatz tatsächlich bis zu unserem Zurlaubener Heimatfest am zweiten Juliwochenende fertig, wäre das natürlich wunderbar", freut sich Gastronom Schmelzer.Extra

Der Deich am Zurlaubener Ufer, Anfang der 1930er Jahre gebaut, ist in den vergangenen Jahren auf seinen Zustand überprüft worden. Laut Stadtverwaltung besteht dringender Handlungsbedarf. Sackungen können nicht ausgeschlossen und die Standsicherheit nicht mehr garantiert werden. Unter anderem haben Baumwurzeln und in Erdleitungen zu Erosionen geführt. Die Böschung zur Mosel muss daher stabilisiert werden, entlang der Deichkrone wird eine Innendichtung - etwa in Form einer Spundwand - eingebaut. Steillagen der Böschung werden abgeflacht. Außerdem muss die Mauer entlang des Geländes des Rudervereins auf ihre Standsicherheit überprüft werden. Auf Höhe der Straße "An der Jugendherberge" wird der Deich erhöht, um den Hochwasserschutz zu verbessern. Die Bauarbeiten sollen im Herbst beginnen.

Ihren Eigenanteil von 500.000 Euro an der Gesamtbausumme von rund fünf Millionen Euro bestreitet die Stadt komplett über einen neuen Kredit. woc
Extra

Zurlaubener Weinfrühlingsfest: 16./17. April, 14 bis 19 Uhr, 27 Winzer präsentieren 80 Weine, Verkostung des Jahrgangs 2015
Zurlaubener Heimatfest: 8. bis 11. Juli
Moselschätze Designmarkt: 23. Juli, Höhe Jugendherberge: Junge Künstler präsentieren ihre Werke
Antiquitäten-Flohmarkt: 6. November, Zurlaubener Ufer
Zurlaubener Weihnachtsmarkt: 1. bis 4. Dezember, Zurlaubener Ufer woc