| 16:26 Uhr

Verkehrsplanung
Neuer Plan gegen den Verkehrsinfarkt in Trier

Ortsvorsteher Bernd Michels zeigt auf die Stelle in der Avelsbacher Straße, wo die neue Umgehung in Richtung Norden abzweigen soll. 
Ortsvorsteher Bernd Michels zeigt auf die Stelle in der Avelsbacher Straße, wo die neue Umgehung in Richtung Norden abzweigen soll.  FOTO: Rainer Neubert
Trier-Kürenz. Kürenz erstickt im Verkehr. Eine neue Idee für die langersehnte Umgehungsstraße stößt auf viel Zustimmung. Die Kleingärten am Grüneberg müssten allerdings verschwinden.
Rainer Neubert

Wie sehr die Verkehrsbelastung die Gemüter der Menschen in Trier bewegt, zeigt die Diskussion über das geplante Wohngebiet Brubacher Hof. Vor allem in Heiligkreuz ist die Furcht groß vor Zuständen, wie sie in Olewig und Kürenz zu Stoßzeiten an der Tagesordnung sind. Dann quälen sich die Autofahrer aus den Höhenstadtteilen Stoßstange an Stoßstange durch das Nadelöhr am Amphitheater oder die Avelsbacher Straße.

Doch zumindest für den Stadtteil Kürenz gibt es eine neue Idee für die lange geforderte Ortsumgehung. Ortsvorsteher Bernd Michels (CDU) nennt die geänderte Trassenführung einen Quantensprung. „Das ist ein Schlüsselprojekt für die geplante neue Verkehrserschließung auch durch den Trierer Norden bis zur Autobahn. Für Kürenz bringt das eine enorme Verkehrsentlastung.“

Anders als bislang vorgesehen, würde der Verkehr bei einer Realisierung nicht mehr durch die Straße am  Grüneberg in Richtung Norden abzweigen und in Höhe des ART-Wertstoffhofes über eine neue Brücke über die Bahngleise auf die Metternichstraße geführt. Der Verkehr soll vielmehr im Kurvenbereich der Avelsbacher Straße abzweigen und unterhalb des Strommastes und hinter den mehrgeschossigen Wohngebäuden der Bahn an dem stark abfallenden Hang entlanggeführt werden. Der weitere Verlauf führt über das Kleingartengelände zurück zur Straße am Grüneberg und nimmt von dort in einem Bogen den Brückenschlag zur Metternichstraße (siehe Karte). Das Gelände für die Trasse ist überwiegend Eigentum der Stadt. Verhandelt werden müsste lediglich mit der Bahn.

„Die Kleingärten müssten verschwinden“, sagt Michels bei einer gemeinsamen Besichtigung der neuen Trasse mit dem Trierischen Volksfreund. „Aber dafür gibt es eine wunderbare Alternative auf dem Petrisberg, wo 125 neu Parzellen entstehen sollen. Auch Parkplätze könnten dort in ausreichender Zahl geschaffen werden.“ Begeistert seien die Kleingärtner von einem möglichen Umzug natürlich nicht. „Aber wenn die notwendigen Entschädigungen erfolgen, wird sich das wohl legen.“ Im Kürenzer Ortsbeirat ist der neue Streckenvorschlag derweil auf einhellige Zustimmung gestoßen. Und auch die Anwohner der Straße Am Grüneberg könnten mit dieser Trassenwahl besser leben, zumal ein deutlich effektiverer Lärmschutz möglich wäre.

Baudezernent Andreas Ludwig betont, die im FNP-Entwurf eingezeichnete Trassenführung sei nur ein ungefährer Verlauf. „Die Detailplanung dafür wird folgen, wenn das Projekt konkret wird.“ Auf die lange Bank schieben wird er das allerdings nicht, denn die Umgehung Kürenz ist ein wichtiges Element für die komplette Neuordnung des Verkehrs im Trierer Norden. Dort soll in Zukunft über die Metternichstraße eine schnelle Verbindung zur Autobahn entstehen. Der Kreuzungspunkt mit der Dasbachstraße und den Endpunkt der Ortsumgehung Kürenz ist auch deshalb relevant, weil dort in einigen Jahren der neue Bahnhaltepunkt Trier-Nord entstehen soll.

„Wir haben drei Kernprojekte für die Straßenplanung“, sagt Baudezernent Andreas Ludwig. „Neben der Entlastungsstraße Trier-West und dem Ausbau der Aulstraße mit Überführung und Kreisverkehr ist das die Nord-Tangente.“ Das müsse parallel geplant werden, um keine Zeit zu verlieren.

So könnte die neue Ortsumgehung für Trier-Kürenz verlaufen.
So könnte die neue Ortsumgehung für Trier-Kürenz verlaufen. FOTO: Lambrecht, Jana / TV

Ortsvorsteher Michels weiß, dass bis zur Realisierung der Ortsumgehung noch einige Jahre vergehen werden. Mit Blick auf die Neuansiedlung der Stadtwerke und der ART im Gewerbegebiet am Grüneberg sei das Projekt zusätzlich wichtig. Und auch eine Bebauung des alten Sportplatzes wäre durch die Trassenführung möglich.  „Wir dürfen uns nicht vom Blick auf mögliche Kosten entmutigen lassen“, mahnt Michels. „Ohne Lösung für Kürenz geht jedenfalls nichts.“