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Neuer Vorschlag für neue Feuerwache

Neben dem Alleencenter mit Parkhaus haben die Stadtwerke Trier (SWT) ihren Sitz. Die rote Linie auf unserem Bild umfasst das gesamte SWT-Gelände. Ein Teil davon könnte dem Neubau einer Feuerwache weichen. Das Kundenzentrum bleibt auf jeden Fall bestehen. TV-Foto: Portaflug Föhren, Grafik: TMVG
Neben dem Alleencenter mit Parkhaus haben die Stadtwerke Trier (SWT) ihren Sitz. Die rote Linie auf unserem Bild umfasst das gesamte SWT-Gelände. Ein Teil davon könnte dem Neubau einer Feuerwache weichen. Das Kundenzentrum bleibt auf jeden Fall bestehen. TV-Foto: Portaflug Föhren, Grafik: TMVG
Trier. Bei der Standortsuche für eine neue Hauptwache der Berufsfeuerwehr soll auch der Betriebshof der Stadtwerke Trier (SWT) in der Ostallee geprüft werden. Das fordern die Grünen. Die SWT haben für ihre technischen Betriebe eine Standort- und Potenzialanalyse beauftragt. Marcus Hormes

Trier. Der Gebäudekomplex der Berufsfeuerwehr Trier am St.-Barbara-Ufer ist teilweise marode, zu eng und liegt als Startpunkt für Einsätze strategisch ungünstig. Deshalb baut die Stadt zum einen eine Nebenwache in Ehrang. Zum anderen läuft seit Jahren die Suche nach einem möglichen Standort für eine neue Hauptwache (der TV berichtete).

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen bringt zur heutigen Stadtratsitzung eine neue Option ins Spiel: das SWT-Gelände in der Ostallee. Im Antrag heißt es: "Im Rahmen einer Umorganisation bei den Stadtwerken steht in absehbarer Zeit der Betriebshof mit 10 200 Quadratmetern zur Verfügung." Der in der Analyse der Stadtverwaltung favorisierte Standort Spitzmühle sei hingegen unter den Aspekten Stadtklima (Frischluftversorgung) und archäologische Denkmalpflege (römischer Tempelbezirk) problematisch (siehe Extra).Gemeinsamer Betriebshof?


Auf TV-Anfrage erklärt Antragsteller Richard Leuckefeld den Hintergrund: "Es gibt Überlegungen zwischen SWT und Stadtwerken, Bereiche zusammenzulegen." So sei etwa ein gemeinsamer Betriebshof von Stadtreinigung (derzeit noch Löwenbrückener Straße in Trier-Süd) und SWT auf einem Grundstück in der Metternichstraße in Trier-Nord möglich. Dort könnte sich zusätzlich der Zweckverband Abfallwirtschaft im Raum Trier (ART) ansiedeln. Die Stadt Trier und der Kreis Trier-Saarburg haben sich für den geplanten ART-Umzug von der Löwenbrückener Straße noch nicht zwischen den Optionen Trier/Metternichstraße und Mertesdorf entschieden.
SWT-Pressesprecher Carsten Grasmück nimmt Stellung: "Grundsätzlich sind wir immer auf der Suche nach Möglichkeiten, um Betriebsabläufe zu optimieren und Synergien zu heben." Dabei gehe es auch um mögliche Partner. In einer Standort- und Potenzialanalyse lassen die SWT derzeit ihre technischen Betriebe der Ver- und Entsorgung untersuchen. Auf dieser Basis sollen Entscheidungen folgen.
Insgesamt nutzen die SWT in der Ostallee sogar knapp 21 000 Quadratmeter: Verwaltung, Kundenzentrum, Zentralwerkstatt, Lehrwerkstatt, Lager, Freilager, Fahrzeughalle, Betriebstankstelle. Was davon für eine Verlagerung infrage kommt, ist offen. Eines schließt Grasmück allerdings aus: "Das 2012 neu gebaute Kundenzentrum ist selbstverständlich nicht betroffen."
Extra

Außer der Spitzmühle prüfte die Stadt für den Bau der neuen Feuerwache: Gelände Ex-Polizeipräsidium, Südallee: Mit 9600 Quadratmeter zu klein (Bedarf: 10 500 Quadratmeter). Keine Erweiterungsmöglichkeiten. Das Gefälle im Gelände würde laut Gutachten Rampen notwendig machen, die eine Alarmausfahrt behindern könnten. Hohe Kosten, weil das Grundstück dem Land abgekauft und die bestehenden Gebäude abgerissen werden müssten. ART-Gelände Löwenbrückener Straße: Größe ausreichend, allerdings im neuen Bebauungsplan von der Stadt bereits als Wohn- und Gewerbegebiet vorgesehen. wocMeinung

Jede Idee ist willkommenDer Vorschlag der Grünen zur Feuerwache hört sich zunächst charmant an. Eine der innerstädtisch so knapp bemessenen Flächen als SWT-Betriebshof mit Werkstatt und Lagerhallen zu nutzen, ist in der Tat verschenkt. Die zentrale Lage wäre einsatztaktisch für die Feuerwehr wohl grundsätzlich gut. Allerdings gibt es noch etliche Fragen zu klären. Zum einen wären Gebäude abzureißen - womöglich sogar der große SWT-Verwaltungskomplex. Zum anderen müsste die Verkehrsführung optimiert werden, damit die Feuerwehr im Ernstfall in alle Richtungen zügig ausfahren kann. Eine perfekte Lösung wird es bei der fast schon verzweifelten Standortsuche nicht geben. Daher ist jede Idee willkommen, die die Sicherheitslage in Trier verbessern könnte. m.hormes@volksfreund.de