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Neues Domizil für Eurener Bürgerhaus

Soll die neue Heimat für die Eurener Vereine werden: die Ex-Druckerei an der Bahntrasse. TV-Foto: Mechthild Schneiders
Soll die neue Heimat für die Eurener Vereine werden: die Ex-Druckerei an der Bahntrasse. TV-Foto: Mechthild Schneiders
Trier-Euren. Das Bürgerhaus Euren in der St.-Helena-Straße ist Geschichte. Nicht nur, weil seit August an dessen Stelle ein tiefes Bauloch klafft, sondern insbesondere, weil dort kein Vereinshaus entstehen wird. Denn der Kulturring hat sich inzwischen gegen den alten und für einen neuen Standort entschieden: die ehemalige Druckerei Lintz in der Ottostraße. Mechthild Schneiders

Trier-Euren. "Es gibt kein Retour mehr", sagt Karl Biegel, Vorsitzender des Kulturrings Euren, zu der Entscheidung, kein Bürgerhaus in der St.-Helena-Straße zu bauen und stattdessen in die ehemalige Druckerei Lintz in der Ottostraße 29 zu ziehen. Der Kulturring, der seit 1987 das Bürgerhaus verwaltet, hat Ende Oktober das 2200 Quadratmeter große Gelände mit Gebäuden an der Bahntrasse gekauft.
Als die Druckerei zum Verkauf stand, sei er gefragt worden, ob das Gebäude sich nicht als Bürgerhaus eignen würde und günstiger sei als ein Neubau, erzählt der 54-Jährige. Ende August haben sich Mitglieder des Kulturrings das Haus angesehen. "Die 16 Vereine im Kulturring waren sich selten so einig wie bei der Entscheidung, aus der ehemaligen Druckerei ein Vereinshaus zu machen", sagt Josef Schirra vom Männergesangverein (MGV) Euren.
"Die Räume entsprechen fast der Aufteilung, die wir brauchen", ergänzt Biegel. Es gibt eine große Halle, die als Saal bestuhlt rund 200 Gäste fasst. Zudem sind ein kleiner Veranstaltungsraum vorhanden und eine Rampe, die für die Belieferung etwa von Getränken günstig ist.
Zurzeit würden die Details des Umbaus in Abstimmung mit dem städtischen Bauausschuss geplant. "Das Gebäude ist noch nicht in dem Zustand, wie wir es brauchen", sagt der Kulturring-Vorsitzende. So soll Richtung Bahntrasse eine Bühne angebaut werden, ebenso ein Umkleideraum für die Künstler. Geplant ist auch, das Dach anzuheben, um an Höhe zu gewinnen.
Wie bereits am Standort St.-Helena-Straße habe der Kulturring auch im neuen Domizil das Jugendzentrum fest eingeplant, verspricht Biegel. Diesem stünden das gesamte Obergeschoss mit rund 160 Quadratmetern, ein Raum von rund 80 Quadratmetern für den offenen Treff im Erdgeschoss sowie ein Lagerraum im Keller zur Verfügung. Zudem könnten die jungen Besucher den Partyraum im Keller nutzen und hätten einen Ort für Theateraufführungen. Doch ob das Jugendzentrum einziehen wird, sei ungewiss, sagt Biegel. Die Stadt habe bislang noch keine Entscheidung getroffen.
Die Kosten belaufen sich laut Biegel auf insgesamt rund 1,2 Millionen am neuen Standort. Der Neubau in der St.-Helena-Straße war mit etwa zwei Millionen Euro veranschlagt. Wie es mit dem Grundstück dort weitergeht, steht zurzeit noch nicht fest.
Mit dem Umbau der Druckerei will der Kulturring im März beginnen. Denn zuvor bevölkern die Narren das künftige Vereinsdomizil. Der Karnevalsclub Grün-Weiß Euren veranstaltet dort ab 22. Januar sein Ordensfest sowie die Sitzungen. Zudem feiert die Koobengarde Ordensball (14. Januar) und Damensitzung (20. Januar) in der ehemaligen Druckerei.
"KC, Koobengarde und MGV haben ordentlich Arbeit investiert, damit die Halle provisorisch genutzt werden kann", sagt Schirra. So wurden eine Schankerlaubnis beantragt, die Beleuchtung erneuert und Notausgänge geschaffen. Zudem habe die Feuerwehr die Räume geprüft.
Getestet ist das neue Heim der Eurener Vereine bereits: Der MGV hatte dort seine dritte bayerische Nacht gefeiert. "Wir waren sehr zufrieden dort", sagt Schirra. Nur die Akustik sei noch schlecht. Und die fehlende Toilettenanlage hat ein Wagen ersetzt. Schirras Resümee: "Es muss noch einiges passieren."
Extra

Die Druckerei Lintz wurde 1956 gegründet. 1997 wurde der Betrieb eingestellt. Danach war Lintz-Druck ein Unternehmen der Südeifel Integrationsbetriebe, die 2010 Insolvenz angemeldet haben. Seitdem steht das Gebäude in der Ottostraße leer. mehi