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Ni hao! Uni-Orchester besucht chinesische Partnerhochschule

Trier/Xiamen. Es ist zweifellos ein Höhepunkt in der fast 40-jährigen Geschichte des Collegium Musicum: Das Orchester der Universität Trier ist gerade zu einem knapp einwöchigen Gastspiel in China. Am 4. und 5. April wird das Ensemble zwei Konzerte an der Universität Xiamen geben. Anlass ist die 95-Jahr-Feier der Partnerhochschule der Trierer Universität.

Trier/Xiamen. "Es wird eine interessante Erfahrung, wir freuen uns sehr darauf", sagte der musikalische Leiter Mariano Chiacchiarini vor der Abreise in die chinesische Küstenstadt. Er betritt in Xiamen nicht nur musikalisch Neuland. Der weit gereiste Argentinier mit italienischen Wurzeln besucht die Volksrepublik China zum ersten Mal.
Gespannt ist er auf Land und Leute, insbesondere aber auch auf die musikalische Zusammenarbeit mit den Gastgebern. Aus organisatorischen Gründen kann das Orchester nur mit 30 statt 50 Instrumentalisten - und ohne Chor - nach Xiamen reisen. Beim ersten Konzert werden daher einige einheimische Musiker das Ensemble verstärken. Den zweiten Auftritt wird das Collegium in einer imposanten Besetzung gemeinsam mit dem Orchester und dem Chor der Universität Xiamen bestreiten.
"Das musikalische Programm ist so gestaltet, dass unser Orchester auch in reduzierter Besetzung strahlen kann", erklärt Chiacchiarini. Zweite Voraussetzung für die Auswahl: Die Werke sollten internationalem Standard-Repertoire entsprechen. Chiacchiarini und die Gastgeber entschieden sich für Werke von Beethoven und Schubert. Beethovens "Neunte" mit der Europa-Hymne "Ode an die Freude", gespielt und gesungen von Musikern und Sängern der Universitäten Xiamen und Trier - das dürfte ein musikalisches und interkulturelles Erlebnis werden.
Es waren allerdings umfangreiche Vorbereitungen nötig. Ausgerechnet der Artenschutz entwickelte ernsthaftes Gefährdungspotenzial für die Konzertreise. Bevor sie im Flugzeug transportiert und nach China eingeführt werden durften, mussten alle Instrumente die kritische Prüfung eines Gutachters bestehen. Geigenbögen sind nicht selten mit Elfenbein verstärkt, das nach Artenschutzbestimmungen jedoch nicht eingeführt werden darf. Universitätspräsident Michael Jäckel hat das Gastspiel im vergangenen Jahr mit der Vizepräsidentin der Universität Xiamen, Zhan Xinli, eingefädelt. Er wird die Konzerte in Xiamen erleben und die Besucher dort begrüßen dürfen. red