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Soziales
Nikolaus-Koch-Stiftung: Die Möglichmacher feiern 25 Jahre in Trier

Beim Diktatwettbewerb 2018 „Trier schreibt!“ haben Schüler der Region ihre Kompetenzen im Schreiben unter Beweis gestellt und dabei gelernt – dank Geld der Nikolaus-Koch-Stiftung. Die Einrichtung fördert seit 25 Jahren Bildungsprojekte rund um Trier und feiert das am heutigen Donnerstag.
Beim Diktatwettbewerb 2018 „Trier schreibt!“ haben Schüler der Region ihre Kompetenzen im Schreiben unter Beweis gestellt und dabei gelernt – dank Geld der Nikolaus-Koch-Stiftung. Die Einrichtung fördert seit 25 Jahren Bildungsprojekte rund um Trier und feiert das am heutigen Donnerstag. FOTO: Friedemann Vetter
Trier/Wittlich/Daun. Geld ist nicht alles, aber ohne die Mittel der Nikolaus-Koch-Stiftung gäbe es viele soziale Projekte in der Region nicht. Donnerstag wird gefeiert. Von Benedikt Laubert
Benedikt Laubert

Fast alle jungen Menschen der Region sind ihr schon einmal begegnet – höchstwahrscheinlich aber, ohne sich dessen bewusst zu sein. Die einen haben ihr Zukunfts-Diplom in Trier gemacht und dabei gelernt, wie man nachhaltig leben kann – dank Spenden der Nikolaus-Koch-Stiftung. Andere haben sich zum Thema Autismus beraten lassen, an der Uni Trier studiert oder in Schreibwerkstätten gelernt, eigene Geschichten zu erzählen – ebenfalls mit Unterstützung der Nikolaus-Koch-Stiftung. Und wieder andere waren ganz einfach im H&M einkaufen, der, als er noch eine Trierer Filiale unterhielt, seine Räume bei der Stiftung gemietet hatte – aus Mieteinnahmen wie diesen finanziert die Einrichtung einen großen Teil ihrer Spenden.

Immer stehen dabei andere Akteure im Vordergrund, auch wenn es oft gar nicht ohne die Mittel der Trierer Stiftung ginge. Am Donnerstag, 8. November, tritt die Stiftung aber selbst ins Rampenlicht und feiert ihren 25. Geburtstag um 15.30 Uhr in den Trierer Viehmarktthermen. Die Karten dafür sind bereits vergeben.

Die Stiftung nimmt die Feier zum Anlass, erneut hervorragende Projekte aus der Region zu unterstützen; dieses mal vor allem mit einer großen Bühne, die sie ihnen bietet. Denn zum vierten Mal vergibt sie heute den Nikolaus-Koch-Preis.

Der 2005 zum ersten Mal verliehenen Preis ging an Initiativen, die sich um schulverdrossene Schüler kümmern. 2008 ging er an sogenannte Medienschulen, 2015 an Projekte, die innovative Berufsorientierung anbieten.

Dieses Jahr geht der Preis an bis zu vier ausgewählte Projekte in Teilzeitberufsschulklassen. Dazu gibt es ein Preisgeld in Höhe von bis zu 3000 Euro, zwei Fortbildungstage und Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit. Das bietet die Nikolaus-Koch-Stiftung gemeinsam mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) an.

Seit ihrer Gründung dürfte die Stiftung eine größere zweistellige Millionensumme in Projekte aus der Region gesteckt haben. Aktuelle Zahlen verrät die Stiftung nicht vor ihrem Jubiläum. In den ersten zehn Jahren ihres Bestehens schüttete die Stiftung rund 21 Millionen Euro aus, wie sie damals mitteilte. Also dürfte die Fördersumme aller Projekte inzwischen bei rund 50 Millionen Euro liegen. Damit gehört die Stiftung zu den wichtigsten Förderern in der Bildungs- und Forschungsfinanzierung der Region Trier.

Möglich sind diese hohen Zuwendungen dank Nikolaus Koch, dem langjährigen Verleger des Trierischen Volksfreunds, und dank seiner Ehefrau. Neun Jahre nach dem Tod ihres Mannes setzte Luise Koch 1993 seine Idee um und gründete die Stiftung mit einem Startkapital von einer Million D-Mark. Sie vermachte der neuen Einrichtung den Großteil ihres Erbes, wodurch das Stiftungskapital mit ihrem Tod wenige Wochen später auf mehr als 25 Millionen Mark anwuchs. Seitdem vermehrt die Stiftung ihr Geld mit verschiedenen Anlageformen, unter anderem der Vermietung von Immobilien.

Laut Satzung kommen die Spenden vor allem der Ausbildung und Fortbildung durch gemeinnützige Einrichtungen und Schulen im ehemaligen Regierungsbezirk Trier sowie der Universität und der Hochschule Trier zugute. Außerdem gibt’s Zuwendungen für Waisenhäuser und Institutionen für behinderte Menschen. Vielen Wittlicher Schülern dürfte zum Beispiel ein Gemeinschaftsprojekt der Stiftung mit der DKJS bekannt sein: Im Ideen- und Förderwettbewerb „passt! Innovative Berufsorientierung in der Region Trier“ zeigen Unternehmen aus der Umgebung regelmäßig ihre Bildungsangebote an der Wittlicher Kurfürst-Balduin-Realschule plus.

Beim Diktatwettbewerb „Trier schreibt!“ der Nikolaus-Koch-Stiftung haben unter anderem Schüler aus Trier, Daun, Prüm, Schweich und Saarburg um die Wette geschrieben. Und seit Sommer 2018 gibt es dank der Stiftung und anderen Geldgebern eine neue Beratungsstelle für Fragen zum Thema Autismus in Trier. Unzählige Gründe also, einmal zu sagen: Danke für all die Unterstützung – und auf die nächsten 25 Jahre!