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| 18:16 Uhr

Nittel
Nitteler Fels wird Leuchtpunkt biologischer Vielfalt

Nicht nur für den Weinbau ein wichtiger Faktor: Die speziellen klimatischen Bedingungen am Nitteler Kalkfelsen bieten Lebensraum für verschiedene 
Pflanzen- und Tierarten.
Nicht nur für den Weinbau ein wichtiger Faktor: Die speziellen klimatischen Bedingungen am Nitteler Kalkfelsen bieten Lebensraum für verschiedene Pflanzen- und Tierarten. FOTO: Ansgar Schmitz
Nittel. Die Initiative „Lebendige Moselweinberge“ zeichnet den Nitteler Kalkfelsen aus. Der Festakt ist Teil einer großen Veranstaltungsreihe in der Region. Von Jürgen Boie

Der Nitteler Fels sieht nicht nur imposant aus. Er bietet auch Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten und ist als Weinanbaugebiet ein Aushängeschild für die Nitteler Winzer.

Unterhalb einer mächtigen Felswand befinden sich die besten Lagen in der Weinbaugemeinde Nittel. Geschützt vor kalten Nordwinden und mit optimaler Ausrichtung zur Sonne finden die Reben an dieser exponierten Stelle ausgezeichnete Bedingungen für qualitativ hochwertige Weine. Doch der Nitteler Fels ist nicht nur für den Weinbau gut.

Zahlreiche Pflanzen, darunter seltene Orchideen, aber auch ortstypische Weinbergpfirsiche, Walnussbäume und viele Kräuter schätzen das spezielle Mikroklima. In den Trockenmauern wohnen Eidechsen, und über allem kreist der Rotmilan in der Luft auf der Suche nach Mäusen und anderen Kleintieren.

Diese von Menschen geschaffene Kulturlandschaft zu erhalten und ihre Einzigartigkeit deutlicher herauszustellen, ist das Ziel der Initiative „Lebendige Moselweinberge“ des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR). Von der Initiative profitieren sollen die Weinbaubetriebe und die Tourismusbranche. Denn Besucher, die eine intakte Kulturlandschaft mit hohem „Erlebnispotenzial“ (DLR) vorfinden, und wissen, welche Arbeitsleistung nötig ist, um die als intakt empfundene Landschaft zu kultivieren und zu erhalten, sind auch eher bereit, höhere Preise zu zahlen und damit die „Wertschöpfung“ bei den Weinbau- und Tourismusbetrieben zu erhöhen.

Ein wesentliches Element in der Werbung für die „Lebendigen Moselweinberge“ sind die von dem DLR geschulten „Natur-ErlebnisBegleiter Mosel“. In Nittel ist Johannes Orzechowski einer dieser „Influencer“, wie es im Internetjargon heißen würde. Der promovierte Physiker hat, nachdem er schon einige Jahre als Kultur- und Weinbotschafter Besuchern die Besonderheiten des Weinbaus nähergebracht hat, 2016 die Weiterbildung zum Natur-ErlebnisBegleiter erfolgreich absolviert und lernte dabei die DLR-Initiative „Lebendige Moselweinberge“ kennen.

Die Kriterien für eine Auszeichnung als Leuchtpunkt der Artenvielfalt im Rahmen der Lebendige Moselweinberge – Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten, das Vorkommen seltener Pflanzen- und Tierarten und die hohe Bedeutung der Weinkulturlandschaft – seien beim Nitteler Fels in nahezu perfekter Kombination erfüllt. So dachten Orzechowski und seine Kollegen Hans-Peter Welter und Alfred Willenbücher, beide aus Wincheringen. Sie schlugen das Naturschutzgebiet mit seinen Kalksteinformationen vor – und zu ihrer großen Freude entschied das DLR, dass der Nitteler Fels in diesem Jahr die Auszeichnung als Leuchtpunkt gemeinsam mit dem Moselbogen in Piesport und dem Würzlay in Lehmen erhalten wird.

Für Johannes Orzechowski ist die Würdigung des Nitteler Felsens als ein besonderes interessantes Fleckchen Erde ein doppelter Gewinn. Denn im Zuge seiner Tätigkeit als Kultur- und Weinbotschafter und als Naturerlebnisbegleiter hat er nun ein zertifiziertes „Objekt“, an dem er die Charakteristika von Flora und Fauna an der Obermosel präsentieren kann. Doch damit nicht genug: Der Hobby-Gärtner hat sich das Ziel gesetzt, verfallene und verwilderte Weinberge mit Trockenmauern zu restaurieren und als Zier- und Gemüsegarten wieder nutzbar zu machen. „Damit habe ich ein Demonstrationsobjekt, an dem man sehr gut anschaulich machen kann, welche harte Arbeit nötig war und weiterhin ist, um diese einzigartige Kulturlandschaft zu schaffen“, sagt Orzechowski.

Die Gäste, denen Orzechowski und seine Kolleginnen und Kollegen die Schönheiten der Region näherbringen wollen, werden intensive Eindrücke nach Hause mitnehmen können.

Zur Ehrung des Nitteler Fels’ als Leuchtpunkt kommt am 5. Mai um 10 Uhr der rheinland-pfälzische Staatssekretär im Weinbau- und Wirtschaftsministerium, Andy Becht, nach Nittel. Um 10 Uhr ist eine Begrüßungsveranstaltung im Weingut Frieden-Berg in Nittel angesetzt. Um 11 Uhr trifft man sich in den Nitteler Weinbergen in der Nähe der „Knie mit Gelenk“ genannten Skulptur. Dort werden eine Informationstafel und ein „Lebensturm“ vorgestellt. Am 6. Mai kann man mit Johannes Orzechowski von 11 Uhr bis 12.30 Uhr „Vom Knie zur Hand“ wandern. Auf diesem kostenlosen Spaziergang kann auch der Felsengarten am Lehlinger besichtigt werden. Anmeldung per E-Mail unter johannes@weinort-nittel.de. Treffpunkt für Kurzentschlossene ist der Wirtschaftsweg beim „Knie“.

Nicht nur am Kalkfelsen gibt es Programm:

(ct) Mai 1992 – in Rio de Janeiro wird die Konvention über die Biologische Vielfalt verabschiedet. Zur Erinnerung hieran erklärt die UN diesen Tag zum „Tag der Artenvielfalt“. Die Initiative „Lebendige Moselweinberge“ ist die regionale Antwort auf diesen Tag und soll die Weinberge der Region erlebbar machen. Dazu werden neben den oben genannten Festakten im Rahmen des Nitteler Felsens viele weitere Programmpunkte angeboten. Eine Auswahl finden Sie hier:

„Über Stock und Stein“ zum Felsen- und Orchideenweg Samstag 5. Mai, von 13 bis 16 Uhr,  Nittel, Treffpunkt am „Kniegelenk“, Endpunkt Weinlehrpfad, Anmeldung: Gerd Müller, Telefon: 0157 32032184, wein-mueller@web.de

Mit dem Kanu zu den Weinbergen
Sonntag 6. Mai, von 10 bis 17 Uhr, Schoden, Treffpunkt bei Kanu SaarFari, Hauptstraße 57a, Anmeldung bis zum 2. Mai: Weingut Dr. Frey Kanzem, Telefon: 06501 945015, Flaschenpost@WeingutDrFrey.de

Ziegenwanderung für Naturentdecker
Samstag 5. Mai, um 15 Uhr, Trier, Treffpunkt am Parkplatz Weingut von Nell, Im Tiergarten 12, Anmeldung: Felix von Nell, Telefon: 0176 41939663, Felix@vonnell.de

„Uralt und doch lebendig – Fährfelsterrassen“
Samstag 5. Mai, von 16.30 bis 18 Uhr, Trittenheim, Treffpunkt am Parkplatz unter der Moselbrücke, Anmeldung: Marlene Bollig, Telefon 06507 6231, info@vinosella.de

Wingert, Wein und Weißburgunder
Sonntag 6. Mai, um 10 Uhr, Trittenheim, Treffpunkt am Parkplatz am Fährturm, Anmeldung: Hans-Joachim Hoppe, Telefon: 0174 5437409

Wärmeliebende Arten im Umfeld der Weinberge und Schieferfelsen
Sonntag 6. Mai, 9 bis 12 Uhr, Piesport, Treffpunkt am Weingut Haart, Ausoniusufer 18, Anmeldung: Theo Haart, Telefon: 0171 9560111, theo@haart.de

Wildkräuterwanderung durch den Klostergarten
Samstag 5. Mai, ab 15 Uhr, Brauneberg, Treffpunkt am Bioweingut Goswin Kranz, Weingartenstraße 22, Anmeldung: Sven Zerwas, Telefon: 06534-93153, info@weingutgoswinkranz.com

Höhenflüge in den Weinbergen – Vogelvielfalt entdecken und Wein schmecken
Samstag 5. Mai, ab 13 Uhr, Osann-Monzel, Treffpunkt an der Oestelbachhalle, Im Eichflur, Anmeldung: Heimat- und Verkehrsverein, Telefon: 06535 7751, zimmervermittlung@osann-monzel.de

Gestein und Wein
Samstag 5. Mai, um 14 Uhr, und Sonntag 6. Mai um 10 Uhr, Ürzig, Treffpunkt am Weingut Benedict Loosen Erben, Würzgartenstr. 1, Anmeldung: Claudia Müller, Telefon: 06532-9459092, riesling@ benedict-loosen-erben.de

Alle Programmpunkte und nähere Informationen finden Sie unter
www.lebendige-moselweinberge.de