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Notweg zur Heide wird geöffnet

Heute schon Großbaustelle: Arbeiten an der neuen B-422-Umgehungssttrasse auf der ehemaligen Industriebrache an der Kyll. TV-Foto: Friedhelm Knopp
Heute schon Großbaustelle: Arbeiten an der neuen B-422-Umgehungssttrasse auf der ehemaligen Industriebrache an der Kyll. TV-Foto: Friedhelm Knopp
Trier-Ehrang. Eine drei Monate dauernde Sperrung der Ehranger Friedhofstraße wegen der B-422-Bauarbeiten ist 2015 nicht vermeidbar. In einer stark besuchten Infoveranstaltung haben Tiefbauamt und Stadtwerke die Gründe für die Sperrung eingehend erklärt. Die zunächst aufgeladene Stimmung der Anwohner konnte deutlich beruhigt werden. Friedhelm Knopp

Trier-Ehrang. Die Arbeiten an der B-422-Umgehung in Ehrang laufen. Die stark aus Richtung Kordel frequentierte Straße soll über das ehemalige Industriegelände an der Kyll am Innenort zu einem neuen Kreisel an der Kyllbrücke geleitet werden. Dies wird von den Anwohnern entlang der heutigen Innenortsroute begrüßt. Doch als das Tiefbauamt der Stadt Trier wegen der Arbeiten eine drei Monate dauernde Vollsperrung der B 422, der Friedhofstraße, ankündigte, sank die Freude bei den Bewohnern von Heide und Friedhofstraße auf den Nullpunkt (der TV berichtete). Grund: Sie würden in dieser Zeit die Stadt Trier, die Autobahn und sogar den "Rest von Ehrang" nur über eine rund 30 Kilometer (hin und zurück) weite Umleitung via Kordel und Butzweiler erreichen können.Bei einer spontanen Versammlung auf dem Ehranger Sportplatz hatten rund 120 Ehranger wütend gegen die "Aussperrung" protestiert. Überraschend verkündete dabei Stadtratsmitglied Berti Adams das Angebot der Stadt, den bestehenden "Notweg" von der Heide durch den Wald nach Quint für die Anlieger zu reaktivieren. Aber auch diese Offerte stieß zunächst auf Misstrauen, da die Betroffenen kein Zutrauen in den schmalem Waldwirtschaftsweg hatten (der TV berichtete).Um die Wogen zu glätten, gingen Stadt und Ortsbeirat in die Offensive: In Verbindung mit der jüngsten Ortsbeiratssitzung luden sie zu einer Infoveranstaltung mit Tiefbauamt und Stadtwerken ein.Jede Menge Bürger vor Ort

Das Angebot wurde angenommen: Der Saal des Ehranger Bürgerhauses war am Abend bis zum Bersten gefüllt, aber die Laune der Besucher am Nullpunkt. Murren im Saal, als Eric Krischel vom Tiefbauamt zunächst die "endlos erscheinende" Umleitung über Kordel an die Leinwand projiziert. Dies sei aber nur die offizielle Umleitung für auswärtigen Verkehr, insbesondere für LKW, erklärt der Mann vom Tiefbauamt. Für die Bewohner der Heide, Friedhofstraße, Linkenbach- und Karrenbachtal werde die Stadt die alte Hochwasser-Notumfahrung durch den Wald nach Quint reaktivieren. Der Weg soll laut Krischel mit einem Schotter-Zement-Gemisch befestigt und an kritischen Stellen mit Leitplanken gesichert werden. Zudem ist der Bau von acht Ausweichpunkten geplant. Die Stadt wird in den Weg rund 260 000 Euro investieren. Nach der Vollsperrung soll die Strecke nicht zurückgebaut, sondern als Notumfahrung erhalten bleiben.Krischel: "Ich betone, dass dies keine Umleitung sein wird, sondern ausschließlich eine Anlieger-Notumfahrung für PKW und Zweiräder. Entsprechend werden wir die Strecke auch ausschildern." Ein Missbrauch des Weges durch Unberechtigte sei erfahrungsgemäß aber zu erwarten, doch "das zu ahnden, wird dann Aufgabe der Polizei sein."Warum in der entscheidenden Bauphase in Höhe der ehemaligen Blumenfabrik nur bei Vollsperrung gearbeitet werden kann, erläutern Bauleiter Andreas Willkomm vom Tiefbauamt und Projektleiter Christian Rauen von den Stadtwerken. Ihre Aussagen auf den Punkt gebracht: Die Fahrbahnbreite von 6,50 Metern erlaubt an dieser Stelle keine einspurige Baustellenpassage - die dazu erforderliche Mindestbreite wäre 8,70 Meter (der TV berichtete).Die Stimmung im Saal beruhigt sich spürbar. Kritische Fragen gibt es noch zur Haltbarkeit des Notweges. Uneins sind sich die Zuhörer, ob der Weg durch den Wald nach Ende der B-422-Sperrung nicht in den alten Zustand versetzt werden sollte - wegen der Natur ringsum.Meinung

Ein offenes GeheimnisEine 15 Kilometer weite offizielle Umleitung über Kordel oder nur etwa sechs Kilometer Notumfahrung durch den Wald von der Heide nach Quint? Wie sich Autofahrer entscheiden, die diese Wahl haben, steht fest. Eine Notumfahrung nur für die Anlieger? Wird schwer sein, dies durchzusetzen, wenn im nächsten Jahr die Ehranger Friedhofstraße auf Monate dicht ist. Da helfen auch keine Anliegerschilder, sondern nur von Polizisten bewachte Schlagbäume an beiden Enden des Weges. Ist aber kein ernst gemeinter Vorschlag - die mit Personal knappe Polizei würde sich bedanken. Deshalb hätten die Trierer Tiefbauamtsplaner das Projekt "Notumfahrung" gerne ganz unter der Hand gehalten. Ein Weg, nur für die eingeweihten Anlieger? Es wäre ein offenes Geheimnis geworden: Spätestens nach zwei Wochen wird jedermann im Umkreis den Tipp mit der Abkürzung kennen. trier@volksfreund.deExtra

Der Ortsbeirat schlägt auf einstimmigen Beschluss vor, im Rahmen des Regionalbahnkonzeptes die künftigen Ehranger Haltepunkte wie folgt zu benennen: Trier-Quint, Trier-Ehrang (beim Krankenhaus) und Trier-Ehrang-Hafenstraße. Ein möglicher vierter Haltepunkt beim Bahnübergang (Wunsch im Stadtteil) sollte Trier-Ehrang-Kyllbrücke heißen. Die laufenden Projekte, Maßnahmen und Themen des Quartiersmanagements Ortskern Ehrang erläuterte Vera Endres von der Trierer Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Palais: Herausgabe der Stadtteilzeitung "Meilenstein", Entwicklung eines Stadtteiltreffs, Demenzbetreuung, Aktion Ferienspaß, Beratung am Ort, Maßnahmen zur Integration. In Arbeit ist das generationsübergreifende Projekt "Bau Rastplatz". Hinzu kommen Begleitung und Weiterentwicklung aller laufenden Maßnahmen. Kontakt: Quartiersmanagement Trier-Ehrang, Niederstraße 142, Telefon 0651/9923164. Mail: Vera.Endres@palais-ev.de