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Nur der Drache fehlt im Drachenboot: Dritter Wettbewerb auf der Mosel um den City-Cup

FOTO: Ludwig Hoff (LH) ("TV-Upload Hoff"
Trier. In Trier hat es am Wochenende nicht nur publikumswirksame Veranstaltungen auf der Straße gegeben, sondern auch eine ebensolche zu Wasser: Die Zurlaubener Mosel war Schauplatz, als das beste Trierer Drachenboot-Team ermittelt wurde. Ludwig Hoff

Trier. Vom Trierer Drachenbootwettrennen könnte sich so manches deutsche Dax-Unternehmen eine Scheibe abschneiden, was die Quote betrifft: Mindestens vier Frauen, so will es das Reglement, müssen bei einem Zehner-Team in einem Drachenboot sitzen und nach Möglichkeit kräftig mitpaddeln. Weder mit der Quote noch mit den Anmeldungen gab es bei der dritten Auflage des Wettbewerbs etwas zu meckern: Die Zahl der Meldungen hatte sich von zwölf im vergangenen Jahr auf diesmal 16 gesteigert. Sehr zur Freude von Marion Hoffmann, bei der ausrichtenden Rudergesellschaft Trier (RGT) 1883 verantwortlich für die Abteilung Drachenboot.
Gepaddelt wurde in den Booten fast bis zur Erschöpfung. Zwar zählte das olympische Prinzip vom Dabeisein, das alles ist, aber insgeheim gewinnen wollte jedes der Boote. Die Regattastrecke verlief in Höhe Zurlauben nicht etwa moselabwärts, sondern in die entgegengesetzte Richtung, was die ganze Angelegenheit natürlich kräftezehrender gestaltete. Dreimal musste die Strecke befahren werden, immer drei Boote nebeneinander, was, Auge in Auge, den direkten Vergleich beförderte. Mit den historischen chinesischen Drachenbooten, wo das Vergleichsmessen populär wurde, haben die heutigen schnittigen Kunststoffboote wohl nichts mehr gemein. Auch fehlt meist der schmückende Drache vorne am Boot. "Are you ready - Attention - go, go, go!" lautete das Kommando. Von da an wurde gepaddelt, was die Arme hergaben. Teamgeist und möglichst aufeinander abgestimmtes Paddeln waren mindestens genauso wichtig wie die reine Muskelkraft. Einer, der es wissen muss, ist Peter Schumacher von den Trie rer Kanufahrern 1948. "Auf dem letzten Meter sind wir noch geschlagen worden", bedauert er und hofft auf den dritten Durchgang. Den ersten hatte sein Team gewonnen. Und Laura Binder oder Michaela Steinel wissen um Macht und Einfluss bei der Wettfahrt, wenn sie ihre Mannschaft mit den Trommelschlägen anfeuern, um die letzten Reserven herauszuholen.
Eines der wohl jüngsten Teams kommt vom Trierer Finanzamt. Der Finanzsportgemeinschaft "Die Steuer-Ungeheuer" macht es einen Riesenspaß - und man tue etwas für die eigene Gesundheit. Auch die Natus GmbH & Co. KG aus dem Trierer Norden ist als "Natus teamwork" mit von der Partie. Sie legten den größten Siegeswillen von allen ins Boot.
Marion Hoffmann weiß von Mannschaften, die sich im eigenen Betrieb erst durch das Drachenbootrennen kennengelernt haben. Und das sei doch eine "wunderbare Sache".
Trotz einsetzenden Regens am späten Sonntagnachmittag ging der Wettbewerb planmäßig über die Bühne. Die DLRG-Teams aus Trier und Schweich mussten nicht eingreifen - so sicher verlief das Rennen.Extra

Nach dem spannenden Finish belegten folgende Mannschaften die Treppchen-Plätze: Disziplin City-Cup: 1. Team der Volksbank Trier (zugleich Titelverteidiger), 2. Natus teamwork (erstmals dabei), 3. "De Treverer" (Betriebssportgemeinschaft RWE Trier) Disziplin Fun-Cup: 1. TKF (Trierer Kanufahrer 1948), 2. "Saarwölfe" (SKC Saarbrücken), 3. "Awo Drachen" (Awo Dillingen) Disziplin Pink-Paddler: "Pinkladies Schierstein" (WSV Schierstein 1921), 2. "Pink Fighters Saar (Regattaverein Saar), 3. "PinkPaddler Trier" (RGT Trier 1883). Schnupper-Paddeln ist bei der RGT (An der Jugendherberge 3, 54292 Trier) jeden Montag und Mittwoch ab 19 Uhr möglich. LH