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Stadtentwicklung
Brubacher Hof: Nur eine Klage kann den Gegnern helfen

Vor der entscheidenden Ratssitzung demonstrieren Mitglieder der BI Rettet Brubach vor dem Rathaus Trier.
Vor der entscheidenden Ratssitzung demonstrieren Mitglieder der BI Rettet Brubach vor dem Rathaus Trier. FOTO: Rainer Neubert
Trier. Mit dem deutlichen Votum für das Baugebiet Brubacher Hof setzt sich die Stadtverwaltung durch. Zumindest vorerst. Von Rainer Neubert
Rainer Neubert

Mit 32 Ja-Stimmen und 21 Nein-Stimmen hat der Stadtrat am Dienstagabend die Satzung für eine städtbauliche Entwicklungsmaßnahme Brubacher Hof beschlossen. Davor hatten Sprecher alle Fraktionen erneut ihre Positionen für oder gegen das Baugebiet mit einer Gesamtfläche von 30 Hektar zwischen dem Stadtteil Mariahof, dem Naturschutzgebiet Mattheiser Wald und dem Weiler Brubacher Hof vorgetragen. Bis zu 2600 Menschen sollen dort bis zum Jahr 2034 in Mehrfamilienhäuser (60 Prozent der geplanten Wohneinheiten) oder Einfamilienhäuser (40 Prozent) einziehen.

Wegen der erwarteten Verkehrsbelastung und aus Gründen des Naturschutzes, aber auch wegen der Nähe der Projektfläche zu den Reiterhöfen am Brubacher Hof haben sich 260 Menschen in der Bürgerinitiative Rettet Brubach zusammengeschlossen. Dieser Verein will die Naturschutzvereine Nabu und BUND finanziell unterstützen, falls diese gegen den Flächennutzungsplan 2035 klagen. Diese für das Baugebiet unverzichtbare Rahmenplanung liegt derzeit bei der Aufsichtbehörde SGD Nord zur Genehmigung vor. Erwartet wird deren Entscheidung für Januar. Der Antrag von Darja Hensler (Piraten), mit Blick darauf die Abstimmung über die Entwicklungsmaßnahme erneut zu verschieben, fand im Rat keine Mehrheit.

Spannend war die Frage, ob sich das geteilte Votum, das es im Juni bereits für den Flächennutzungsplan gegeben hatte, nun wiederholen oder sogar die Mehrheit gekippt würde. Vor allem die CDU-Fraktion galt dabei trotz der klaren Position ihres Vorsitzenden Udo Köhler für das Baugebiet als unsicherer Faktor, zumal das Thema bei einigen Ratsmitgliedern auch stark mit Emotionen verbunden ist. So entschuldigte sich am Dienstagabend Jutta Albrecht bei Oberbürgermeister Wolfram Leibe und ihren Ratskollegen dafür, dass sie in ihrer ersten Stellungnahme nur durch den Entzug des Rederechts und Sperrung des Mikrofons in ihrem verbalen Gefühlsausbruch gebremst werden konnte.

Ähnlich erging es Hans-Alwin Schmitz (UBT). Der Ortsvorsteher von Euren warf der Verwaltung vor, sie habe einseitig gegen das alternativ geprüfte Areal Langenberg zwischen Euren und Zewen agiert. Die drei Ratsmitglieder der UBT stimmten ebenso gegen Brubach wie die Linken (3), die AfD (2) und Piratin Henseler. Mit den erwarteten neun Gegenstimmen der Grünen-Fraktion und den Voten der drei CDU-Ratsmitglieder aus Mariahof reichte das nicht, um die Mehrheit von SPD (12), CDU (17), FDP (2) und Stadtvorstand (1) zu übertreffen.

Realisiert werden soll das Baugebiet mit einem privaten Entwicklungsträger in mehreren Abschnitten (siehe Info). Der Gesamtkaufpreis für den Bodenerwerb wird auf etwa 17 Millionen Euro geschätzt.