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Trier-Saarburg
Burglind lässt Bäume brechen und Menschen im Dunkeln sitzen

Umgestürzte Bäume nach dem Orkan auf der  Herresthaler Straße zwischen Euren und Herresthal  TV-Foto: Friedemann Vetter
Umgestürzte Bäume nach dem Orkan auf der Herresthaler Straße zwischen Euren und Herresthal TV-Foto: Friedemann Vetter FOTO: Friedemann Vetter
Trier-Saarburg. Tausende waren am Mittwochmorgen ohne Strom. Autofahrern war der Weg versperrt. Feuerwehren im Großeinsatz. Nun droht Hochwasser.
Harald Jansen

Es sind Ferien. Deshalb haben die Schüler und viele Eltern derzeit noch frei. Da kann man normalerweise ausschlafen. Doch mit der Nachtruhe ist es am Mittwochmorgen spätestens gegen 6 Uhr schlagartig vorbei gewesen. Von Luxemburg und dem Saarland her kommend ist eine Kaltfront des Sturmtiefs Burglind mit heftigem Regen und starken Böen über den Landkreis Trier-Saarburg und die Stadt Trier hinweggezogen. Burglinds Folgen sind dabei so heftig, dass es nicht beim Rütteln an den Jalousien und dem Wachwerden der Ferienkinder geblieben ist. Feuerwehren, Straßenmeistereien, Techniker und weitere Einsatzkräfte haben stundenlang alle Hände voll damit zu tun gehabt, die Folgen des Wetters zu beseitigen. Und so wie es aussieht, könnte auf die Helfer in den kommenden Tagen weitere Arbeit zukommen (siehe Info).

Strom Rund 10 000 Menschen haben am Mittwochmorgen laut Netzbetreiber Westnetz im Dunklen gesessen. Mehrere Stunden lang waren rund 50 Monteure im Einsatz, um Störungen bei der Elektrizitätsversorgung zu beheben. Nach Auskunft von David Kryszons, Sprecher des Netzbetreibers, hat es im Gebiet des ehemaligen Regierungsbezirks Trier sieben Störungen im Mittelspannungsnetz sowie zahlreiche weitere in den dörflichen Verteilnetzen gegeben. Besonders viele Probleme hat es zwischen 5.30 und 7 Uhr in den Bereichen Winterspelt, Welschbillig/Aach und Saarburg/Trassem gegeben. Laut Kryszons sind die Störungen nahezu ausnahmslos am Vormittag behoben worden. In Trier, wo die Stadtwerke Trier zuständig für die Energieversorgung sind, hat es nach einer ersten Lageeinschätzung keine größeren Störungen gegeben. Einzig im Aacher Weg (Stadtteil Biewer) haben umgestürzte Bäume eine Freileitung beschädigt.

Verkehr Zwar haben die Sturmböen das Fortkommen nicht gerade erleichtert. Doch sind es Äste und Bäume gewesen, die für Verkehrsbehinderungen verantwortlich gewesen sind. Nach Auskunft des luxemburgischen Bahnunternehmens CFL hat es im Bereich Igel Probleme mit der Oberleitung gegeben. Die Folge waren Verspätungen. Diese gab es auch auf der Strecke nach Koblenz und auf der Obermoselstrecke.

Auf zahlreichen Straßen gibt es am Mittwoch ebenfalls Probleme. Betroffen davon sind Strecken im Landkreis und in der Stadt. Unter anderem die B 407 bei Kell und zwischen Zerf und Hermeskeil, die B 268 zwischen Losheim und Serrig und die Straße zwischen Trier-Euren und Herresthal.

Auf der Strecke zwischen Trier-Quint und Zemmer ist beispielsweise die Feuerwehr Zemmer im Einsatz gewesen. Nach Auskunft von Wehrführer Thomas Ensch waren im Bereich der Abfahrt L 46/K 34 gleich mehrere Bäume umgestürzt. Es bildete sich in beide Fahrtrichtungen ein Rückstau. Mehrere LKW konnten nicht wenden und waren eingeschlossen. Ähnlich erging es einem Autofahrer auf der B 51 zwischen Konz und Ayl. Nach Auskunft der Verbandsgemeindeverwaltung Konz bleibt wegen Windbruchs die alte B 51 zwischen Konz-Könen und der K 112 (Abfahrt nach Tawern) für den Verkehr gesperrt.

Sturmfolgen In Osburg stürzten beispielsweise mehrere Bäume auf ein Wohnhaus. Die Freileitung über dem Haus wurde laut Feuerwehr Osburg ebenfalls getroffen. Die Feuerwehr Schweich rückte mit ihrer Drehleiter an, um die örtliche Feuerwehr beim Entfernen der Bäume auf dem Haus und der Stromleitung zu unterstützen. Auch an anderen Gebäuden hat es Schäden gegeben.

Durch die Böen in der Nacht sind in Trier unter anderem zwei Nadelbäume auf dem Hauptfriedhof umgestürzt. Um die Schäden beseitigen zu können, musste der Friedhof  vorübergehend geschlossen werden. Ebenso wie das Moselstadion, wo eine Kastanie umgefallen war. Die Stadtverwaltung rät davon ab, ausgedehnte Waldspaziergänge zu machen oder dort Sport zu treiben. Erfahrungsgemäß können auch Tage nach einem Sturm Bäume umstürzen, die zunächst stehen geblieben sind.