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Politik
Der neue Jugendtreff Ehrang kommt – aber nicht sofort

Nicht mehr sanierungsfähig: Der Jugendtreff Ehrang-Quint an der Merowingerstraße.
Nicht mehr sanierungsfähig: Der Jugendtreff Ehrang-Quint an der Merowingerstraße. FOTO: Friedhelm Knopp
Ehrang-Quint. Der Ortsbeirat Ehrang-Quint hat dem Bau eines neuen Jugendtreffs zugestimmt. Eine Sanierung des bestehenden Baus wäre unwirtschaftlich. Doch bevor das alte Gebäude abgerissen wird, dient es einem letzten Zweck.

Die Entscheidung in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats Ehrang-Quint kam schnell, einstimmig und ohne längere Debatte: Der Rat beschließt den Bau eines neuen Jugendtreffs, der am Standort Merowingerstraße den 32 Jahre alten Vorgängerbau ersetzen soll.

Die Gesamtkosten des Neubaus werden auf 405 000 Euro geschätzt. Als nächstes Entscheidungsgremium ist der Trierer Stadtrat am Zuge – auch dort dürfte das Bauvorhaben die Abstimmung problemlos passieren. Den Grundsatzbeschluss hatte der Stadtrat schon 2017 getroffen (der TV berichtete). Der Neubau wird zu 90 Prozent mit dem Bund-Länder-Programm Soziale Stadt gefördert. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier hatte das Projekt als grundsätzlich förderfähig eingestuft, und 370 000 Euro an Fördermitteln sind bereits bewilligt. Dieses Jahr will die Stadt weitere 35 000 Euro beantragen.

Dem 1986 bezogenen Containerbau am Ende der MerowingersStraße sieht man die 32 Jahre intensiver Nutzung an. Sein Zustand lässt sich auch mit „Bruchbude“ beschreiben. Bauexperten sagen, dass seine Sanierung nicht mehr wirtschaftlich sinnvoll gewesen wäre.

Die Planung des Neubaus sollte den Jugendlichen als künftigen Nutzern nicht einfach von „oben übergestülpt“ werden. Stattdessen waren Kinder und Jugendliche aus dem Stadtteil eingeladen, sich mit eigenen Ideen in das Projekt einzubringen. Die daraus von den Architekten entwickelte Planung sieht einen eingeschossigen Neubau mit dieser Raumaufteilung vor: Ein großer Gruppenraum mit 100 Quadratmetern Fläche, dazu zwei separate kleinere Gruppenräume mit je 13 Quadratmetern Fläche. Weiterhin vorgesehen sind ein Büroraum, eine Küche mit Essgelegenheit, ein Technikraum und zwei Toiletten.

Hinzu kommt ein kleines, separates Lagergebäude, das auch als Werkstätte dient. Mit den Arbeiten soll noch in diesem Jahr begonnen werden. Da die alten Räume aber noch als Abstimmungslokal für die kommende Ortsvorsteherwahl benötigt werden, kann ihr Abriss erst nach dem 10. Juni beginnen. Kopfzerbrechen bereitete zunächst die Frage, wo der Jugendtreff während der Bauzeit unterkommen könnte.

Die Lösung präsentierte der stellvertretende Ortsvorsteher Hans-Werner Knopp in der Ortsbeiratssitzung: Das Mutterhaus der Borromäerinnen habe inzwischen angedeutet, dem Jugendtreff für die Übergangszeit Räume im ehemaligen Ehranger Schwesternwohnheim zur Verfügung zu stellen. Noch in dieser Woche seien weitere Gespräche angesetzt.