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Per Obus durch Trier

ÖPNV-Nostalgie: Joachim und Karl-Josef Gilles (Mitte) mit Alfred Klasner (links) vom Straßenbahnerverein und frisch erschienenem neuem Bildband. TV-Foto: Mechthild Schneiders
ÖPNV-Nostalgie: Joachim und Karl-Josef Gilles (Mitte) mit Alfred Klasner (links) vom Straßenbahnerverein und frisch erschienenem neuem Bildband. TV-Foto: Mechthild Schneiders
80 Jahre ÖPNV in Trier und vier Verkehrssysteme: In ihrem zweiten historische Bildband blicken Joachim und Karl-Josef Gilles zurück in die Zeit, als sich ein Netz aus Oberleitungen, Schienen und Gleisen quer durch die Stadt spannte. Von unserer Mitarbeiterin Mechthild Schneiders

Trier-Euren. Manch einer träumt noch heute von der Zeit, als die Straßenbahn vom Hauptbahnhof durch die Porta Nigra zum Hauptmarkt fuhr. Festgehalten ist sie in zwei historischen Bildbänden von Joachim und Karl-Josef Gilles. Das 2006 erschienene erste Buch "Die Trierer Straßenbahnen" war so erfolgreich, dass jetzt die Fortsetzung "Mit Straßenbahn und Obus durch Trier - 1935 bis 1970" die Fortsetzung folgt.Vater und Sohn bilden Autorengespann

Vorgestellt wurde sie zwischen historischen Fotos, Dienstmützen und Uniformen im Straßenbahnermuseum Trier, das im Gebäude der Stadtwerke-Verkehrs-GmbH in der Gottbillstraße untergebracht ist."Wir hatten neues Bildmaterial vorliegen", sagt Archäologe und Historiker Karl-Josef Gilles zur Entstehungsgeschichte des zweiten Bands. In 160 Fotos dokumentieren Vater und Sohn den Wandel des Personenverkehrs von der Vorkriegszeit bis 1970. "Das Buch ist sehr gut recherchiert", betonte Stadtwerke-Verkehrs-Chef Frank Birkhäuer. Die Fotos ließen sich gut mit den eigenen Erinnerungen verknüpfen: "Ein Buch für alle, die ein Herz für den ÖPNV haben."Die elektrisch betriebenen Obusse, Omnibusse, die ihren Strom aus Oberleitungen bezogen, bildeten nach Pferde- und Straßenbahn das dritte ÖPNV-System in der Stadt. Ab 1940 lösten sie nach und nach die Straßenbahn ab, die 1951 eingestellt wurde. "Das Buch enthält seltene Bilder der doppelten Oberleitung für Obus und Straßenbahn", sagt Historiker und Politikwissenschaftler Joachim Gilles. Aufnahmen aus der Kriegszeit zeigen die Zerstörung des Depots und der Fahrzeuge. Die Autoren stellen die vier Trierer Obuslinien detailliert vor und berichten über den Verbleib der Fahrzeuge. Denn 1970 wurde nach weniger als 30 Jahren die gesamte Busflotte auf Dieselmotoren umgestellt. Einen Grund sieht Birkhäuer in der damaligen Mineralölsteuer-Befreiung von Dieselbussen.Das Buch "Mit Straßenbahn und Obus durch Trier 1935 bis 1970" von Joachim und Karl-Josef Gilles (96 Seiten, 167 Abbildungen) ist erschienen in der Reihe "Auf Schienen unterwegs"im Sutton Verlag und kostet 17,90 Euro.