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Persönliche Erfahrung mit großem Gefühl

Emmas Abschied: Sie wird von ihren Klassenkameraden so gemobbt, dass sie sich das Leben nimmt. TV-Foto: Lisa Bergmann
Emmas Abschied: Sie wird von ihren Klassenkameraden so gemobbt, dass sie sich das Leben nimmt. TV-Foto: Lisa Bergmann
Zu hilfsbereit, zu begabt, zu übergewichtig, zu schüchtern - Auslöser für Mobbing gibt es viele. Das Projekt "It gets better - Ätt gitt besser!" möchte das ändern. Nach einjähriger Vorbereitungszeit hat das Benefizkonzert gegen Mobbing stattgefunden. 40 Jungen und Mädchen präsentierten Lieder und Szenen rund ums Thema.

Trier. Bei strahlendem Sonnenschein gibt es auf der Bühne Düsteres zu sehen. Schülerin Emma Bergmann wird beigesetzt, nachdem sie sich das Leben genommen hat. Sie hat die Schikanen ihrer Mitschüler nicht mehr ertragen. In einem Monolog richtet sie ihre letzten Worte an Eltern, Freunde und Lehrerin.
Der Text zu dieser Szene wurde von Katja Büdinger verfasst, die die Emma verkörpert. Projektleiterin Beatrice Bergér, Sängerin und Gesangspädagogin, ist bereits in ihrer Eröffnungsrede sichtlich bewegt: "Mir war nicht bewusst, wie viele junge Menschen von Mobbing betroffen sind." Schon die Vorbereitungszeit sei sehr emotional gewesen. Denn einige der Sängerinnen und Sänger waren in ihrer Schulzeit selbst Opfer von Mobbing, das Projekt bot ihnen die Chance, das Erlebte auf kreative Weise aufzuarbeiten.
Mit dem Mobbing-Kreis beginnt der zweite Teil des Programms. Drei junge Menschen aus dem Ensemble berichten von ihren ganz persönlichen Erfahrungen mit Mobbing. So berichtet Christiane Bangert unter Tränen: "Es gab eine richtige Hetzjagd auf Facebook, ich bekam Drohungen."
Ein Abend mit Botschaft


Die Songs, die die 40 Jungen und Mädchen dem Publikum präsentieren, haben sie selbst ausgewählt. Sie transportieren die Gefühle, die ein Mobbing-Opfer erlebt: Von Verzweiflung und Einsamkeit bis hin zu Hoffnung auf Besserung.
Die Emotionen spiegeln sich im Verlauf des dreieinhalbstündigen Programms: Im Verlauf des Abends werden die Songs heiterer, auch die Kleidung der Akteure wird mit jedem Lied bunter. Im Finale singt das Ensemble "It gets better!", ein Song aus dem Trevor-Projekt, einer US-amerikanischen Initiative gegen Mobbing wegen sexueller Gesinnung. Das ist die Botschaft des Abends: Es wird besser! Mit Hilfe von Familie, Freunden und dem Glauben an sich selbst kann man Mobbing verarbeiten.
Beatrice Bergér hofft, dass es mit diesem Konzert nicht getan ist: "Wir wollen Teil eines Anfangs sein." Man wolle die Aktion an die Schulen weitertragen und Schüler, Lehrer und Eltern aufrütteln, damit ihnen die Problematik bewusst wird. Der Erlös des Benefizkonzerts kommt dem Kinder- und Jugend-Verein muts e.V. und dem Projekt Mobile Jugendeinrichtung Blue des Exzellenzhauses zugute.
Für beide Projekte kann auch im Rahmen der Spendenaktion "Meine Hilfe zählt" des TV gespendet werden. lbe