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Pfalzeler schmieden neue Pläne

Horst Görgen und Herbert Kern (von links) von der Initiative Pro Pfalzel freuen sich, mit den Arbeiten an der alten Schmiede beginnen zu können. TV-Foto: Jasmin Wagner
Horst Görgen und Herbert Kern (von links) von der Initiative Pro Pfalzel freuen sich, mit den Arbeiten an der alten Schmiede beginnen zu können. TV-Foto: Jasmin Wagner
Trier-Pfalzel „. Lange hat es gedauert von der ersten Idee zu einem Schmiedemuseum bis zum Baubeginn, jetzt ist es so weit: Von Juni an wird die Initiative Pro Pfalzel die alte Schmiede im Ort sanieren. Jasmin Wagner

Trier-Pfalzel. "Die Idee zum Schmiedemuseum gibt es seit der Gründung der Initiative Pro Pfalzel", erklärt deren zweiter Vorsitzender Herbert Kern. Der Pfalzeler Architekt interessiert sich auch privat für historische Gebäude und hat deswegen die Sanierung der alten Schmiede im Stadtteil vorangetrieben. Für den Verein (siehe Extra) erweist sich die alte Schmiede als Großprojekt: Ersten Schätzungen zufolge sind ungefähr 100 000 Euro notwendig, um die baufällige Schmiede in ein Museum und in einen Ausstellungsort für lokale Künstler umzuwandeln.
Im April 2012 wurde das Gebäude der Initiative von dem inzwischen verstorbenen Inhaber des Autohauses Klaus Hertz übereignet. Seit Anfang des Jahres liegt die Baugenehmigung vor, im Juni soll mit den Bauarbeiten begonnen werden.
Es gibt viel zu tun: "Die Decken sind teilweise eingestürzt. Bisher haben wir sie nur notdürftig abgestützt. Es hat oberste Priorität, die Sicherheit des Gebäudes herzustellen", fasst Kern die nächsten Arbeitsschritte zusammen. Einiges an Schutt wurde bereits weggeräumt und Schmiedewerkzeug gerettet. Im Mauerwerk fehlen innen und außen Steine, die ersetzt werden müssen. Nur das Dach ist neuwertig.
Einiges an Fachwissen ist zur originalgetreuen Rekonstruktion der Schmiede notwendig: So soll ein Spezialist anhand der Eichenbalken das Alter des Gebäudes bestimmen, das Kern auf mehr als 100 Jahre schätzt. Die Methode der sogenannten Dendrochronologie kommt hier zum Einsatz, das heißt, durch die Untersuchung der Jahresringe des Holzes kann der Zeitraum eingegrenzt werden.
Zur Restaurierung der gefundenen Werkzeuge ist ebenfalls Fachwissen notwendig: Sie werden in einem speziellen Wasserbad gekocht und danach mit einer Bienenwachsschicht überzogen. Vorhandener Rost wird entfernt, das Werkzeug vor neuem Rost geschützt.
Ermöglicht wird dieser aufwendige Wiederaufbau durch Spenden. "Uns wurde bereits Geld von der Sparkasse zugesichert. Außerdem unterstützen uns die Stadtwerke durch ihr Programm ,Helden der Region\', das ehrenamtliches Engagement fördert. Vielleicht hilft uns auch die Denkmalpflege der Stadt weiter", berichtet Horst Görgen, erster Vorsitzender der Initiative Pro Pfalzel. "Wir müssen das Baumaterial bezahlen. Alle anderen Arbeiten erbringt unser Verein in Eigenleistung", ergänzt Kern. Die Bauzeit schätzt der Architekt auf zwei Jahre. Danach soll im Museum das alte Schmiedehandwerk erklärt werden, es soll Lehrgänge für Interessierte mit einem Schmiedemeister geben, und im ersten Obergeschoss können ortsansässige Künstler ihre Werke ausstellen.
Extra

Die Initiative Pro Pfalzel wurde von Pfalzeler Bürgern gegründet, die sich während eines Bürgergutachtens zusammengefunden hatten. Ihre Anregungen sind in einen Stadtteilrahmenplan eingeflossen. Die Initiative hat es sich auch zum Ziel gesetzt, die Umwelt zu schützen sowie den Tourismus in Pfalzel und das soziale Engagement zu fördern. Bereits mehr als 20 Projekte hat die Initiative bisher in Zusammenarbeit mit der Stadt sowie den ortsansässigen Firmen und Bürgern umgesetzt. Vor einem Jahr wurde die Initiative mit dem Bürgerpreis für ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Das Preisgeld möchte der Verein in die Sanierung der alten Schmiede stecken. jwa