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Polizei bestätigt: Prostituierte in Trier-Euren angegriffen und verletzt - Zeugen gesucht

Trier-Euren. Eine Prostituierte ist am Freitag gegen 22.30 in Trier-Euren von einem Freier mit einem Messer angegriffen und verletzt worden. Die Polizei hat diesen Einsatz nun bestätigt und ist auf der Suche nach Zeugen. Der Täter konnte noch nicht gefasst werden.

Am Wochenende wollte sich die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen noch nicht zu einem Einsatz am Freitagabend in Trier-Euren äußern. Jetzt ist klar: Eine Prostituierte wurde von einem Freier in einer Terminwohnung in der Lambertistraße in Trier mit einem Messer attackiert und verletzt.

Der Unbekannte suchte die 42-Jährige nach 21 Uhr in ihrer Wohnung in der Lambertistraße auf. Nach einem kurzen Gespräch zückte der Mann unvermittelt ein Messer, ging auf die Frau zu und bedrohte sie. Diese versuchte den Mann wegzudrücken und schrie laut um Hilfe.
Eine Kollegin, die im selben Haus arbeitete hörte die Schreie und eilte der 42-Jährigen zu Hilfe. Als die Kollegin in der Wohnung erschien, flüchtetet der Täter. Er hatte der Prostituierten mit dem Messer eine Schnittwunde an der Hand zugefügt.

Die 42-Jährige musste noch in der Nacht in einem Krankenhaus ärztlich versorgt werden.
Die polizeiliche Fahndung verlief bislang ohne Erfolg.

Täterbeschreibung: Der unbekannte Mann ist nach Angaben der Polizei etwa 40 bis 50 Jahre alt, circa 1,75 Meter groß und auffallend schlank bis hager. Er trug eine Brille und machte einen ungepflegten Eindruck. Er hat kurzes, lockiges grau-blondes Haar. Die Bekleidung - eine hüftlange dunkle Jacke und eine Jeans - wirkte "altmodisch".

Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe bei der Aufklärung der Straftat. Zeugen, die Hinweise zur Identität des Täters oder sonst sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit der Kriminalpolizei Trier, Telefon 0651/9779-2290 oder -2220 in Verbindung zu setzen.

Der Trier-Eurener Ortsvorsteher Hans-Alwin Schmitz hatte von dem Einsatz in seinem Stadtteil gehört. Dass es in der Lambertistraße Wohnungsprostitution gebe, sei ihm auch bekannt, da die besorgten Anwohner schon mehrfach mit ihm deshalb Kontakt aufgenommen hatten, sagte Schmitz dem TV. Unter der Adresse finden sich im Internet mehrere Rotlicht-Angebote.

Ein Angriff auf eine Prostituierte hatte Anfang des Jahres schon einmal für Aufsehen in Trier gesorgt (der TV berichtete). Ein Mann hatte am 9. Februar eine 34-jährige Prostituierte im Eros-Center in Trier-West brutal angegriffen und schwer verletzt. Die Polizei nahm im März einen 21-Jährigen aus der Verbandsgemeinde Zell als Tatverdächtigen fest. Einen Prozess gab es bisher nicht. Der Mann wurde kürzlich aus der Untersuchungshaft entlassen, weil sein Verteidiger Haftbeschwerde eingelegt hatte und das Oberlandesgericht Koblenz keine Flucht- und Wiederholungsgefahr sah.

Die Stadt Trier hatte in mehreren Fällen versucht, gegen Wohnungsprostitution vorzugehen. Das ist allerdings nicht so einfach, da sie unter bestimmten Bedingungen sogar in Wohngebieten erlaubt ist.