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Polka, Wodka, Russendisko

Geben sich gerne sagenumwoben: die Kreml Krauts. Am 24. November soll es beim Jubiläumskonzert zum zehnjährigen Bestehen so richtig abgehen. Foto: Band
Geben sich gerne sagenumwoben: die Kreml Krauts. Am 24. November soll es beim Jubiläumskonzert zum zehnjährigen Bestehen so richtig abgehen. Foto: Band FOTO: (h_st )
Trier. Ivan Ivanovich & the Kreml Krauts machen sich und ihren Fans zum Bandjubiläum ein hochkarätiges Geschenk. Karin Pütz

Trier Der Bunker klebt - so lässt sich der Probenraum der achtköpfigen Band "Ivan Ivanovich & the Kreml Krauts" am besten beschreiben. Im ehemaligen Hochbunker in der Thyrsusstraße/Ecke Karl-Grün-Straße haben sie einen winzigen Raum zur Verfügung. Kaum zu glauben, dass dort außer Instrumenten, Bierkästen, Gurkengläsern und Kartons mehr als fünf Menschen hineinpassen, die auch noch schweißtreibende Musik machen. Aber irgendwie muss es funktionieren, und zwar gut: Seit zehn Jahren gibt es die Band, die mit einer Mischung aus Polka, Punk, Ska und russischer Folklore etwa 30 Konzerte im Jahr gibt und 2018 ihr drittes Album herausbringt. Vielleicht liegt es am Gläschen Wodka, das sie sich im kuscheligen Probenraum traditionell vor dem Klang des ersten Tons genehmigen.
Anlässlich ihres Jubiläums hat sich die Band von einer Brennerei ihre eigene Marke abfüllen lassen. "Patzan" heißt der 0,2-l-Flachmann mit 37,5-prozentigem Wodka, den es beim Jubiläumskonzert am 24. November im Mergener Hof geben wird. Dazu haben sich die acht Burschen im Alter von 22 bis 37 Jahren hochkarätige Gäste eingeladen: DJane Karacho Rabaukin aus dem Club Balkan Ska in Berlin zum Beispiel, die schon zusammen mit Wladimir Kaminer aufgelegt hat. Sie wird nach dem Konzert der Kreml Krauts für stilechte Russendisko sorgen.
Die Kreml Krauts lieben es, sich sagenumwoben zu geben. Dass Ivan Ivanovich nicht wirklich so heißt und sein russischer Akzent bei den Zwischenansagen der Konzerte ein bisschen übertrieben ist, wird natürlich heftig bestritten. Ihre Alter Egos haben klangvolle Namen wie "Pasi der Sanftmütige" oder "Daniel der Hüne" und abenteuerliche Biografien. "Keulenschwingender Jahrmarktboxer" klingt schließlich aufregender als Instrumentenbauer, und Kutscher abenteuerlicher als Soziologiestudent. Diese Spielereien zeigen den Spaß, den Ivan und die sieben Kreml Krauts haben. Und der soll auch beim Bühnenjubiläum im Mergener Hof vom ersten Akkord an zu spüren sein. Die Kombination aus russischen Texten und Instrumenten wie Akkordeon, Saxophon, Horn und Posaune, die mit Bass, Schlagzeug und Gitarre den typischen Polka-Rhythmus aus den Boxen hämmern werden, soll die "Kraut-Crowd" richtig abgehen lassen. Es soll getanzt werden, bis alles klebt - nicht nur der Bunker. kap

Das Jubiläumskonzert am Freitag, 24. November, im Jugendzentrum Mergener Hof beginnt um 21 Uhr. Mit dabei sind die Wegbereiter der "Neuen deutschen Kelle": Kochkraft durch KMA aus Köln. Karten: www. tanteguerilla.com