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Prostitution im Pi-Park?

Gegen die Zulassung von Bordellbetrieben im Gewerbegebiet Pi-Park hat der Eurener Ortsbeirat keine Bedenken. TV-Foto: Ludwig Hoff
Gegen die Zulassung von Bordellbetrieben im Gewerbegebiet Pi-Park hat der Eurener Ortsbeirat keine Bedenken. TV-Foto: Ludwig Hoff
Wie der Rat zu der Ansiedlung von Bordellen, bordellähnlichen Betrieben oder Sexshops in Eurener Gewerbegebieten steht, wollte die Verwaltung vom Ortsbeirat Euren wissen.

Trier-Euren. (LH) Bordelle und bordellähnliche Betriebe beschäftigten den Ortsbeirat Euren in seiner jüngsten Sitzung. Für den Bereich Bebauungsplan BW 68/1, ehemals "Pi-Park", hat der Ortsbeirat mehrheitlich keine Bedenken für eine Ansiedlung eines solchen Betriebes.

Lediglich drei Ratsmitglieder folgten dem Ablehnungs-Vorschlag der Stadt. Anders beim angrenzenden "Gewerbegebiet Ottostraße": Hier schlugen sich schon fünf Ratsmitglieder auf die Seite der Verwaltung für die Nichtzulassung. Drei Mitglieder hatten allerdings auch hier keine Bedenken für eine Zulassung. Es gab vier Enthaltungen.

Stadt verzeichnet zunehmende Nachfrage



Diskutiert wurde das Thema ausgiebig: Stefan Leist vom städtischen Planungsamt hatte zuvor den Standpunkt der Stadt erläutert. Unter Würdigung von Rahmenbedingungen und Entwicklungszielen sollten Bordelle oder bordellähnliche Betriebe sowie Sexshops ausgeschlossen werden. Das Thema habe deshalb aufgegriffen werden müssen, weil eine zunehmende Nachfrage nach solchen Etablissements festzustellen sei, erläuterte Leist. Hans Weber (CDU) argumentierte, der Ortseingang von Euren sei eine denkbar schlechte Örtlichkeit für Betriebe dieser Art.

Fraktionskollegin Kerstin Wolff hingegen fand "nichts Schlimmes" an einer Zulassung, wenn sich nur keine "ganze Kette" an Betrieben dort ansiedeln würde. "Die Zeit ist nun mal, wie sie ist", befand Ortsteilchef Hans-Alwin Schmitz (UBM), gab andererseits zu bedenken, dass unweit in der Eurener Straße ein Kindergarten beheimatet sei.

Keine Bedenken äußerte Karl Biegel (CDU), denn eines stehe fest: "Die Gäste wollen möglichst unbemerkt wieder weg."

Unterschiedliche Auffassungen gab es auch zum sogenannten "Trading-Down-Effekt". So bezeichnet man die Entwicklung, wenn ansässige Betriebe durch Imageverlust abwandern.

Ein weiteres Thema in der Sitzung war der städtische Bürgerhaushalt. Kritisch merkte der Ortsvorsteher an, dass es im Grunde keinen Unterschied gebe zwischen Bürgerhaushalt und Stadtteilrahmenplan. Hier ließen die für Euren vordinglichen Projekte noch immer auf sich warten.

Einstimmig wurde die Änderungssatzung über die Reinigung der öffentlichen Straßen und Plätze in der Stadt angenommen.

Laut Hans-Alwin Schmitz wird der Weihnachtsmarkt am Samstag, 5. Dezember, auf dem Dorfplatz attraktiver als beim ersten Mal im vorigen Jahr.

Schmitz kündigte viel vorweihnachtliche Unterhaltung an. Zwölf Stände oder Buden seien avisiert.