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Rat entscheidet in Sondersitzung: Stadt kauft Fläche im Gerberviertel

Trier. Der Stadtrat hat gestern Abend in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen, das Vorkaufsrecht der Stadt zu nutzen und eine Fläche im Gerberviertel zu erwerben. So soll die Erreichbarkeit des Stadtbads verbessert werden.

Trier. Die Stadt ist nicht die einzige Interessentin: Ein Trierer Unternehmer mit Sitz im Gerberviertel nutzt die Fläche bereits, hat die darauf stehenden Hallen gemietet und das gesamte Areal auch bereits gekauft (der TV berichtete). Da der Bebauungsplan für diesen Teil der Innenstadt jedoch einem gemeinnützigen Bedarf Vorrang einräumt, musste der bereits fertige Kaufvertrag der Verwaltung vorgelegt werden. Diese musste daraufhin erklären, ob sie vom Vorkaufsrecht gebraucht machen will, das der Bebauungsplan ihr einräumt. Und so kam es.
Der Stadtrat muss diesen Plänen natürlich zuerst zustimmen. Da die Frist für die Erklärung der Stadt in Bezug auf ihr Vorkaufsrecht am 22. Januar abläuft, konnte das Thema nicht bis zur nächsten regulären Sitzung im Februar warten. So musste Oberbürgermeister Klaus Jensen im ursprünglich sitzungsfreien Januar eine Sondersitzung einberufen. Der Rat kam gestern Abend in nichtöffentlicher Sitzung zusammen.
Laut Mitteilung von Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani (CDU) will die Stadt die Fläche nutzen, um das Parkplatzangebot zu erweitern und die Erreichbarkeit des Hallenbads über die Gerberstraße zu verbessern. Der Unternehmer - er bittet darum, nicht namentlich genannt zu werden - bemüht sich laut eigener Aussage um eine Einigung mit der Verwaltung.
Die Sondersitzung gab dem Stadtrat eine seltene Chance: Oberbürgermeister Klaus Jensen wurde gestern 61 Jahre alt. So konnte der Rat dem Verwaltungschef ein topaktuelles Ständchen bringen, als dieser die Sitzung eröffnete. "Happy Birthday" im Sitzungssaal am Augustinerhof - das hört man selten. jp