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Kirche
Raus aus der Kirche, hin zu den Menschen

Stehen stellvertretend für viele Haupt- und Ehrenamtliche aus den Gemeinden und Einrichtungen des Kirchenkreises Trier, von links: Superintendent Jörg Weber, Pfarrer Thomas Luxa (Kirchengemeinde Trier), Ekkehard Lagoda (Schulreferat), Pfarrerin Anja Zimmermann (Hottenbach-Stipshausen, Rhaunen-Hausen, Sulzbach), Annetrude Wettstein (Kirchengemeinde Wittlich), Jutta Raab (Kirchengemeinde Ehrang), Pfarrer Christoph Urban (Konz), Pfarrer Frank Meckelburg (dahinter, Kirchengemeinde Daun) und Pfarrer Peter Winter aus Saarburg.
Stehen stellvertretend für viele Haupt- und Ehrenamtliche aus den Gemeinden und Einrichtungen des Kirchenkreises Trier, von links: Superintendent Jörg Weber, Pfarrer Thomas Luxa (Kirchengemeinde Trier), Ekkehard Lagoda (Schulreferat), Pfarrerin Anja Zimmermann (Hottenbach-Stipshausen, Rhaunen-Hausen, Sulzbach), Annetrude Wettstein (Kirchengemeinde Wittlich), Jutta Raab (Kirchengemeinde Ehrang), Pfarrer Christoph Urban (Konz), Pfarrer Frank Meckelburg (dahinter, Kirchengemeinde Daun) und Pfarrer Peter Winter aus Saarburg. FOTO: Kirchenkreis Trier
Trier/Schweich. Der Evangelische Kirchenkreis Trier spricht über die Zukunft. Innovative Beispiele aus der Region lassen aufhorchen.

Eine mobile Kirche, die zu den Menschen fährt, eine Kirche, die im Wortsinn zum Mittelpunkt des Dorfes wird, Gottesdienste an ungewöhnlichen Orten und ein Ort für Geflüchtete und Einheimische, Junge und Alte: die Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises Trier hat sich mit der Zukunft der Kirche in ländlichen Räumen beschäftigt und dabei besondere Projekte untersucht.

Mit der Frage, wie es um die Zukunft der Kirche bestellt sei, beschäftige sich der Kirchenkreis seit vielen Jahren, erläuterte Jörg Weber, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Trier. Neu sei die Beschäftigung mit der Zukunft der Kirche in ländlichen Räumen. „Ich bin aber durchaus der Meinung, dass wir gerade nicht auf einem absteigenden Ast sitzen“, betonte der leitende Theologe des Kirchenkreises.

Für die Gestaltung der Arbeit sei es hilfreich, sogenannte Best-practice-Beispiele aus den Regionen des Kirchenkreises genauer in den Blick zu nehmen. Im Kirchenkreis Trier gebe es hervorragende Ideen und Projekte für Kirche auf dem Land. Projekte aus Kirchengemeinden und Einrichtungen des Evangelischen Kirchenkreises Trier zeigen, was es heißt, als Kirche auf dem Land innovativ in Erscheinung zu treten: So etwa die Mobile Kirche der Kirchengemeinde Daun – ein fahrbares Kirchenmobil, das seit einigen Jahren durch die Eifel fährt und zum Gottesdienst am Ufer eines Maares einlädt. Zu Gottesdiensten an ungewöhnlichen Orten lud auch die Evangelische Kirchengemeinde Trier ein – ob Gottesdienst im Kino, im Gewerbegebiet oder ein Jazzgottesdienst im Lotto-Forum auf dem Petrisberg. Getreu dem Motto „Raus aus den Kirchenmauern, hin zu den Menschen“ gab es so im Rahmen des Reformationsjahres Gelegenheit, sich jenseits der gewohnten Räume Gott zu begegnen. Lebendig ist die seit zehn Jahren bestehende Ökumenische Partnerschaft in Wittlich – die kreative Zusammenarbeit zwischen evangelischer Kirchengemeinde und katholischer Pfarreiengemeinschaft zeigt sich unter anderem in der persönlich gestalteten Wittlicher Bibel.

In Konz spielt der Bagger zurzeit eine wichtige Rolle – denn dort entsteht ein außergewöhnliches Bauprojekt: In der „Neuen Mitte Konz“ wird die evangelische Kirche Zentrum sein, im angrenzenden Gemeindezentrum sind weitere Akteure aus dem Quartier, wie Diakonie, Caritas und Vereine, eingeladen, Angebote mitzugestalten. So entstehen ein Dorfplatz und Angebote, wie es sie bisher noch nicht gab. Zu einem Mittelpunkt geworden ist auch das Café Palaver in Waldrach. Die Kirchengemeinde Ehrang, Verbandsgemeinde Ruwer und Pfarreiengemeinschaft Waldrach unterstützen seit 2016 mit diesem Angebot einmal im Monat Geflüchtete wie Einheimische, Junge wie Alte, mit Rat und Tat.
Mit dem Thema Gottesdienst beschäftigten sich die drei Kirchengemeinden der Region Saar-Hunsrück, Saarburg, Hermeskeil und Konz – ihr gemeinsamer Predigtplan für die Region ist innovativ, ermöglicht er die kreative und entspannte Gestaltung von Gottesdiensten, trotz rückläufiger Pfarrstellen und steigender Aufgaben. In der Kirchengemeinde Morbach zeigt sich, dass Traditionelles zukunftsweisend sein kann: Seit elf Jahren bewährt sich das Modell des sonntäglichen Gottesdienstes mit viel Musik, Angeboten für Junge und Kinder und anschließendem Kirchencafé. Einen Blick über den „Tellerrand“ gab es auch: In Neumagen-Dhron, Ortsteil Papiermühle, soll die kleine katholische Filialkirche geschlossen werden – kann eine neue, so noch nicht dagewesene gemeinsame Nutzung von kirchlicher wie auch ziviler Seite dies verhindern? Weber ermutigte alle Beteiligten: „Seid einfach Kirche. Macht weiter so! Seid für die Menschen in den Gemeinden da, in der Nachbarschaft, überall da, wo Kirche präsent ist.“

Weitere Informationen zu den Projekten unter www.ekkt.de