| 17:10 Uhr

Aktion
Triererer gegen den Einsatz von Kindersoldaten

Oberbürgermeister Wolfram Leibe gibt seinen Handabdruck.
Oberbürgermeister Wolfram Leibe gibt seinen Handabdruck. FOTO: Dieter Jacobs / Dieter Jakobs
Trier. Der Red Hand Day ist weltweiter Protesttag gegen den Missbrauch von Minderjährigen.

Um auf den Missbrauch von Unter-18-Jährigen als Soldaten aufmerksam zu machen, findet jährlich am 12. Februar der Red Hand Day statt – mit öffentlichen Protesten, Demonstrationen und anderen Aktivitäten. So war es auch in diesem Jahr: Koordiniert von der Informations- und Servicestelle Werkstatt Globales Lernen des  Vereins Lokale Agenda 21 Trier haben sich vor allem Kinder und Jugendliche aus zehn Gruppen diesem Protest angeschlossen und rote Handabdrücke gesammelt.
Oberbürgermeister Wolfram Leibe empfing im Foyer des Rathauses am Augustinerhof einige der in diesem Jahr beteiligten Gruppen aus Trier. Mit der Übergabe von mehr als 2830 roten Handabdrücken verbinden die Trierer die Bitte, sich für die Forderungen der Aktion Rote Hand einzusetzen und politische Initiativen dazu in die Wege zu leiten.
Auch die Stadtverwaltungsmitarbeiter und Besucher des Bürgeramts wurden informiert und zur Beteiligung aufgefordert. Die Roten Hände aus Trier werde er an die neue Bundesregierung weiterleiten, versprach Oberbürgermeister Leibe den jungen Akteuren.

Sabine Mock, Bildungsreferentin der Lokalen Agenda Trier:  „Es ist wichtig und ermutigend, dass die Jugendlichen im Dialog mit Politikerinnen und Politikern ihren Standpunkt zum Einsatz von Kindern als Soldaten deutlich zur Sprache bringen. Und sich auch nicht abschrecken lassen durch die Tatsache, dass ihr Einsatz keine unmittelbare Lösung des globalen Problems verspricht.“ Dass dieses Engagement in vielen Ländern weltweit eingebracht wird, belegt sie mit Fotos von Protestaktionen aus der ganzen Welt.
Seit 2002 ist die Rekrutierung von Kindern und Jugendlichen nach geltendem Völkerrecht ein Kriegsverbrechen. Doch noch immer werden
geschätzt 250 000 Kinder weltweit gezwungen, in bewaffneten Konflikten zu kämpfen – in Syrien, Afghanistan, Kolumbien, dem Kongo und vielen anderen Ländern. Oft stammen diese Waffen aus deutscher Produktion, wurden mit Genehmigung unserer Regierung in diese Kriegs- und Krisengebiete geliefert und gelangten dann in die Hände der Kinder und Jugendlichen.